Jira Coding Agent: Atlassian automatisiert Code-Erstellung um 36%

Atlassian, Monday.com und Oracle präsentieren neue KI-Funktionen, die als eigenständige Akteure in Arbeitsprozessen agieren und die Produktivität steigern sollen.

com und Oracle haben am Dienstag und Mittwoch neue Funktionen vorgestellt, die künstliche Intelligenz nicht mehr nur als Assistenten, sondern als eigenständige Akteure in Arbeitsabläufen positionieren. Der Trend zu sogenannten „agentischen“ KI-Systemen soll die Produktivität von Teams deutlich steigern.

Atlassian macht Jira zur Kommandozentrale für Mensch und Maschine

Atlassian hat seine Plattform Jira grundlegend erweitert. Mit dem neuen Jira Planner lassen sich Ideen auf Basis historischer Daten aus Jira und Confluence automatisch in technische Spezifikationen verwandeln. Noch einen Schritt weiter geht der Jira Coding Agent: Er wandelt Tickets direkt in Pull-Requests um – ohne dass ein Entwickler auch nur eine Zeile Code schreiben muss.

Die Plattform öffnet sich zudem für Drittanbieter. Aufgaben können nun an externe KI-Werkzeuge wie Claude Code, Cursor oder GitHub Copilot vergeben werden. Für die Nachvollziehbar keit dieser autonomen Prozesse sorgt der Teamwork Graph, der sämtliche Agenten-Aktivitäten protokolliert.

Die internen Ergebnisse sprechen für sich: Atlassian verzeichnet eine Steigerung der Effizienz bei KI-gestützten Aufgaben um 44 Prozent. Die Durchlaufzeiten für Pull-Requests sanken um 36 Prozent. Die neuen Funktionen sind für zahlende Jira-Cloud-Kunden ohne Aufpreis verfügbar. Der Jira Planner befindet sich derzeit im Early Access.

Monday.com präsentiert Sidekick und Vibe

Monday.com zieht mit einem umfassenden KI-Update nach. Im Zentrum steht der Sidekick, ein KI-Assistent für natürliche Sprache. Er erstellt Dashboards und führt komplexe, mehrstufige Aktionen innerhalb der Plattform aus – auf Zuruf, ohne Klick-Orgien.

Mit der neuen Schicht namens Vibe können Nutzer KI-gestützte Anwendungen bauen, die Code generieren, Barcodes scannen oder Dateien exportieren. Für externe Verbindungen sorgt der MCP Block, der seit Juli 2026 verfügbar ist und Anbindungen an externe KI-Dienste ermöglicht.

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Monday.com hat auch die Governance im Blick: Administratoren können pro Nutzer Kreditlimits für KI-Aktionen festlegen. Im März trat eine neue Preisstruktur in Kraft: Nutzer der Standard- und Pro-Tarife erhalten fünf kostenlose Sidekick-Nachrichten pro Sitzplatz und Tag.

Oracle und Creatio: Baukästen für eigene KI-Agenten

Oracle hat am Dienstag einen neuen KI-nativen Builder für sein Oracle AI Agent Studio vorgestellt. Unternehmen können damit „Agentic Applications“ direkt in der Oracle Fusion Cloud entwickeln. Der Baukasten richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen: Business-Anwender nutzen No-Code-Werkzeuge, professionelle Entwickler arbeiten mit VS-Code-Integrationen.

Die Zahlen zeigen die Dynamik: Über 80.000 Fachkräfte wurden bereits am AI Agent Studio geschult. Der Marktplatz umfasst inzwischen mehr als 1.000 verfügbare KI-Agenten.

Ebenfalls am Dienstag brachte Creatio sein „10x“-Plattform-Update auf den Markt. Es enthält das Creatio AI Studio für Design und Steuerung von Agenten. Besonders interessant: Die „AI Twin“-Funktion erlaubt es selbst Büroangestellten ohne Programmierkenntnisse, per natürlicher Sprache eigene KI-Agenten zu erstellen. Aus Sicherheitsgründen erben diese Agenten die bestehenden Benutzerberechtigungen und werden auf Plattformebene kontrolliert.

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Spezialisierte KI für stark regulierte Branchen

Die Welle der agentischen KI erreicht auch Nischenmärkte. Intapp hat am Dienstag die allgemeine Verfügbarkeit von Celeste bekannt gegeben – einem KI-Mitarbeiter, der speziell für Professional-Service-Firmen in regulierten Branchen entwickelt wurde. Die Plattform wird bereits von 78 der 100 größten Anwaltskanzleien weltweit genutzt und unterstützt jährlich Abrechnungen von über 150 Milliarden Euro.

Im Startup-Bereich sammelte Mio am Dienstag 1,9 Millionen Euro in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde ein. Das Unternehmen entwickelt einen Slack-nativen KI-Assistenten, der Meetings vorbereitet und wöchentliche Briefings für Teams erstellt, die Slack, Notion und Google Workspace nutzen. Erste Daten zeigen: Nutzer sparen durchschnittlich 8,2 Stunden pro Woche.

Ebenfalls am Dienstag gab Zenphi die Erweiterung seiner nativen Asana-Integration bekannt. Teams können nun Asana und Google Workspace mit Agenten von Gemini, OpenAI und Claude verbinden – in gesteuerten No-Code-Workflows. Der Fokus liegt auf administrativen Aufgaben wie der Kundenaufnahme in Finanzunternehmen.