Kellanov Pringles: KI-Zwilling senkt Abfall um 13%, Gewinn über 40%

Kellanova investiert Millionen in KI-gestützte Produktion für Pringles in Polen. Ziel: 10 % mehr Qualität und 13 % weniger Abfall bei hoher Rendite.

Der Lebensmittelkonzern Kellanova verstärkt den Einsatz moderner Technologien in seinen Produktionsabläufen. In einem Werk in Polen setzt das Unternehmen nun auf einen KI-gestützten digitalen Zwilling für die Herstellung von Pringles. Für dieses Projekt wurde eine Investitionssumme zwischen 4 und 5 Millionen US-Dollar bereitgestellt. Die technologische Umstellung zielt darauf ab, die Qualität der Produktion um 10 % zu steigern und gleichzeitig das Abfallaufkommen um 13 % zu reduzieren. Angesichts einer erwarteten Kapitalrendite von über 40 % plant der Konzern bereits eine Ausweitung des Modells auf Standorte in Belgien und den USA im Jahr 2027.

Effizienzsteigerung durch digitale Zwillinge und Datenanalyse

Die Einführung des digitalen Zwillings in Polen markiert einen bedeutenden Schritt in der Digitalisierungsstrategie von Kellanova. Das System verarbeitet etwa 200 Datenpunkte pro Millisekunde, um den Fertigungsprozess in Echtzeit zu überwachen und zu optimieren. Durch diese hohe Datendichte können Abweichungen sofort erkannt und korrigiert werden, was die Effizienz der Produktionslinie maßgeblich beeinflusst.

Dieser Trend zur datengestützten Optimierung zeigt sich branchenübergreifend. Während Kellanova auf Simulationen setzt, investierte das Unternehmen Tate kürzlich in 58 Hirebotics-Cobot-Schweißer an Standorten in Arkansas, Virginia und Kentucky. Diese robotergestützten Systeme ermöglichen einen 12-fachen Durchsatz pro Schweißer bei kritischen Strukturbaugruppen. Die Einbindung erfolgt über eine Cloud-Plattform, wobei das Training neuer Mitarbeiter für diese Systeme lediglich 10 bis 20 Minuten in Anspruch nimmt.

Die langfristige Wirkung solcher Automatisierungsvorhaben wird auch durch akademische Untersuchungen gestützt. Eine Studie der Universität UOC, die rund 5.000 spanische Fertigungs-KMU im Zeitraum von 1990 bis 2016 analysierte, kam zu dem Ergebnis, dass die Adoption von Robotern die Produktivität steigert. Dies gelte insbesondere für kleinere und bisher weniger innovative Unternehmen.

Integration von Finanzprozessen und digitalem Workflow-Management

Parallel zur physischen Produktion gewinnt die Automatisierung von administrativen und finanziellen Abläufen an Bedeutung. Plattformen wie Maximor zeigen hier ein deutliches Wachstum; das Unternehmen verzeichnete nach einer Seed-Finanzierungsrunde über 9 Millionen US-Dollar ein 35-faches Umsatzwachstum. Laut Unternehmensangaben laufen 98 % der Transaktionen ohne menschliche Intervention Ende-zu-Ende ab, was repetitive Finanzaufgaben bei Kunden um rund 90 % reduziere.

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Auch im Bereich der Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) schreitet die Vernetzung voran. Die BAUR-Gruppe implementierte für die Marke Quelle eine neue Plattform auf Basis von Microsoft Dynamics 365, bei der über 30 Systeme mit mehr als 110 Schnittstellen verbunden wurden. Ein ähnliches Migrationsprojekt schloss Bike-Discount zum 1. März 2026 ab. In der ersten Woche nach dem Wechsel wurden dort bereits circa 30.000 Bestellungen verarbeitet.

Die Notwendigkeit solcher Effizienzsteigerungen wird durch Marktdaten verdeutlicht. Analysen von Ardent Partners aus dem Jahr 2025 beziffern die durchschnittlichen Kosten pro Rechnung auf 9,84 US-Dollar bei einer Ausnahmerate von 18,4 %. Lösungen zur Prozessoptimierung, wie sie etwa durch die Kooperation von AccountsIQ und Abacum zur Integration von Buchhaltung und Finanzplanung vorangetrieben werden, zielen darauf ab, diese Kosten durch automatisierte Datenflüsse zu senken. AccountsIQ betreut hierfür bereits über 35.000 Nutzer in mehr als 85 Ländern.

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Ergänzend dazu treiben staatliche Stellen die Digitalisierung voran. Die finnische Staatskasse meldete für den Zeitraum 2024-2025 ein Wachstum der Peppol-Transaktionen um 60,6 %. Seit Anfang April 2024 ist zudem der Standard für „Advanced Ordering“ eingeführt, um Fehlerquellen zu minimieren und die Sicherheit im digitalen Geschäftsverkehr zu erhöhen.