Journalisten-Union warnt vor KI und Plattform-Macht

Deutsche Journalisten sehen ihre Existenz durch Plattform-Algorithmen und KI bedroht. Auf dem Journalistentag fordern sie politische Regeln für Transparenz und faire Vergütung.

Die deutsche Medienbranche sieht sich durch Tech-Giganten und Künstliche Intelligenz in ihrer Existenz bedroht. Auf ihrem 38. Journalistentag in Berlin fordert die dju in ver.di klare Regeln.

Plattformen als neue Gatekeeper bedrohen Pressefreiheit

Rund 200 Medienprofessionale diskutieren in Berlin unter dem Motto „The Good, The Bad, The Journ@list“ die wachsende Macht sozialer Netzwerke. Für immer mehr Menschen sind Plattformen wie TikTok und X die primäre Nachrichtenquelle. Ihre undurchsichtigen Algorithmen bestimmen, welche Inhalte Reichweite erzielen – eine Entwicklung, die die Gewerkschaft als direkte Gefahr für die Demokratie bewertet.

„Wenn die Politik diese Plattformen nicht reguliert, wird der Journalismus erpressbar“, warnt Christoph Schmitz-Detlefsen, ver.di-Bundesvorstand für Medien. Die wirtschaftliche Abhängigkeit von Tech-Konzernen untergrabe die finanzielle Stabilität und redaktionelle Autonomie der Verlage. Schließlich kontrollieren diese Konzerne den Zugang zum Publikum und schöpfen den Großteil der digitalen Werbeerlöse ab.

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Künstliche Intelligenz: Fluch und Segen zugleich

Die Integration von KI in Redaktionen wird kontrovers diskutiert. Einerseits bietet die Technologie mächtige Werkzeuge: Sie analysiert riesige Datensätze für investigativen Journalismus und automatisiert Routineaufgaben wie Sport- oder Börsenberichte. Das könnte Ressourcen für tiefgehende Recherchen freisetzen.

Andererseits wachsen die Ängste. Droht ein massiver Arbeitsplatzabbau durch Automatisierung? Verlieren KI-generierte Inhalte an Nuancen und Glaubwürdigkeit? Die größten ethischen Herausforderungen sind mangelnde Transparenz der Algorithmen, Datenschutzverletzungen und die Frage der Verantwortung für KI-Produktionen.

Filterblasen und die Krise der Fakten

Generative KI verschärft das Problem der Desinformation. Ihre Fähigkeit, synthetische Medien und personalisierte Inhalte massenhaft zu produzieren, nährt Filterblasen und Echokammern. Nutzer sehen dann nur noch, was ihre bestehenden Überzeugungen bestätigt.

Algorithmen, die auf Engagement optimieren, können polarisierende oder falsche Informationen unbeabsichtigt verstärken. Für faktenbasierten Journalismus wird es immer schwerer, sich Gehör zu verschaffen. Die Branche muss ihr Selbstverständnis und das Verhältnis zum Publikum neu definieren.

Dringender Appell an die Politik

Die Konferenz zeigt deutlich: Die Medienbranche kann diese Herausforderungen nicht allein bewältigen. Es braucht politisches Handeln, um das Machtungleichgewicht zwischen Verlagen und Tech-Giganten auszugleichen.

Gefordert werden klare Regeln für algorithmische Transparenz und eine faire Vergütung, wenn journalistische Inhalte KI-Modelle trainieren oder Newsfeeds füllen. Die deutsche Mediencommunity sucht nach nachhaltigen Geschäftsmodellen in einer von KI und Plattformen dominierten Ökonomie. Die Debatte über modernisierte Mediengesetze und branchenweite KI-Standards hat heute neuen Schwung erhalten.

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