Kantata Agent Studio: Firmen erstellen KI-Agenten per natürlicher Sprache

Die neue Kantata-Umgebung ermöglicht Fachkräften, spezialisierte KI-Agenten ohne Programmierung nach Unternehmensstandards einzurichten.

Das Softwareunternehmen Kantata hat am 23. September 2026 die Einführung des Agent Studio bekannt gegeben. Dabei handelt es sich um eine konversationelle Umgebung innerhalb der Kantata Expertise Engine, die es Firmen im Bereich Professional Services ermöglicht, ihre Lieferstandards in natürlicher Sprache zu definieren und daraus kontrollierte, spezialisierte KI-Agenten zu erstellen.

Die Lösung setzt auf ein No-Code-Verfahren, bei dem Validierungen bei jedem Bearbeitungsschritt stattfinden und Trigger durch Personen oder spezifische Workflows ausgelöst werden können.

Fokus auf Fachexpertise und kontrollierte Prozesse

Das neue Werkzeug baut auf dem im Juni 2026 gestarteten Expertise Agent auf. CEO Michael Speranza betonte in diesem Zusammenhang, dass nicht die künstliche Intelligenz selbst, sondern die Fachexpertise das entscheidende Differenzierungsmerkmal für Unternehmen darstelle.

CTO Vikas Nehru ergänzte, dass improvisierende Agenten ein geschäftliches Risiko bedeuten könnten, weshalb das Agent Studio auf eine strikte Einhaltung definierter Standards setze.

Anzeige

Unternehmen, die KI-Systeme wie spezialisierte Agenten entwickeln oder einsetzen, müssen seit August 2024 die strengen Vorgaben des EU AI Act beachten. Dieser kostenlose Leitfaden bietet einen kompakten Überblick über alle neuen Anforderungen, Pflichten und Fristen für eine rechtssichere Umsetzung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt

Die Anwendung richtet sich vorwiegend an nicht-technische Nutzer wie Practice Leads oder Delivery Directors. Diese können damit zweckgebundene Agenten erstellen, bereitstellen und verwalten.

Für die Nutzung ist eine Account-Aktivierung durch Kantata sowie die Vergabe entsprechender Berechtigungen erforderlich. Laut Unternehmensangaben ist das Agent Studio bereits bei Kunden im Einsatz, wobei keine Angaben zu Preisen oder einer vollautonomen Funktionsweise gemacht wurden.

Branchenweite Dynamik bei agentischen Systemen

Die Ankündigung von Kantata erfolgt inmitten einer breiten Marktbewegung hin zu agentischen KI-Lösungen. So stellte CGS Immersive mit dem Cicero Orchestrator eine Plattform vor, die Expertenwissen aus verschiedenen Quellen wie Interviews oder Handbüchern erfasst und für das Onboarding oder Training nutzbar macht. In einer spezifischen Konfiguration konnte damit ein Workflow-Update-Prozess von etwa 150 Personentagen auf einen dreitägigen Zyklus verkürzt werden.

Parallel dazu kündigte Driven Tech, Inc. die allgemeine Verfügbarkeit seiner Orchestrierungsumgebung Lasius zum 21. September 2026 an. Das System soll verschiedene KI-Modelle und Unternehmensdaten verbinden, wobei ein Fokus auf Sicherheitskontrollen und menschlichen Freigabeprozessen liegt.

Anzeige

Der Einsatz von KI-Technologien stellt Unternehmen vor neue rechtliche Fragen bezüglich der Dokumentationspflichten und Risikoklassen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Systeme als Hochrisiko gelten und wie Sie die Compliance in Ihrer IT-Abteilung sicherstellen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?

Auch die Agentur Valtech präsentierte auf der Fachmesse DMEXCO in Köln eine Umgebung namens Agent Factory. Eine begleitende Studie von Valtech unter 1.003 Fachkräften ergab, dass 75 % der Organisationen bisher keine durchgängig KI-gestützte Arbeitsweise erreicht haben, obwohl 77 % eine stärkere Rolle der Technologie befürworten.

Prozessoptimierung und Skalierung in der Praxis

Das Unternehmen UiPath präsentierte unterdessen in Las Vegas den UiPath Cartographer. Das Werkzeug erstellt ein Abbild tatsächlicher Prozessausführungen auf Basis von Dokumenten und Befragungen.

UiPath, das inzwischen einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von über 2 Mrd. USD verzeichnet, betreut mehr als 10.000 Kunden. Ein Beispiel für die Skalierung liefert die Bank SMBC, die seit 2017 über 6 Mio. Arbeitsstunden durch Automatisierung eingespart habe.

Auch in spezialisierten Branchen nimmt die Adaption zu. Compass führte bereits im Juli 2026 einen KI-Assistenten für seine 83.000 Immobilienmakler ein, der innerhalb weniger Wochen fast 100.000 Konversationen generierte.

Im juristischen Sektor lancierte rubi einen KI-Mentor für die Ausbildung von Anwälten, der ab Herbst 2026 an der University of Texas School of Law zum Einsatz kommt. Casepoint stellte in Washington spezialisierte Agenten für die rechtliche Dokumentenprüfung vor, die Relevanzbewertungen vornehmen und diese begründen können.

Um den Zugang zu diesen Technologien zu fördern, veranstaltet das Ivy Tech Community College Bloomington in Kooperation mit der Mark Cuban Foundation vom 19. bis 23. Oktober 2026 die Agentic AI Academy. Der Workshop richtet sich gezielt an Erwachsene in handwerklichen Berufen ohne technische Vorkenntnisse, um die Anwendungskompetenz im Bereich der KI-Agenten zu stärken.