Italiens KI-Plan bis 2030: Neue Technologiezentren für den Mittelstand

Italiens Regierung setzt auf zugängliche KI-Werkzeuge und Qualifizierung; aktuelle Daten zeigen eine deutliche Nutzungslücke zwischen Firmen unterschiedlicher Größe.

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Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat sich für einen eigenständigen nationalen Ansatz beim Einsatz künstlicher Intelligenz ausgesprochen. In einer Videobotschaft anlässlich der ersten Ausgabe des Wirtschaftsforums AI.DEA im emilianischen Castel San Pietro Terme bei Bologna betonte die Regierungschefin, dass künstliche Intelligenz aus der industriellen Manufaktur heraus entwickelt werden und mit den Beschäftigten zusammenarbeiten müsse, anstatt diese zu ersetzen.

Meloni bezeichnete die Technologie als epochale Herausforderung sowie als Chance für die italienische Wirtschaft, mahnte jedoch an, dass das vorhandene Potenzial derzeit noch enorm ungenutzt bleibe.

Damit auch kleinere Betriebe von den Entwicklungen profitieren können, forderte die Ministerpräsidentin leicht zugängliche Werkzeuge, eine breite Vermittlung digitaler Kompetenzen und eine engere Verzahnung zwischen Universitäten und der industriellen Produktion.

Die wirtschaftliche Dynamik müsse von unten entstehen und vor allem kleine und mittlere Unternehmen einbinden, da die Güte einer Idee nicht von der Betriebsgröße abhänge.

Zudem sei die Politik gefordert, den Menschen zu schützen und für eine faire Verteilung der Innovationsgewinne zu sorgen. Meloni verwies dabei auf Papst Leo und unterstrich, dass das freie Spiel der Marktkräfte für diese Aufgabe nicht ausreiche.

Große Kluft zwischen Großunternehmen und Mittelstand

Wie groß der Nachholbedarf im italienischen Mittelstand tatsächlich ist, verdeutlichen aktuelle Erhebungen des Instituts Nomisma, das das Forum gemeinsam mit dem Industrieverband Confindustria fördert.

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Laut einem Bericht des Instituts verfügen sieben von zehn italienischen Mittelständlern über keinerlei Schulungsprogramme im Bereich der künstlichen Intelligenz. Obwohl die Thematik öffentlich stark präsent sei, fehle es in vielen Betrieben an praktischem Wissen über die Technologie.

Diese Diskrepanz spiegelt sich auch in offiziellen Wirtschaftsdaten wider. Zahlen des Statistikamtes Istat, auf die sich die Jungunternehmer des Verbandes Confindustria stützen, weisen für das Jahr 2025 eine gravierende Spaltung nach: Während 53,1 Prozent der Großunternehmen künstliche Intelligenz einsetzen, liegt die Quote bei kleineren und mittleren Unternehmen ab zehn Beschäftigten lediglich bei 15,7 Prozent.

Investitionen konzentrieren sich auf Technologie statt Personal

Unternehmensberatungen beobachten ebenfalls Schieflagen bei der Implementierung. Nach Angaben von Fabio Pompei, Chef von Deloitte Italia, planen zwar 82 Prozent der befragten Betriebe höhere Investitionen in künstliche Intelligenz, und 92 Prozent erwarten Produktivitätsgewinne. Allerdings haben bislang lediglich 35 Prozent den konkreten Ertrag ihrer Investitionen berechnet.

Zudem nutzen 37 Prozent die Technologie bisher nur oberflächlich, während 30 Prozent zentrale Prozesse neu ausrichten und 34 Prozent eine umfassende Transformation einleiten. Ein weltweiter Bericht des Beratungsunternehmens zeigt überdies, dass 93 Prozent der Mittel in reine Technologie fließen und nur 7 Prozent für das Personal aufgewendet werden.

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Um die strukturellen Defizite anzugehen, stellte Maria Anghileri, Präsidentin der Confindustria-Jungunternehmer, einen strategischen Entwicklungsplan bis 2030 vor. Das Konzept sieht unter anderem Sonderwirtschaftszonen und Technologiezentren mit beschleunigten Genehmigungsverfahren vor.

Begleitend stehen bereits erhebliche staatliche Mittel bereit: Die Risikokapitalgesellschaft Cdp Venture Capital hat bereits 300 Millionen Euro in Initiativen investiert, betreut eine Milliarde Euro aus dem nationalen Programm der Gesetzgebung zu künstlicher Intelligenz und plant weitere 500 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre. Zudem stellt die Fördergesellschaft Simest 200 Millionen Euro speziell für exportorientierte Mittelständler bereit.