Japanische Finanzbranche: 17.559 Cyberangriffe 2025 treiben Standards voran

Der japanische Verband zur Bekämpfung von Finanzkriminalität holt mit Hideyuki Hoshina einen eKYC-Experten in den Vorstand.

Die Japan Financial Crime Prevention Association (JFCPA) verstärkt ihre Führungsebene durch Expertise aus dem Bereich der digitalen Identitätsprüfung. Wie kürzlich bekannt wurde, übernimmt Hideyuki Hoshina, COO der Liquid Inc. und Vorstandsmitglied der ELEMENTS-Gruppe, einen Sitz im Direktorium des Branchenverbandes. Diese Personalie fällt in eine Phase, in der die japanische Finanzbranche mit einer signifikanten Zunahme von Cyberkriminalität und Identitätsbetrug konfrontiert ist.

Kooperation zwischen Technologie und Finanzwesen

Die Japan Financial Crime Prevention Association fungiert als zentrale Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Rechtswesen und der Privatwirtschaft. Dem Verband gehören schätzungsweise 500 Mitglieder an, darunter Wissenschaftler, Rechtsanwälte sowie Vertreter namhafter Finanzinstitute. Die Organisation wurde von einem Konsortium aus acht Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen, zu denen neben dem Technologieunternehmen Liquid auch die Seven Bank, die Krypto-Börse bitFlyer, das Nomura Research Institute (NRI) und der Blockchain-Analysespezialist Chainalysis Japan zählen.

Ziel der Vereinigung ist die Entwicklung und Implementierung effektiver Abwehrmechanismen gegen die zunehmende Professionalisierung der Finanzkriminalität. Durch die Berufung von Hoshina in den Vorstand soll insbesondere die technologische Kompetenz bei der Bekämpfung von Betrugsfällen gestärkt werden.

Steigende Fallzahlen bei unbefugten Zugriffen

Die Notwendigkeit einer engeren Vernetzung wird durch aktuelle Daten der japanischen Finanzaufsichtsbehörde (FSA) untermauert. Für das Jahr 2025 meldete die Behörde insgesamt 17.559 Fälle von unbefugtem Zugriff auf Finanzsysteme. Die Zahl der daraus resultierenden rechtswidrigen Transaktionen wurde mit 9.752 Vorfällen beziffert. Diese Entwicklung hat den Druck auf Banken und Zahlungsdienstleister erhöht, ihre Sicherheitsinfrastruktur, insbesondere bei der Fernidentifizierung von Kunden, zu modernisieren.

Anzeige

Die steigende Zahl unbefugter Zugriffe zeigt, dass herkömmliche Sicherheitskonzepte oft nicht mehr ausreichen, um Unternehmen vor moderner Cyberkriminalität zu schützen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen proaktiv erfüllen. IT-Sicherheit stärken und Bedrohungen abwenden

Technologische Expertise im Bereich eKYC

Mit dem Unternehmen Liquid rückt ein Akteur in das Zentrum der Verbandsarbeit, der den japanischen Markt für elektronische Kundenidentifizierung (eKYC) maßgeblich prägt. Das Unternehmen hält nach eigenen Angaben seit sieben Jahren in Folge die Marktführerschaft in diesem Segment. Die Bilanz der Geschäftstätigkeit weist kumuliert 1,5 Milliarden Identitätsprüfungen aus, wobei die Technologie bei mehr als 700 Unternehmen im Einsatz ist.

Ein wesentlicher Baustein dieser Marktposition ist die biometrische Gesichtserkennung. Die von Liquid entwickelte KI-Lösung „Liquid PAD“ erhielt im Dezember 2025 die Bestätigung gemäß der internationalen Norm ISO/IEC 30107, die Standards für die Erkennung von Präsentationsangriffen (Liveness Detection) festlegt. Diese Zertifizierung gilt als wichtiger Indikator für die Zuverlässigkeit von Systemen, die Manipulationen durch Fotos, Videos oder Masken verhindern sollen.

Anzeige

Während die Finanzbranche auf biometrische KI-Lösungen setzt, müssen Unternehmen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen der neuen EU-KI-Verordnung im Blick behalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Risikoklassen und Fristen für den sicheren Einsatz von KI. Kostenlosen Leitfaden zum EU AI Act herunterladen

Durch die Integration solcher technologischen Standards in die Verbandsarbeit der JFCPA versprechen sich Branchenbeobachter eine Standardisierung der Sicherheitsmaßnahmen über den gesamten japanischen Finanzsektor hinweg. Die Ernennung von Hideyuki Hoshina wird in diesem Zusammenhang als Signal gewertet, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und biometrischen Verfahren künftig eine noch tragendere Rolle in der nationalen Strategie gegen Finanzkriminalität einnehmen wird.