Just Eat startet autonome Lieferroboter in Großbritannien

Just Eat und Starship Technologies starten flächendeckende autonome Lieferungen in Großbritannien. Der Markt reift durch Partnerschaften mit Uber Eats und dem Wachstum von Serve Robotics.

Autonome Lieferroboter erobern die Innenstädte: Vom Experiment zur flächendeckenden Logistik-Lösung. Der Essenslieferdienst Just Eat hat zusammen mit Starship Technologies diese Woche in Sunderland den Startschuss für fahrerlose Zustellungen gegeben. Die Partnerschaft markiert einen Wendepunkt für die „letzte Meile“ in Europa.

Roboter statt Fahrer: Die neue Logistik-Realität

Kunden in der britischen Stadt können in der App jetzt auswählen, ob ihr Essen von einem sechsrädrigen Roboter gebracht werden soll. Die batteriebetriebenen Gefährte von Starship navigieren mit Level-4-Autonomie über Bürgersteige – gesteuert durch KI, Radar und Kameras. Über 2.700 solcher Roboter sind weltweit bereits im Einsatz und haben mehr als neun Millionen Lieferungen absolviert.

Anzeige

Während Lieferroboter durch KI-Steuerung die Logistik revolutionieren, müssen Unternehmen die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen für solche Technologien im Blick behalten. Dieser kostenlose Leitfaden erklärt kompakt die Anforderungen der EU-KI-Verordnung und welche Dokumentationspflichten jetzt für Anbieter und Nutzer gelten. Kostenloses E-Book zur KI-Verordnung herunterladen

„Für eine breite Akzeptanz ist hohe Autonomie entscheidend“, betont Starship. Die Roboter lernen ihre Umgebung und benötigen kaum menschliche Eingriffe. Die Übergabe funktioniert wie bei einem Kurier: Kunden verfolgen die Route per Live-Karte und öffnen bei Ankunft per Smartphone das sichere Fach. Die Expansion auf weitere britische und internationale Städte soll schnell folgen.

Serve Robotics: US-Konkurrent vor Quartalszahlen

Während in Europa die Partnerschaft startet, treibt in den USA der Konkurrent Serve Robotics das Wachstum voran. Das Unternehmen kündigte für den 11. März seine Finanzergebnisse für das vierte Quartal 2025 an. Analysten blicken gespannt auf den Bericht, denn Serve hat seine ehrgeizigen Ziele erreicht: Bis Ende 2025 stellte das Unternehmen über 2.000 Roboter in Metropolen wie Los Angeles und Miami in Dienst.

Serve vollzieht den Wandel vom Pilotprojekt zur skalierten Plattform. Jeder zusätzliche Roboter verbessert die Auslastung der Flotte und die Datengrundlage für die KI. Die dritte Robotergeneration soll die Kosten um 65 Prozent gesenkt haben – bei höherer Geschwindigkeit und Reichweite.

Doch Serve denkt weiter: Im Januar 2026 übernahm das Unternehmen den Hersteller Diligent Robotics, bekannt für Krankenhausroboter namens Moxi. Dieser Schlag diversifiziert das Geschäft und bringt die KI-Plattform auch in Innenräume von Gesundheitseinrichtungen.

Uber Eats als globaler Treiber der Roboter-Logistik

Im Hintergrund agieren globale Giganten als Motoren dieser Entwicklung. Uber Eats ging bereits im November 2025 eine weltweite Partnerschaft mit Starship ein und startete in Leeds. Die Expansion in weitere europäische Länder ist für 2026 geplant, der US-Markteintritt für 2027.

Gleichzeitig baut Uber Eats seine Zusammenarbeit mit Serve Robotics aus. Seit Dezember 2025 rollen deren Roboter auch in Fort Lauderdale, Florida. Für die Plattformen ist die Automatisierung ein Schlüssel zur Senkung der Kosten auf der „letzten Meile“. Roboter übernehmen kurze Strecken – typischerweise innerhalb von drei Kilometern – die für menschliche Fahrer oft unattraktiv sind. So können sich diese auf lukrativere, längere Touren konzentrieren.

Anzeige

Der technologische Wandel durch KI und vernetzte Systeme wie Lieferroboter bringt auch neue Herausforderungen für die IT-Sicherheit und den Datenschutz mit sich. Erfahren Sie in diesem Experten-Report, wie Unternehmen ihre Cyber-Security ohne Budget-Explosion stärken und sich gegen aktuelle Bedrohungen wappnen können. Gratis Cyber-Security-Leitfaden sichern

Skalierung entscheidet über Wirtschaftlichkeit

Die jüngsten Ankündigungen zeigen: Der Markt für Lieferroboter reift. Die Wirtschaftlichkeit hängt maßgeblich von der Skalierung ab. Je größer die Flotte, desto mehr Daten erhält die KI, desto besser wird sie – ein sich selbst verstärkender Effekt. Unternehmen investieren derzeit massiv in Wachstum, nicht in kurzfristige Profitabilität. Starship sicherte sich im Oktober 2025 eine Finanzierungsrunde über 50 Millionen US-Dollar für die Expansion.

Auch Umweltgründe sprechen für die Roboter. Ein Starship-Roboter verbraucht pro Lieferung in etwa so viel Energie wie das Kochen einer Kanne Tee. Kommunalpolitiker in Großbritannien unterstützen die Projekte, weil sie kurze Autofahrten und lokale Emissionen in Innenstädten reduzieren.

Ausblick: Exponentielles Wachstum erwartet

Die Branche steht vor einem exponentiellen Wachstumsschub. Starship Technologies peilt bis 2027 eine Flotte von über 12.000 Robotern an. Serve Robotics‘ Quartalszahlen im März werden erstmals detaillierte Einblicke in die Profitabilität einer großen Roboterflotte liefern.

Mit jeder Verbesserung der KI – etwa für schwieriges Wetter oder volle Fußgängerzonen – wird die Akzeptanz der Roboter-Kuriere steigen. Was als technische Spielerei begann, wird zur unverzichtbaren Säule im globalen Liefernetzwerk. Die autonome Zustellung ist auf dem Weg, zur neuen Normalität in unseren Städten zu werden.