Kanada baut mit Deutschland souveräne KI-Allianz auf

Kanada und Deutschland gründen eine Sovereign Technology Alliance, um ihre KI-Fähigkeiten zu stärken und strategische Abhängigkeiten zu reduzieren. Die Partnerschaft ist Teil von Kanadas Bestreben, in die erste Liga der KI-Nationen zurückzukehren.

Kanadas neuer KI-Minister Evan Solomon treibt internationale Partnerschaften voran, um die Tech-Souveränität des Landes zu stärken. Ein Abkommen mit Deutschland ist der erste große diplomatische Erfolg.

Der erste KI- und Digitalminister Kanadas, Evan Solomon, ist auf Mission: Seit seiner Ernennung im Mai 2025 sucht er weltweit nach strategischen Partnern und Investoren für den heimischen Technologiesektor. Der jüngste Coup gelang auf der Münchner Sicherheitskonferenz Mitte Februar. Dort unterzeichnete Solomon mit seinem deutschen Amtskollegen Karsten Wildberger eine gemeinsame Absichtserklärung für KI-Zusammenarbeit.

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Die Geburt der Sovereign Technology Alliance

Das Herzstück der neuen Partnerschaft ist die Sovereign Technology Alliance. Diese Initiative zielt darauf ab, die souveränen KI-Fähigkeiten beider Länder zu stärken, in widerstandsfähige digitale Infrastruktur zu investieren und strategische Abhängigkeiten von anderen Nationen zu verringern. Die Allianz baut auf dem bereits im Dezember 2025 geschlossenen Kanada-Deutschland-Digitalbündnis auf.

„Dies ist eine der dringendsten politischen Fragen unserer Zeit“, betonte Minister Solomon zur Bedeutung technologischer Souveränität. Nach dem Erfolg in Deutschland setzte er seine internationale Tour fort, mit Stationen in Saudi-Arabien und Indien, um weitere Investitionen für kanadische Tech-Firmen und Infrastrukturprojekte anzuziehen.

Ein Ministerium für die digitale Zukunft

Die Schaffung eines eigenen KI-Ministeriums unter Premierminister Mark Carney war ein Signal: Kanada will seine Pionierrolle in der KI-Forschung zurückerobern. Das Land ist die Heimat von Turing-Preisträgern wie Yoshua Bengio, doch bei der Kommerzialisierung der Innovationen und dem Schutz geistigen Eigentums hinkte es hinterher.

Das neue Ministerium hat einen breiten Auftrag: Die KI-Adaption in der Wirtschaft beschleunigen, die Effizienz der Regierung mit KI verbessern und eine robuste, souveräne digitale Wirtschaft aufbauen. Seit seinem Amtsantritt hat Solomon eine 28-köpfige Taskforce einberufen, die eine überarbeitete nationale KI-Strategie erarbeitet. Deren Veröffentlichung wird für 2026 erwartet.

Vier Säulen für die heimische KI-Revolution

Minister Solomon hat vier innenpolitische Prioritäten definiert: Skalierung, Nutzung, Vertrauen und Souveränität. Die Regierung will vielversprechende kanadische KI-Firmen gezielt dabei unterstützen, zu globalen Champions heranzuwachsen. Geplant sind Steuergutschriften für kleine und mittlere Unternehmen, die KI einführen, sowie Investitionen in eigene Rechenkapazitäten und große Rechenzentren.

Diese Fokussierung auf digitale Souveränität ist eine direkte Reaktion auf die geopolitischen Tech-Spannungen. Die Allianz mit Deutschland ist ein strategischer Schritt, um eine multipolare Technologiewelt mitzuformen und die Risiken einer Abhängigkeit von wenigen dominanten Playern zu mindern.

Ausblick: Partnerschaft wird vertieft

Die Zusammenarbeit mit Deutschland wird weiter ausgebaut. Im September 2026 wird Deutschland als „Land des Jahres“ auf der „All In“-Konferenz in Montréal geehrt. Die Veranstaltung soll die Zusammenarbeit zwischen Start-ups, Investoren und Branchenführern beider Nationen fördern.

Für Kanada geht es um nicht weniger als die Rückkehr in die erste Liga der KI-Nationen. Die kombinierten internationalen und nationalen Anstrengungen sollen sicherstellen, dass das Land die Zukunft der Künstlichen Intelligenz nicht nur miterlebt, sondern aktiv mitgestaltet.