Das Open-Source-Projekt KeePassXC hat die Testversion 2.8.0-beta1 für den kommenden Hauptversionszweig freigegeben. Der beliebte quelloffene Passwortmanager führt mit dem Versionssprung fundamentale technische Neuerungen ein, darunter die Migration der Programmoberfläche auf Qt 6, native Auto-Type-Funktionen unter modernen Linux-Desktops sowie Möglichkeiten zur Synchronisation mit externen Werkzeugen. Die Veröffentlichung markiert den ersten größeren Meilenstein seit der Vorgängerversion, die im März erschienen war.
Modernisierter Unterbau und Neuerungen für Linux
Die Umstellung des zugrundeliegenden Toolkits von Qt 5 auf Qt 6 stellt die umfangreichste architekturelle Änderung der neuen Version dar. Damit einher geht eine Anpassung an zeitgemäße Desktop-Umgebungen unter Linux: Auto-Type steht nun nativ auf Systemen mit Wayland zur Verfügung und greift dafür auf die Schnittstellen der XDG Desktop Portals zurück.
Zudem wurde das Verhalten unter Linux verfeinert, indem der Anwendungsstatus nun gemäß den Standards im Verzeichnis XDG_STATE_HOME statt im Zwischenspeicher XDG_CACHE_HOME hinterlegt wird. Verbesserungen an der AppImage-Integration sowie die Behebung eines Timing-Problems bei der automatischen Erkennung des Dunkelmodus beim Programmstart runden die Linux-Anpassungen ab.
Darüber hinaus bringt die Version 2.8.0-beta1 neue Komfortfunktionen über verschiedene Plattformen hinweg mit. Die Entsperrung per Schnellzugriff (Quick Unlock) lässt sich unter macOS per Passwort und unter Linux über Polkit realisieren.
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Nutzer erhalten zudem frei konfigurierbare Tastenkürzel. Erstmals werden zudem native ARM64-Builds für Windows bereitgestellt. Für administrative Zwecke und Entwickler bietet der integrierte SSH-Agent die direkte Erstellung von RSA-, ECDSA- und Ed25519-Schlüsseln.
Erweiterte Datenverwaltung und Sicherheitskorrekturen
Im Bereich der Datenverwaltung ermöglicht die Betaversion nun den Import sowie die Synchronisation entfernter Datenbanken über externe Werkzeuge. Neu ist zudem eine detaillierte Datenbank-Statistik, die Zähler für hinterlegte Passkeys und zeitbasierte Einmalkennwörter (TOTP) enthält.
Der Importer für den Dienst Proton Pass wurde erweitert und unterstützt neben Standardeinträgen nun auch WLAN-Zugangsdaten, SSH-Schlüssel sowie bisher unbekannte Datentypen.
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Parallel zu den funktionellen Erweiterungen schließt die Version mehrere Sicherheitslücken, die alle Versionen des Zweigs 2.7.x und älter betreffen. Die Schweregrade werden als niedrig bis moderat eingestuft, wobei die kryptografischen Kernroutinen laut Projektangaben zu keinem Zeitpunkt kompromittiert waren:
- Ein Use-after-free-Fehler beim Import manipulierte KDB-Dateien (CVE-2026-69150, gemeldet von A. Ramos).
- Ein möglicher Integer-Overflow samt Bereichsüberschreitung beim Lesen (Out-of-bounds-Read) im veralteten KDB-Importer (CVE-PENDING).
- Eine Referenz-Injektion (Entry-Reference-Injection) über die Browser-Erweiterung (CVE-PENDING).
- Schreiboperationen außerhalb der zulässigen Grenzen (Out-of-bounds-Writes) bei der Verschlüsselung via Native Messaging (CVE-PENDING).
- Vorhersehbare Speicherstrukturen beim SSH-Schlüsseltransfer an Pageant unter Windows, die durch zufällig generierte Namen im gemeinsamen Speicher behoben wurden (CVE-PENDING).
Testphase und Verfügbarkeit
Die Installationsdateien der Version 2.8.0-beta1 stehen über das offizielle GitHub-Repository des Projekts zum Download bereit. Für Linux-Systeme wird ein AMD64-AppImage angeboten, parallel dazu existieren Pakete für macOS und Windows. Da es sich um eine frühe Vorabversion handelt, richtet sich die Veröffentlichung vorrangig an Tester. Für produktive Arbeitsumgebungen wird empfohlen, bis zur Fertigstellung der stabilen Version 2.8.0 zu warten.

