Drahtlose Mäuse und mechanische Tastaturen mit Rekord-Pollingraten und integrierten Displays bestimmen die Neuheiten des Sommers. Die Branche treibt den Abschied vom Kabel voran – mit Technik, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schien.
Gaming-Mäuse: Leicht, schnell und extrem reaktionsschnell
Im Rennen um die beste Performance setzen die Hersteller auf 8.000-Hz-Pollingrate und minimales Gewicht. Die ATK Z1V2 Master Edition+ etwa bringt es auf gerade einmal 54 Gramm und eine gemessene Latenz von 0,181 Millisekunden. Der chinesische Hersteller verlangt dafür umgerechnet rund 40 Euro. Möglich macht das der PAW3955-Sensor mit Dual-8K-Unterstützung.
VAXEE steigt ebenfalls in den Highspeed-Markt ein: Die NP-01 Ergo Wireless kostet in Nordamerika 149,99 US-Dollar, bietet einen Core1-Sensor mit bis zu 42.000 DPI und ebenfalls 8.000 Hz Pollingrate. Einziger Wermutstropfen: Die Akkulaufzeit schrumpft bei Höchstleistung von 98 auf nur 23 Stunden.
Andere Hersteller setzen auf ausgefallene Materialien. Die WLmouse Beast G kommt mit einem Gehäuse aus mikrokristallinem Verbundwerkstoff – die Mini-Version wiegt gerade einmal 35 Gramm. Die Attack Shark RS3 Ultra punktet mit einem Chassis aus geschmiedetem Carbon. Allerdings fielen in Tests Software-Probleme bei der DPI-Beleuchtung auf. Dareu wiederum rüstet die AE7 mit dem AIM-3955-PRO-Sensor auf und legt eine magnetische Ladestation mit integriertem 2,4-GHz-Empfänger bei.
Tastaturen: Aluminium, Displays und unendliche Spiegel
Auch bei mechanischen Tastaturen geht der Trend zu hochwertigen Materialien. Keychron bringt am 21. Juli die Z1 Max auf den Markt. Das 75-Prozent-Modell besitzt ein Multifunktionsdisplay und eine „Unendlich-Spiegel“-Lichtleiste. Verbinden lässt es sich per Kabel, 2,4 GHz oder Bluetooth.
Im Luxussegment plant Lofree für August eine Kickstarter-Kampagne zur Hyzen-Hybridtastatur. Die Drei-Modus-Version soll 299 US-Dollar kosten – geboten werden ein CNC-gefrästes Aluminiumgehäuse und 8.000 Hz Pollingrate. Erste Tests bescheinigen dem Gerät hohe Verarbeitungsqualität und eine Akkulaufzeit von bis zu 80 Stunden. Die taktile Rückmeldung fällt allerdings dezent aus.
Razer erweitert derweil die Huntsman V3 TKL 8KHz-Reihe um eine günstigere Variante für 169 US-Dollar. Die Tastatur setzt auf optische Schalter, ein Aluminiumgehäuse und einstellbare Auslösepunkte – gedacht für kompetitives Gaming und schnelles Tippen gleichermaßen.
Ergonomie und Schnäppchen: Der Massenmarkt zieht nach
Doch nicht nur Profis kommen auf ihre Kosten. Epomaker bringt mit der Nex Lite eine Funkmaus für umgerechnet rund 30 Euro auf den Markt. Trotz des niedrigen Preises sind eine magnetische Ladestation, integrierte Displays und eine Schnellfeuertaste an Bord.
Für alle, die unter Handgelenkschmerzen leiden, hat ProtoArc die EM11 Pro entwickelt. Die vertikale Maus mit 58-Grad-Neigung und horizontalem Scrollrad kostet 49,99 US-Dollar, verbindet sich mit bis zu drei Geräten und hält angeblich bis zu 200 Tage durch. Modelle wie die TECKNET Vertical oder die Logitech Lift bewegen sich in einer ähnlichen Preisklasse zwischen 20 und 60 Euro.
Der Markt beobachtet einen klaren Trend: Funkmäuse verdrängen zunehmend die kabelgebundenen Modelle – in allen Segmenten. Bessere Akkus und stabilere Verbindungen machen es möglich. Klassiker wie die Logitech MX Master 4 oder die G304 halten weiterhin hohe Marktanteile. Berufstätige schätzen die aufgeräumten Schreibtische, ohne bei Latenz oder Kompatibilität Abstriche machen zu müssen.

