Japan-Hacker: Drei Großunternehmen verlieren 2,9 TB Daten

Mehrere japanische Unternehmen melden Sicherheitsvorfälle mit Datenabflüssen. Kundendaten, interne Akten und Server-Zugänge sind kompromittiert.

Berichte aus Japan bestätigen eine Serie von schwerwiegenden Sicherheitsvorfällen bei namhaften Organisationen. Das Taxiunternehmen Nihon Kotsu, der Infrastrukturanbieter Sakura Internet sowie die Talentagentur VOISING wurden zum Ziel unbefugter Zugriffe.

In allen drei Fällen kam es zum potenziellen Diebstahl sensibler persönlicher und geschäftlicher Daten, wobei das Ausmaß der Vorfälle von kompromittierten Kundendaten bis hin zu internen Disziplinarakten und großvolumigen Datendiebstählen reicht.

Umfassender Datenabfluss bei der Talentagentur VOISING

Die Agentur VOISING, die unter anderem die 2,5D-Idol-Gruppe „ireisu“ vertritt, meldete den unbefugten Zugriff auf ein intern genutztes Business-Intelligence-Tool (BI-Tool). Nach Unternehmensangaben sind sämtliche Nutzer von Diensten wie VOISING ID, CONNECT, dem ONLINE STORE sowie der Plattform „irerabu“ und Inhaber älterer Konten betroffen.

Der Angriff begann laut internen Protokollen bereits in der Nacht des 10. August. Die Analyse der Zugriffsprotokolle ergab, dass zwischen 18:47 Uhr und 20:21 Uhr am 16. August ein gezielter Download von Daten stattfand. Die Anomalie wurde kurz vor Mitternacht desselben Tages erkannt, woraufhin das System in den frühen Morgenstunden des 17. August vollständig gestoppt wurde.

Zu den potenziell entwendeten Informationen gehören Klarnamen, Anschriften, Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Zudem seien Geburtsdaten, Angaben zum Geschlecht, die Kaufhistorie sowie Informationen über abonnierte Dienste und das jeweils unterstützte Talent („Oshi“) betroffen.

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VOISING betonte jedoch, dass Kreditkartennummern, Bankverbindungen und Passwörter nicht Teil des Datenabflusses waren. Bis zum Vormittag des 18. August wurden keine Sekundärschäden bestätigt. Als Gegenmaßnahmen wurden System-Patches eingespielt, Passwort-Zurücksetzungen erzwungen und eine forensische Untersuchung eingeleitet.

Malware-Infektion bei Sakura Internet

Auch der Infrastrukturanbieter Sakura Internet sah sich mit Sicherheitsverletzungen konfrontiert. Das Unternehmen bestätigte unbefugte Zugriffe auf den Dienst „Sakura Rental Server“. Nach aktuellem Kenntnisstand wurden 583 Konten kompromittiert. Bereits am 9. August seien erste Unregelmäßigkeiten festgestellt worden.

Untersuchungen ergaben, dass auf einigen Servern Malware installiert wurde. Dies ermöglichte potenziell den Zugriff auf Nutzerkennungen sowie Informationen, die im Kundenbereich gespeichert sind. Das Unternehmen wies darauf hin, dass auch Daten betroffen sein könnten, die dem Fernmeldegeheimnis unterliegen.

Andere Dienste wie VPS, Cloud-Angebote oder dedizierte Server seien nach derzeitigem Stand nicht von dem Vorfall betroffen. Sakura Internet hat betroffene Zugangsdaten für ungültig erklärt, den Zugriff blockiert und die Malware entfernt.

Erheblicher Datenverlust bei Nihon Kotsu durch AiLock

Bereits im Juli wurde das Taxiunternehmen Nihon Kotsu Opfer eines großflächigen Angriffs, der der Gruppe „AiLock“ zugeschrieben wird. Das Unternehmen bestätigte den Vorfall, bei dem möglicherweise bis zu 2,9 TB an Daten entwendet wurden. Der Angriff ereignete sich bereits Mitte Juli.

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Die Liste der potenziell gestohlenen Dateien ist umfangreich und hochsensibel. Sie umfasst SQL-Server-Backup-Dateien sowie interne Disziplinarakten von Fahrern, in denen unter anderem Vorfälle von Trunkenheit am Steuer oder Fahrerflucht dokumentiert sind. Besonders kritisch wird bewertet, dass auch Passwörter für Dashcams im Klartext gespeichert waren.

Branchenexperten warnen vor möglichen Sekundärschäden, da die Daten auch Bewegungsprofile von Taxikunden sowie Abrechnungsinformationen von Geschäftskunden enthalten könnten. Auf Plattformen im Dark Web wurde der Datensatz bereits mit dem Hinweis auf eine baldige Veröffentlichung markiert. Die internen Untersuchungen zur genauen Eingrenzung des Schadens dauern an.