Kardi AI in Indien: Tragbares KI-EKG erreicht laut Unternehmen bis zu 40 Prozent

Das tragbare EKG wertet Herzsignale per KI vorab aus; Ärzte behalten Diagnose und klinische Entscheidungen.

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Das Medizintechnikunternehmen Kardi AI weitet seine Präsenz im Bereich der digitalen Kardiologie aus und führt ein neues, verschreibungspflichtiges EKG-System auf dem indischen Markt ein.

Die Technologie kombiniert ein tragbares Gerät mit künstlicher Intelligenz, um die Überwachung von Herzrhythmusstörungen außerhalb klinischer Einrichtungen zu verbessern. Das System, das im Rahmen einer Vorstellung in Hyderabad präsentiert wurde, wird in Indien durch das Partnerunternehmen Eurasia Medical Technologies LLP vertreten.

Das Überwachungssystem besteht aus einem speziellen Brustgurt, der die Herzsignale erfasst und über eine mobile Schnittstelle überträgt. Ein zentrales Element der Lösung ist die integrierte Voranalyse durch künstliche Intelligenz. Diese Software wertet die erfassten Daten vorab aus, um potenzielle Anomalien zu identifizieren.

Trotz des hohen Automatisierungsgrades betont das Unternehmen, dass die endgültige medizinische Diagnose sowie sämtliche klinischen Entscheidungen weiterhin ausschließlich qualifizierten Ärzten vorbehalten bleiben. Die Technologie dient demnach als unterstützendes Instrument zur Früherkennung und Datenaufbereitung.

Signifikante Steigerung der Erkennungsraten

Die Einführung des Systems erfolgt vor dem Hintergrund einer angestrebten Effizienzsteigerung in der kardiologischen Diagnostik. Laut Angaben von Kardi AI erreicht die eingesetzte Technologie Erkennungsraten von bis zu 40 %. Damit hebt sich das System deutlich vom konventionellen Holter-Monitoring ab, das üblicherweise für die Langzeit-EKG-Aufzeichnung genutzt wird. Bei herkömmlichen Verfahren dieser Art liegen die Erkennungsraten laut Unternehmensangaben lediglich in einem Bereich von etwa 2 % bis 5 %.

Der Einsatz von KI-gestützten Wearables soll die Lücke zwischen kurzzeitigen Klinikuntersuchungen und der kontinuierlichen Überwachung im Alltag schließen. Durch die höhere Sensitivität der KI-Analyse versprechen sich Anbieter eine präzisere Erfassung von sporadisch auftretenden Rhythmusstörungen, die bei punktuellen Messungen oft unentdeckt bleiben.

Klinische Forschung intensiviert die Validierung

Die technologische Entwicklung im Bereich der Herzüberwachung wird durch umfangreiche klinische Studien begleitet, die die Wirksamkeit digitaler Diagnosewerkzeuge untersuchen.

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Während konventionelles Holter-Monitoring laut Anbieterangaben nur etwa 2 bis 5 Prozent der Rhythmusstörungen erfasst, melden KI-gestützte Wearable-EKG-Systeme Erkennungsraten von bis zu 40 Prozent. Unser kostenloser Praxis-Leitfaden zeigt Ihnen in 5 Schritten, wie Sie KI-gestütztes Langzeit-EKG in Ihren Praxisalltag integrieren — von der Geräteauswahl bis zur Befundung. Praxis-Leitfaden jetzt anfordern

Bereits im Frühjahr dieses Jahres startete die University of California, San Francisco (UCSF) in Kooperation mit OMRON Healthcare die sogenannte OMRON-AF-Studie. Diese Untersuchung ist als vollständig ferngesteuerte, randomisierte Studie konzipiert und soll bis April 2029 abgeschlossen werden.

Im Fokus dieser Forschung stehen rund 1.900 Patienten im Alter von über 60 Jahren, die unter Hypertonie leiden und spezifische Risikofaktoren für Vorhofflimmern (AFib) aufweisen, ohne dass bisher eine Diagnose vorliegt. Die Teilnehmer werden in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe nutzt ein Blutdruckmessgerät mit integrierter Vorhofflimmern-Erkennung, während die Kontrollgruppe ein konventionelles Gerät verwendet.

Studienablauf und demografische Relevanz

Das Studiendesign sieht vor, dass die Probanden in den ersten sechs Monaten tägliche Messungen durchführen und wöchentliche Umfragen über eine App beantworten.

Sobald im Interventionsarm Anzeichen für ein mögliches Vorhofflimmern auftreten, folgen weiterführende diagnostische Schritte. Diese umfassen eine zweiwöchige kontinuierliche EKG-Aufzeichnung sowie einen spezifischen NT-proBNP-Bluttest zur weiteren Abklärung.

Nach dieser Phase schließt sich eine zwölfmonatige Registerphase an, in der auch die Teilnehmer der Kontrollgruppe Zugang zu Geräten mit AFib-Erkennungsfunktion erhalten.

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Die Notwendigkeit für solche präzisen Früherkennungssysteme ergibt sich aus der hohen Prävalenz von Herzrhythmusstörungen. Daten der UCSF zufolge sind allein in den USA fast 5 % der Bevölkerung von Vorhofflimmern betroffen, was einer Zahl von etwa 10,5 Millionen Erwachsenen entspricht.

Die Kombination aus KI-gestützten Markteinführungen wie jener von Kardi AI und langfristigen klinischen Validierungen markiert einen Trend hin zu einer stärker datenbasierten, präventiven Kardiologie.