Kaffee-Studie: 31% weniger Herz-Kreislauf-Risiko bei Morgentrinkern

Studien zeigen unterschiedliche Effekte von Kaffee auf Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Herzrisiko. Sehr heiße Getränke können dagegen gefährlich sein.

Die Auswirkungen des täglichen Kaffeekonsums auf die menschliche Kognition und Gesundheit sind regelmäßig Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Aktuelle Forschungsberichte legen nahe, dass moderater Konsum nicht nur die Wachsamkeit steigert, sondern auch spezifische Vorteile für das Gedächtnis und die langfristige Vitalität bieten kann. Dabei spielen sowohl der Zeitpunkt der Aufnahme als auch die Zubereitungsart eine entscheidende Rolle.

Differenzierte Wirkung von Koffein auf die kognitive Leistung

Eine im April 2026 in Nature Communications veröffentlichte Studie untersuchte die Effekte an 62 gesunden Erwachsenen. Die Probanden, die üblicherweise drei bis fünf Tassen Kaffee täglich konsumierten, durchliefen nach einer zweiwöchigen Abstinenzphase eine dreiwöchige Testphase mit koffeinhaltigem oder entkoffeiniertem Kaffee. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass beide Varianten die allgemeine Stimmung verbessern und Stress reduzieren können.

Es zeigten sich jedoch spezifische Unterschiede in der Wirkung: Während koffeinhaltiger Kaffee primär die Aufmerksamkeit steigerte und Einfluss auf Angstsymptome nahm, wirkte sich die entkoffeinierte Variante positiv auf das Gedächtnis und die Schlafqualität aus.

Die Autoren der Studie verwiesen auf Limitationen durch die geringe Stichprobengröße und die ausschließliche Verwendung von Instantkaffee. Als gesundheitlich unbedenklich gilt für Erwachsene eine tägliche Menge von bis zu 400 mg Koffein, was etwa drei bis vier Tassen entspricht.

Ergänzend dazu untersuchten Forscher der Showa Pharmaceutical University in Tokio die Wirkung des reinen Kaffeedufts. Bei einer Gruppe von 20 Erwachsenen senkte die Wahrnehmung des Aromas von frisch gebrühtem Kaffee über einen Zeitraum von fünf Minuten Empfindungen wie Anspannung, Angst, Müdigkeit und Depression. Signifikante Veränderungen der Herzfrequenz oder der allgemeinen Vitalität wurden dabei nicht festgestellt.

Die Bedeutung des Timings für die Lebenserwartung

Untersuchungen weisen darauf hin, dass nicht nur die Menge, sondern auch das Konsummuster entscheidend ist. Eine im Jahr 2025 veröffentlichte Studie der Universitäten Harvard und Tulane mit über 40.000 US-Teilnehmern identifizierte den sogenannten „Morgentyp“ als besonders profitiert.

Personen, die Kaffee ausschließlich am Vormittag trinken, wiesen ein um 16 % geringeres Gesamtsterberisiko auf. Das Risiko für einen Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen lag in dieser Gruppe sogar um 31 % niedriger als bei Nicht-Kaffeetrinkern.

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Kaffee gilt als kalorienarm und reich an Antioxidantien — doch erst das richtige Trinkmuster scheint ihn zum Herzschutz zu machen. In der Harvard/Tulane-Studie mit über 40.000 Teilnehmern wiesen Morgentrinker ein um 31 % geringeres Risiko für einen Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf; wer über den Tag verteilt trank, profitierte nicht. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Timing, Menge und Zubereitung für sich nutzen. Kostenlosen Kaffee-Ratgeber anfordern

Interessanterweise ließen sich diese Vorteile bei Probanden, die über den gesamten Tag verteilt Kaffee konsumierten, nicht nachweisen. Ein beteiligter Kardiologe wertete den morgendlichen Kaffeekonsum daher als wahrscheinlich gesundheitsfördernd. Studienleiter Lu Qi bezeichnete die Untersuchung als erste ihrer Art, die explizit Trinkmuster analysierte.

Inhaltsstoffe und Zubereitung als Einflussfaktoren

Schwarzer Kaffee gilt mit lediglich 2 bis 3 Kilokalorien pro 100 ml als kalorienarm und ist reich an Antioxidantien wie Polyphenolen und Chlorogensäure. Fachleute geben jedoch zu bedenken, dass Zusätze die Bioverfügbarkeit dieser Stoffe verändern können. Milchproteine wie Kasein binden Antioxidantien, während Zucker oder Sirup den Blutzuckerspiegel und die Insulinausschüttung fördern, was das Risiko für eine Insulinresistenz erhöhen kann.

Zudem lauern in Kaffeespezialitäten erhebliche Kalorienmengen. Ein Latte Macchiato mit Vollmilch und Zucker kann bis zu 200 Kalorien enthalten. Alternativ können zwei Tassen Espresso täglich den Kalorienverbrauch um bis zu 100 Kalorien steigern. Pflanzliche Milchalternativen aus Hafer, Mandeln oder Kokos werden als kalorienärmere Optionen empfohlen.

Ganzheitliche Prävention und potenzielle Risiken

Neben dem Kaffeekonsum beeinflussen weitere Faktoren die geistige Gesundheit. Während die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit laut der University of Western Australia bereits ab dem frühen Erwachsenenalter nachlässt, erreichen Wissen und emotionale Kompetenz oft erst zwischen dem 55. und 60. Lebensjahr ihren Höhepunkt.

Zur Senkung des Demenzrisikos empfehlen Experten eine Kombination aus Nichtrauchen, regelmäßiger Bewegung (150 Minuten pro Woche) und einer gesunden Ernährung wie der MIND-Diät. Eine schwedische Kohortenstudie aus dem Jahr 2026 ermittelte zudem, dass jede zusätzliche Stunde geistig aktiven Sitzens pro Tag das Demenzrisiko um 4 % senken kann.

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Ein Latte Macchiato mit Vollmilch und Zucker kann bis zu 200 Kalorien enthalten — fast eine halbe Tafel Schokolade. Wer täglich zur Kaffeespezialität greift, sammelt so unbemerkt Kalorien, während Milchproteine und Sirup die Aufnahme der Antioxidantien im Kaffee verändern. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen die kalorienärmsten Varianten und wie Sie Zusätze klug ersetzen. Kalorien-Check für Ihren Kaffee starten

Vorsicht ist jedoch bei der Temperatur geboten: Eine Untersuchung der Universität Oxford mit Daten von fast einer Million Teilnehmern zeigte, dass die Präferenz für „sehr heiße“ Getränke das relative Risiko für ein Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre um das 3,17-Fache erhöhen kann.

Wer mehr als sechs Tassen sehr heiße Getränke täglich konsumiert, trägt laut der im International Journal of Cancer veröffentlichten Daten ein um 71 % höheres Risiko für diese Krebsart.