Die 41. Jahreskonferenz des karibischen Telekommunikationsverbands CANTO hat heute in Punta Cana begonnen. Vier Tage lang beraten Regierungsvertreter, Regulierungsbehörden und Branchengrößen über die digitale Zukunft der Region.
Unter dem Motto „Elevating the Caribbean: From Connectivity to Global Competitiveness“ steht im Hard Rock Hotel & Casino Punta Cana die Frage im Mittelpunkt, wie aus reiner Netzabdeckung wirtschaftliche Teilhabe an internationalen Märkten werden kann. Die Konferenz läuft noch bis zum 12. August und gilt als zentrale Plattform für die Abstimmung von Politik und Infrastrukturinvestitionen in der Karibik.
Deutliche Fortschritte bei der IPv6-Einführung
Ein Schwerpunkt der Gespräche dürfte die jüngste Bestandsaufnahme zur IPv6-Einführung in der Region sein. Die Daten von Juni 2026 zeigen einen klaren Aufwärtstrend: Im Schnitt erreicht der IPv6-fähige Datenverkehr in der Karibik inzwischen 24,66 Prozent – im Vorjahr lag der Wert noch bei 20,02 Prozent.
Besonders weit vorne liegen Saint-Barthélemy mit 68,62 Prozent und Puerto Rico mit 55,48 Prozent. Deutliche Sprünge verzeichneten Analysten zufolge auch Guadeloupe, Belize und Suriname – alle drei Länder legten binnen eines Jahres um mehr als 20 Prozentpunkte zu. Das neue Internetprotokoll ist die Grundlage für wachsende Gerätezahlen und moderne Dienste – ohne es stoßen herkömmliche Adresssysteme schnell an ihre Grenzen.
Arbeitnehmer im Fokus der Digitalisierung
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Die Konferenz in Punta Cana ist eingebettet in breitere regionale Bemühungen, die sozialen Folgen der neuen Technologien zu gestalten. Erst am 5. August trafen sich in Santo Domingo die Gewerkschaften SINTETEL und FENATTEL, um über den Einfluss künstlicher Intelligenz auf die Beschäftigten im Telekomsektor zu beraten. Im Zentrum standen Forderungen nach Tarifverhandlungen und die Sorge um Arbeitsbedingungen in einer zunehmend automatisierten Branche.
Parallel dazu hat die Internationale Fernmeldeunion (ITU) die Medienregistrierung für das World Telecommunication/ICT Policy Forum (WTPF-26) eröffnet. Das Strategietreffen findet vom 2. bis 4. September in Nassau auf den Bahamas statt und soll die in Punta Cana begonnenen Diskussionen zur regionalen Politikkoordinierung fortsetzen.
Globale Trends: Milliarden-Nutzer und neue Standards
Branchenvertreter verwiesen auf globalen Foren zuletzt auf die schiere Dimension des Mobilfunkbooms: Weltweit nutzen inzwischen mehr als 31 Milliarden Menschen 5G – in China allein über 1,1 Milliarden Nutzer des weiterentwickelten 5G-Advanced-Standards. Der Blick richtet sich bereits auf die kommende Dekade: Hersteller erwarten bis 2030 Bandbreiten im T-Bit/s-Bereich und Latenzzeiten unter einer Millisekunde. Der nächste Mobilfunkstandard 3GPP R21 ist für 2027 geplant.
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Auch die Betreiber in der Region modernisieren ihre Systeme. So hat etwa Vivo seine Partnerschaft mit dem IT-Dienstleister Amdocs erneuert und stellt seine Betriebssysteme auf die Plattform CES2X um – mit dem Ziel, schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können.
Der Schwung der digitalen Integration trägt noch in diesem Monat bis nach Asien: Vom 24. bis 28. August treffen sich in Bali beim BATIC 2026 mehr als 2.300 Delegierte aus 600 Unternehmen, um über autonome KI und den Fortschritt globaler Ökosysteme zu beraten – Themen, die auch in der Karibik auf der Agenda stehen.

