Die US-Steuerbehörde IRS hat Ende Juli eine formelle Warnung vor einer neuen Betrugsmasche herausgegeben, die gezielt Besitzer von Kryptowährungen ins Visier nimmt. Nach Angaben der Behörde versenden Kriminelle gefälschte physische Briefe, die den Anschein einer offiziellen Mitteilung erwecken. Diese Schreiben enthalten QR-Codes, die auf eine betrügerische Website führen. Ziel der Angreifer ist es, sensible Zugangsdaten und digitale Vermögenswerte zu entwenden.
Täuschung durch das „Digital Asset Compliance Portal“
In den gefälschten Schreiben werden die Empfänger aufgefordert, sich auf einem sogenannten „Digital Asset Compliance Portal“ zu registrieren. Um die Dringlichkeit zu erhöhen, setzen die Täter den Krypto-Haltern kurze Fristen für die Registrierung. Die verlinkte Website ist laut IRS-Angaben darauf ausgelegt, das offizielle Portal der Behörde (IRS.gov) optisch präzise zu imitieren. Tatsächlich existiert ein solches Portal bei der US-Steuerbehörde jedoch nicht.
Sollten Nutzer dem QR-Code folgen und ihre Daten auf der manipulierten Seite eingeben, können die Hintermänner weitreichende Informationen abgreifen. Dazu gehören neben persönlichen Daten auch Wallet-Informationen, Zugangsdaten für Kryptobörsen sowie Recovery-Phrasen und private Schlüssel. Jarod Koopman, Leiter der Ermittlungsabteilung IRS-CI, warnte in diesem Zusammenhang, dass Kriminelle fortwährend das Vertrauen der Öffentlichkeit ausnutzen würden. Er riet dringend dazu, die Authentizität solcher Schreiben vor einer Reaktion kritisch zu verifizieren.
Ermittler verfolgen Spuren nach Osteuropa und Asien
Untersuchungen der Kryptobörse Coinbase und des Sicherheitsunternehmens DarkTower lieferten erste Details zur technischen Infrastruktur hinter dem Betrug. Den Analysen zufolge wurde die verwendete Domain kurz vor dem Versand der Briefe über einen Registrar in Hongkong gesichert. Das Hosting der Website erfolge wiederum auf Servern in Rumänien.
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Die Ermittler stellten zudem fest, dass die betroffene Domain bereits in der Vergangenheit mit Phishing-Aktivitäten in Verbindung stand. In früheren Fällen seien damit Webseiten erstellt worden, die verschiedene Finanzinstitute imitierten, um Kundendaten abzufischen. Diese grenzüberschreitende Infrastruktur erschwert die Verfolgung der Täter und unterstreicht den organisierten Charakter der Kampagne.
Sicherheitsmaßnahmen und Marktumfeld
Anfang August wurde die Warnung der IRS erneut weitläufig verbreitet, da das volle Ausmaß der Schäden sowie die Liste der potenziell betroffenen Kryptobörsen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend bestätigt werden konnten. Die US-Steuerbehörde empfiehlt allen Krypto-Haltern, QR-Codes in unaufgeforderten Briefsendungen grundsätzlich nicht zu scannen. Stattdessen sollten Konten durch zusätzliche Sicherheitsmerkmale geschützt und verdächtige Vorfälle umgehend gemeldet werden.
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Die aktuelle Warnung steht im Kontext einer generell angespannten Sicherheitslage im Krypto-Sektor. Branchenexperten verwiesen im Zusammenhang mit der IRS-Meldung auf einen ähnlichen Betrugsfall, der mit der Plattform Coinbase assoziiert wurde. In jenem Fall wurden rund 100 Opfer identifiziert, denen insgesamt etwa 16 Mio. US-Dollar entwendet wurden. Ob zwischen diesen Vorfällen ein direkter organisatorischer Zusammenhang besteht, ist Gegenstand laufender Prüfungen. Die IRS betont, dass offizielle Korrespondenz der Behörde in der Regel keine QR-Codes für den Zugang zu Compliance-Portalen enthalte, die private Schlüssel oder Wallet-Zugänge abfragen.

