Just Eat startet KI-Sprachassistent als persönlichen Liefer-Concierge

Just Eat führt einen KI-gesteuerten Sprachassistenten ein, der per natürlicher Sprache Bestellungen entgegennimmt und personalisierte Empfehlungen aus einem großen Partnernetzwerk gibt. Die internationale Expansion ist für 2026 geplant.

Just Eat setzt auf künstliche Intelligenz, um das Bestellen von Essen und mehr so einfach wie ein Gespräch zu machen. Der neue KI-Sprachassistent in der App soll die Qual der Wahl beenden und als persönlicher „Liefer-Concierge“ fungieren. Ab sofort können Kunden in Großbritannien per Sprache Mahlzeiten, Lebensmittel und andere Produkte entdecken und bestellen.

Die Einführung markiert einen wichtigen Schritt für konversationale KI im Alltags-E-Commerce. Statt durch tausende Optionen zu scrollen, können Nutzer nun in natürlicher Sprache mit der App interagieren. Das System versteht umgangssprachliche Äußerungen und gibt personalisierte Empfehlungen aus einem Netzwerk von über 100.000 Partnern – von Restaurants bis zu Supermärkten. Der Start in Großbritannien ist der Auftakt für eine internationale Expansion noch 2026.

Vom „Menü-Stress“ zum einfachen Dialog

Die Kernfunktion des Assistenten ist es, Entscheidungen zu erleichtern. Nutzer können ihre Gelüste in eigenen Worten schildern, ob als konkreter Wunsch oder als „assoziativer Gedankenstrom“. Die KI interpretiert die Absicht und schlägt passende Gerichte, Restaurants oder sogar komplette Rezept-Zutatenkörbe vor.

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Ein Schlüsselmerkmal ist das „gemischte Interaktionsmodell“. Nutzer können fließend zwischen Sprachbefehlen und manueller Steuerung per Touch wechseln. Dieser hybride Ansatz soll die App insbesondere für Menschen mit Seh- oder Mobilitätseinschränkungen zugänglicher machen, da der ständige Fokus auf den Bildschirm entfällt. Die Personalisierung geht bis zur Wahl des Akzents, in dem der Assistent spricht.

Die Technologie hinter dem Concierge

Im Kern arbeitet eine ausgefeilte KI, die Konversationen analysiert und Nutzerabsichten bewertet. Das System versteht Dutzende Sprachen und nutzt maschinelles Lernen, das sich kontinuierlich anpasst. Faktoren wie Tageszeit, Standort des Nutzers und saisonale Menüangebote fließen in die Verfeinerung der Empfehlungen ein.

Laut Mert Öztekin, Chief Technology Officer von Just Eat, nutzt das Unternehmen KI, um alltägliche Convenience zu ermöglichen. Die Entwicklung ist Teil eines Branchentrends: Lieferriesen setzen zunehmend auf KI für Wettbewerbsvorteile. Konkurrenten wie Uber Eats arbeiten bereits mit generativer KI, um Menübeschreibungen zu verbessern und Kundenbewertungen zusammenzufassen.

Kampf gegen die „Entscheidungsmüdigkeit“

Hinter dem Launch steht das Problem der „Choice Overload“ – der Überforderung durch zu viele Optionen. Der KI-Concierge soll den Weg von der Inspiration zum Kauf vereinfachen. Der Schritt trifft den Trend zur sprachaktivierten Technologie. Laut der britischen Medienaufsicht Ofcom nutzt ein bedeutender Teil der Haushalte mit Smart Speakern diese bereits für Fragen und Entscheidungshilfen.

Erste Tests scheinen den Ansatz zu bestätigen: Just Eat berichtet von einer deutlich höheren Konversionsrate bei Nutzern des Sprachassistenten während einer Testphase. Konkrete Zahlen wurden nicht genannt. Die Reduzierung des kognitiven Aufwands beim Bestellen führt offenbar zu mehr abgeschlossenen Transaktionen.

Internationale Expansion und Wettbewerb

Nach dem Start in Großbritannien plant Just Eat die internationale Einführung des Sprachassistenten noch 2026. Die Technologie wird dafür für verschiedene Märkte lokalisiert. Das Unternehmen baut so seine KI-Infrastruktur weiter aus, zu der bereits Tools für Partner-Menu-Uploads und Service-Chatbots gehören.

Der Launch signalisiert eine branchenweite Wende hin zum konversationalen Handel. Die Interaktion zwischen Kunde und Plattform wird dynamischer und persönlicher. Da Konkurrenten ihre KI-Entwicklung vorantreiben dürften, wird der Lebensmittel-Liefermarkt zu einem zentralen Innovations-Schauplatz für künstliche Intelligenz. Der Erfolg wird letztlich daran gemessen, ob die Technologie echte Bequemlichkeit liefert und genau vorhersagen kann, was ein hungriger Nutzer zum Abendessen möchte – manchmal sogar, bevor er es selbst weiß.

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