JetKVM hat den JetKVM Mini vorgestellt, eine kompaktere und günstigere Variante seiner quelloffenen KVM-over-IP-Lösung für den Fernzugriff auf Tastatur, Bildschirm und Maus. Das neue Gerät basiert auf dem ESP32-P4X-Chip und richtet sich an Nutzer, die Server oder Rechner ohne physischen Zugriff administrieren möchten, wie cnx-software.com berichtete.
Kleinerer Chip, neue Architektur
Anders als das ursprüngliche JetKVM, das auf einem Rockchip RV1106G3 mit Linux-Betriebssystem läuft, setzt der Mini auf den ESP32-P4X. Dieser verfügt laut wesearch.press über einen Hardware-H.264-Encoder, der die Videoübertragung effizienter gestalten soll.
Beim Video-Streaming unterstützt der JetKVM Mini 1080p30 oder 720p60 per HDMI-Capture sowie H.264 über WebRTC; eine Auflösung bis zu 4K ist laut cnx-software.com nur über die sogenannten JetKVM OS Services verfügbar.
Die technische Ausstattung umfasst 16 MB Flash-Speicher, 32 MB PSRAM sowie ein 240×240 Pixel großes IPS-Display. Das Gerät steckt in einem Aluminiumgehäuse mit den Maßen 42x42x23 mm. Zu den Funktionen zählen laut wesearch.press zudem Virtual Media über eine TF-Karte, Wake-on-LAN sowie Secure Boot. Ein ATX-Power-Control-Feature, wie es aus dem Enterprise-Segment bekannt ist, bietet der JetKVM Mini laut byteiota.com nicht.
Zwei Varianten mit unterschiedlicher Konnektivität
JetKVM bietet den Mini in zwei Ausführungen an. Die Basisvariante mit 100Mbps-Ethernet-Anschluss kostet 39 US-Dollar, im Dreierpack sinkt der Preis auf 33 US-Dollar pro Stück.
Wer Server im Heimlabor ohne physischen Zugriff administriert, kennt die Rechnung: Enterprise-KVM-over-IP liegt laut Marktvergleich zwischen 380 und 1.100 US-Dollar. Der JetKVM Mini setzt mit 39 US-Dollar — im Dreierpack 33 US-Dollar pro Stück — und vollständig quelloffener Firmware genau dort an. Unser Leitfaden zeigt in drei Schritten, wie Sie das Gerät auswählen, einrichten und absichern. Kostenlosen KVM-Leitfaden anfordern
Die Mini-W-Variante bringt zusätzlich WiFi 6, Bluetooth LE sowie 802.15.4-Unterstützung für Zigbee und Thread mit und kostet 42 US-Dollar, im Dreierpack 36 US-Dollar pro Stück. Laut wesearch.press unterstützt das WLAN-Modell konkret 2,4- und 5-GHz-WiFi in Kombination mit Bluetooth LE und Zigbee/Thread.
Der Verkaufsstart ist für den 26. Oktober 2026 angesetzt. Die Firmware soll dabei von Beginn an vollständig quelloffen verfügbar sein, wie cnx-software.com berichtete.
Preisdruck im KVM-over-IP-Markt
Mit dem Mini positioniert sich JetKVM deutlich unterhalb etablierter Enterprise-Lösungen, die laut byteiota.com zwischen 380 und 1.100 US-Dollar kosten.
Als Vergleichswerte nennt byteiota.com das ursprüngliche JetKVM für rund 103 US-Dollar mit 256 MB DDR3L und 16 GB eMMC, das PiKVM V4 Mini für 270 bis 280 US-Dollar, den TinyPilot Voyager 3 für 380 bis 400 US-Dollar sowie die Raritan KX IV für rund 1.100 US-Dollar.
Der JetKVM Mini kommt ohne ATX-Power-Control — wer damit rechnet, Server aus der Ferne hart neu zu starten, braucht vor dem Kauf eine klare Antwort. Unser Leitfaden prüft die Open-Source-Firmware auf Secure Boot, Virtual Media und Wake-on-LAN und zeigt, welche Aufgaben das Gerät im Heimlabor wirklich übernimmt und welche nicht. Open-Source-Sicherheits-Check jetzt sichern
Der kommerzielle Erfolg des ursprünglichen JetKVM-Modells liefert dabei Rückenwind: Die Kickstarter-Kampagne im Dezember 2024 sammelte laut byteiota.com 4,37 Millionen US-Dollar von 31.598 Unterstützern ein. Insgesamt wurden demnach rund 100.000 Einheiten des ursprünglichen Geräts verkauft.
Mit dem Mini dürfte JetKVM versuchen, an diesen Erfolg anzuknüpfen und gleichzeitig preissensiblere Zielgruppen im Heimlabor- und Kleinunternehmenssegment zu erschließen, wo Fernwartungslösungen bislang oft an den hohen Kosten professioneller Enterprise-Systeme scheiterten.

