Der südkoreanische Technologiekonzern Kakao baut seine internationale Präsenz sowie sein digitales Dienstleistungsangebot deutlich aus. Wie aus aktuellen Unternehmensberichten hervorgeht, startet der Messenger-Dienst KakaoTalk in Nordamerika einen neuen Bereich für regionale Informationen.
Parallel dazu vollzieht das Unternehmen eine strategische Neuausrichtung seiner Aktivitäten im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und verlagert den Fokus von eigenständigen Anwendungen hin zu integrierten Lösungen innerhalb der bestehenden Plattform.
Regionale Dienste und diplomatische Kooperationen in Nordamerika
Für koreanische Nutzer in Nordamerika führt Kakao den sogenannten „Local News“-Tab (지역소식) ein, der als dritter Reiter innerhalb der KakaoTalk-Anwendung implementiert wird.
Dieser Dienst soll gezielt regionale Informationen für die koreanische Gemeinschaft in Metropolen wie Los Angeles und New York bereitstellen. Das Angebot umfasst Details zu lokalen Geschäften, offene Chat-Funktionen sowie offizielle Mitteilungen südkoreanischer Auslandsvertretungen.
Im Zuge dieser Expansion hat Kakao eine Absichtserklärung (MOU) mit dem südkoreanischen Außenministerium unterzeichnet. Ziel dieser Partnerschaft ist es, Sicherheits- und Konsularhinweise direkt über die Plattform an die Nutzer in Nordamerika zu übermitteln. Damit wird die App zunehmend auch als Kanal für behördliche Kommunikation im Ausland genutzt.
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Während Werbemaßnahmen innerhalb von KakaoTalk in Nordamerika bereits seit April 2025 laufen, plant das Unternehmen unter der Leitung von CEO Chung Shin-a den offiziellen Start der KakaoTalk-Werbung in Japan für den 1. Oktober 2026.
Strategiewechsel bei KI-Anwendungen: Ende der Standalone-App Kanana
Zeitgleich mit dem Ausbau der regionalen Dienste ordnet Kakao sein Portfolio im Bereich der Künstlichen Intelligenz neu. Der eigenständige KI-Dienst Kanana, der sowohl als App als auch als PC-Service angeboten wurde, wird zum 15. Oktober 2026 eingestellt. Damit endet der Betrieb rund 17 Monate nach dem Start der Closed Beta im Mai 2025, die ursprünglich mit dem Konzept eines persönlichen „AI Mate“ angetreten war.
Als Gründe für die Einstellung von Kanana werden ein Rückgang der monatlich aktiven Nutzer (MAU) sowie das Verfehlen der Zielvorgaben für die Verweildauer innerhalb der App genannt.
Nutzer haben bis zum 14. Oktober 2026 die Möglichkeit, ihre Daten zu sichern. Dies umfasst Backups von Chatverläufen via PC sowie die Sicherung einzeln generierter Bilder aus dem integrierten AI-Studio. Nach Ablauf dieser Frist folgt die Löschung der Daten gemäß den geltenden gesetzlichen Datenschutzbestimmungen.
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Zukünftig konzentriert sich der Konzern auf die Integration von KI-Funktionen direkt in KakaoTalk. Dieser Prozess begann bereits im März 2026 mit der Implementierung von Kanana-Functions in die Haupt-App. Dienste wie „ChatGPT for Kakao“, „Kakao Tools“ und „PlayMCP“ bleiben weiterhin verfügbar.
Automatisierter Kundensupport und technologische Grundlagen
Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Strategie ist der „Kanana Counseling Manager“, dessen offizielle Version Ende September 2026 an den Start gehen soll. Dieser auf generativer KI basierende Dienst ersetzt die bisherige Beta-Version im Kundensupport für KakaoTalk-Channels. Die Anwendung ist in der Lage, Antworten auf Basis des Gesprächskontexts sowie verknüpfter Informationen aus dem Channel-Home oder den Nachrichten zu generieren.
Das System bietet Funktionen wie eine Antwort-Vorschau und integrierte Chat-Statistiken. Bei komplexen Anfragen sieht das Konzept eine automatische Weiterleitung an menschliche Mitarbeiter vor.
Technologisch stützen sich diese Entwicklungen unter anderem auf das im Mai 2025 vorgestellte multimodale Sprachmodell Kanana-o. Laut technischen Analysen aus dem Dezember 2025 liegt das Modell bei der englischen Sprachleistung zwar leicht unter Wettbewerbern wie GPT-4o oder Gemini 2.5 Pro, weise jedoch bei der koreanischen Spracherkennung und Emotionsanalyse deutliche Vorteile auf.
Zudem befindet sich eine On-Device-Variante unter dem Namen Kanana-2 in der Entwicklung, während spezifische Modelle wie Kanana-v-embedding bereits intern für Werbeanalysen eingesetzt werden.

