Job-Betrug: FBI beschlagnahmt 13 Domains einer chinesischen Spionageoperation

US-Behörde stoppt mutmaßlich chinesische Agenten, die über Fake-Firmen Regierungsmitarbeiter anwarben. Parallel warnt eine Studie vor einer Verdopplung der Job-Betrugsfälle.

Die US-Bundespolizei FBI hat 13 Domains beschlagnahmt, die für eine mutmaßlich chinesische Spionageoperation gegen US-Sicherheitsbeamte genutzt wurden. Parallel dazu warnen Verbraucherschützer vor einer dramatischen Zunahme von Job-Betrug.

Fake-Consulting-Firmen lockten mit „leichtem Geld“

Die Aktion richtete sich gegen ein Netzwerk, das seit November 2023 aktiv war. Die Websites tarnten sich als seriöse Beratungsfirmen – mit Namen wie Centrik Global Consulting, Catalyst Global Solutions oder Gulf Peace Foundation. Dahinter steckten nach Angaben der Ermittler chinesische Agenten, die gezielt aktuelle und ehemalige US-Regierungsmitarbeiter mit Sicherheitsfreigaben anwerben wollten.

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Die Täter nutzten gestohlene Identitäten und KI-generierte Profilbilder, um ihre Fake-Firmen glaubwürdig erscheinen zu lassen. Auf Plattformen wie LinkedIn, Upwork und Wellfound schalteten sie Stellenanzeigen für Positionen wie „Senior Analyst“ oder „International Affairs Consultant“. Das Angebot: „leichtes Geld“ für Berichte über heikle Themen – darunter die Beziehungen zwischen den USA und China sowie geopolitische Fragen im Nahen Osten.

Interessierte Kandidaten wurden schnell auf verschlüsselte Kanäle wie Telegram umgeleitet. Die Bezahlung erfolgte per Kryptowährung oder über Auslandskonten. Der Geheimdienstverbund Five Eyes hatte bereits Anfang Juni vor genau solchen Rekrutierungsversuchen gewarnt. Die chinesische Botschaft wies die Vorwürfe zurück.

Job-Betrug erreicht Rekordniveau

Die FBI-Aktion fällt mit alarmierenden Zahlen der Better Business Bureau (BBB) zusammen. Deren am 10. Juni veröffentlichte Studie zeigt: Die gemeldeten Job-Betrugsfälle haben sich innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Waren es 2024 noch rund 12.000 Meldungen, stieg die Zahl 2025 auf etwa 23.000.

Besonders betroffen: die Generation Z. Die Betrüger kontaktieren ihre Opfer per SMS, geben sich als bekannte Unternehmen aus und fordern persönliche Daten wie Sozialversicherungsnummern oder Bankverbindungen. Ein neuer Trend sind sogenannte „Task-basierte“ Maschen: Opfer erhalten zunächst kleine Zahlungen für einfache Online-Aufgaben – etwa Likes oder Abos. Dann werden sie aufgefordert, Gebühren zu zahlen, um an lukrativere Aufträge zu kommen.

Große Marken als Köder

Sicherheitsforscher von Gen (Norton) warnten heute vor gefälschten FIFA-Stellenportalen. Die Betrüger nutzen Domains wie fifahiring[.]com oder careers-fifahiring[.]com, um Bewerber auf fake Google-Login-Seiten zu locken und deren Zugangsdaten zu stehlen. Seit dem 1. Mai blockierte die Firma über 250 solcher Angriffe.

Ähnliche Kampagnen gibt es für angebliche Jobs bei Coca-Cola, Delta Airlines und Netflix. Die Dimension des Problems zeigt ein Beispiel aus Neuseeland: Dort schätzen die Behörden die Schäden durch Job-Betrug im Jahr 2025 auf umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro.

Internationale Warnungen – auch für Deutschland relevant

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Auch in Indien schlagen die Behörden Alarm. Die Polizei im Bundesstaat Telangana warnt vor Betrügern, die arbeitslosen Jugendlichen angeblich Traumjobs im Ausland versprechen. Sie verlangen Vorauszahlungen für Visa, Arbeitserlaubnisse und medizinische Tests – und verschwinden dann mit dem Geld.

Die FBI-Ermittlungen zu den beschlagnahmten Domains laufen weiter. Neben den bereits genannten stehen auch pulsewaveglobal.com und safesec-group.com im Fokus. Die Ermittler gehen davon aus, dass weitere Fake-Seiten noch aktiv sein könnten.

Tipp für Jobsuchende: Prüfen Sie Stellenangebote immer auf der offiziellen Website des Unternehmens. Bestehen Sie auf persönlichen oder Video-Interviews. Seriöse Arbeitgeber verlangen niemals Vorauszahlungen.