Kaltura-Studie: KI-Einsatz im Marketing steckt in der Sackgasse

Eine Studie zeigt, dass 99 Prozent der Marketing-Teams KI nicht in ihre bestehenden Technologie-Stacks integrieren können. Dies blockiert echte Personalisierung und bremst das Wachstum.

Fast alle Marketing-Teams nutzen KI-Tools, doch 99 Prozent scheitern an der entscheidenden Integration. Das zeigt eine neue Studie des Video-Cloud-Anbieters Kaltura. Die fehlende Verknüpfung der Systeme blockiert personalisierte Kundenansprache und kostet Wachstum.

KI-Tools sind da – die Vernetzung fehlt

Die Studie „The Next Era of Marketing: 2026 AI and Video Trends“ befragte über 300 Marketing-Verantwortliche aus Technologie, Gesundheitswesen und Finanzdienstleistungen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Branche hat KI zwar flächendeckend eingeführt, aber nicht in ihre bestehenden Marketing-Technologie-Stacks eingewebt. Es herrscht ein Flickenteppich isolierter Lösungen.

„Die Tools sind da, aber sie sprechen nicht miteinander“, fasst ein Branchenkenner das Problem zusammen. Teams nutzen KI für Einzelaufgaben wie Content-Erstellung oder Datenanalyse. Die gewonnenen Erkenntnisse verpuffen jedoch, weil sie nicht übergreifend genutzt werden können. Die intelligente Automatisierung des gesamten Kundenlebenszyklus bleibt so eine Illusion.

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Das Personalisierungs-Paradoxon

Hier zeigt sich ein eklatanter Widerspruch. Zwar geben 68 Prozent der Befragten an, dass Personalisierung ihr Wachstum stark antreibt. Die Wirklichkeit sieht anders aus: 99 Prozent personalisieren Inhalte lediglich für grobe Zielgruppen oder Segmente. Fast die Hälfte (49 Prozent) reserviert detailliertere Ansprache nur für Top-Kunden.

Individuelle Erlebnisse im großen Stil bietet derzeit niemand an. Der Grund liegt in der mangelnden Integration. Kundendaten sind in verschiedenen Plattformen gefangen – von CRM-Systemen über E-Mail-Tools bis zu Video-Analyse. Ohne eine einheitliche, Echtzeit-Sicht auf Kundenverhalten ist echte 1:1-Kommunikation unmöglich.

Daten-Chaos und Datenschutz bremsen aus

Die größten Hindernisse sind operativer, nicht technischer Natur. Für 62 Prozent der Marketing-Leiter ist fragmentierte Daten das Hauptproblem. KI-Algorithmen hungern, weil sie nicht auf konsistierte Informationen aus allen Quellen zugreifen können.

An zweiter Stelle stehen Compliance-Bedenken (58 Prozent). Je detaillierter die Daten für Personalisierung werden, desto komplexer wird die Einhaltung globaler Datenschutzvorgaben wie der DSGVO. Die Governance über viele isolierte Systeme hinweg wird zur Mammutaufgabe und stoppt Integrationsprojekte oft im Keim.

2026: Jahr der integrierten KI-Strategie

Die Studie markiert eine Zeitenwende. 2026 wird zum Jahr der Integration, prognostizieren Experten. Der Fokus verschiebt sich vom Sammeln immer neuer Tools hin zum Aufbau einer einheitlichen Datenbasis. Diese soll intelligente, automatisierte Systeme überhaupt erst ermöglichen.

Unternehmen müssen ihre Denkweise ändern: KI darf kein Sammelsurium Einzellösungen bleiben, sondern muss zum integrierten Kern der Geschäftsstrategie werden. Das erfordert Investitionen in Technologie, Kompetenzen und neue Arbeitsabläufe. Kalturas eigene Zukäufe, wie die des KI-Avataranbieters eSelf.ai, unterstreichen diesen Trend zu tief verwobenen Lösungen. Nur wer seine Datensilos einreißt, kann das Versprechen skalierbarer Personalisierung endlich einlösen.

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