Kali Linux 2026.2: Bootzeit in VMs dreimal schneller

Kali Linux 2026.2 und Mageia 10 erscheinen, während Gaming-PCs und Tablets mit Linux das Angebot erweitern.

Gleich mehrere Distributionen, neue Spezial-Hardware und ein bedeutender Kernel-Meilenstein prägen die letzten Junitage 2026.

Kali Linux und Mageia 10: Zwei Schwergewichte aktualisiert

Am 29. Juni 2026 veröffentlichten die Entwickler von Kali Linux die Version 2026.2. Die Sicherheitsdistribution setzt nun auf GNOME 50 und KDE Plasma 6.6 sowie den Linux-Kernel 6.19. Der wichtigste technische Fortschritt: Die Bootzeit in virtuellen Maschinen wurde drastisch verkürzt. Durch die Verkleinerung des initialen RAM-Disks (initrd) von rund 200 auf 60 Megabyte startet das System nun etwa dreimal schneller als zuvor.

Neuinstallationen nutzen künftig das APT deb822-Format. Hinzu kommen neun spezialisierte Werkzeuge, darunter shell-gpt und tailscale. Auch die Mobile-Plattform NetHunter wurde überarbeitet – mit einem „EvilTwin“-Captive-Portal und sofortigem App-Start.

Parallel dazu erschien Mageia 10 – pünktlich zum 15. Geburtstag der Distribution. Überraschend: Die Xfce-Edition unterstützt weiterhin die 32-Bit-x86-Architektur und begnügt sich im Leerlauf mit 633 Megabyte RAM. Als Desktop-Alternative steht KDE Plasma 6.5.5 bereit. Anders als viele moderne Distributionen verzichtet Mageia 10 auf die Standard-Sudo-Konfiguration und setzt stattdessen auf getrennte Root- und Benutzerkonten.

Spezial-Hardware: Gaming-PC und Tablet mit Linux

Der Markt für Linux-native Geräte wächst. MetaPCs brachte am 29. Juni den „Steamroller“ auf den Markt – nach Unternehmensangaben der erste vorkonfigurierte Gaming-PC mit SteamOS 3. Für 1.299 Euro (umgerechnet rund 1.200 Euro) gibt es einen Ryzen 5 9600X, eine RX 7600 und 16 Gigabyte DDR5-5600-RAM. Das System ist vollständig aufrüstbar und kommt mit vorinstalliertem SteamOS 3.

Im mobilen Segment eröffnete Juno Computers die Vorbestellungen für das Juno Tab 4 WiFi. Das 13-Zoll-Tablet mit 2K-IPS-Touchscreen wird vom Intel Core Ultra 5 115U angetrieben. Ab 989 Euro (etwa 920 Euro) können Käufer zwischen Ubuntu 26.04 LTS und einer Debian-basierten Alternative wählen. Ein zweites, 10,5 Zoll großes LTE-Modell mit Intel Core i3-N300 unterstützt Telefonie und SMS.

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CachyOS und Kernel 7.2: Performance im Fokus

Bereits am 28. Juni 2026 veröffentlichte CachyOS sein Juni-Update mit Fokus auf Compiler-Optimierungen. Neu sind Python Profile-Guided Optimization (PGO) und ein GCC-Patch gegen Branch-Misprediction. Die Desktop-Option „Hyprland Noctalia“ steht bereit, und der GNOME System Monitor wurde durch eine dedizierte „Resources“-Anwendung ersetzt.

Am selben Tag kündigte Linus Torvalds den ersten Release Candidate für Linux Kernel 7.2 an. Zu den Highlights zählen die Unterstützung von Intel Panther Lake R und Fixed Rate Link (FRL) für AMDGPU HDMI 2.1. Auf der Softwareseite kommen eine Rust-basierte Zerocopy-Bibliothek und standardmäßig aktivierte Large Folios für das Btrfs-Dateisystem hinzu. Die finale Version wird für Mitte bis Ende August 2026 erwartet.

Werkzeuge und Kompatibilität: Archinstall 4.4 und Wine 11.12

Ebenfalls am 29. Juni erschien Archinstall 4.4 mit einer farbcodierten Installationsvorschau. Rote, gelbe und grüne Indikatoren warnen vor fehlenden Konfigurationen oder Netzwerkproblemen – noch bevor die Installation beginnt.

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Für die Windows-Kompatibilitätsschicht Wine gab es Version 11.12. Sie bündelt FFmpeg-Bibliotheken und Mono 11.2 und behebt 27 Fehler. Davon profitieren vor allem ältere Produktivitätsanwendungen wie Microsoft Office 2007 sowie diverse Spiele.

Valve veröffentlichte am 30. Juni 2026 SteamOS 3.8.12 (stabil) mit Korrekturen für Menü- und Streaming-Fehler. Eine zeitgleiche Beta-Version bringt Raytracing-Verbesserungen durch einen aktualisierten Mesa-Treiber.