Im Jahr 2024 registrierte die Polizei in Deutschland 16.129 Fahrzeugdiebstähle – der wirtschaftliche Schaden: rund 312 Millionen Euro. Im Zentrum des Problems stehen Keyless-Go-Systeme, die Kriminelle gezielt ausnutzen.
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Kriminelle Methoden werden professioneller
Herkömmliche Keyless-Systeme sind anfällig für Signalverlängerung. Täter fangen das Funksignal des Schlüssels ab – etwa vor der Haustür – und leiten es verstärkt ans Fahrzeug weiter. Das Auto glaubt, der Besitzer stehe direkt daneben, und gibt die Türen frei. Der ADAC bestätigt: Zahlreiche aktuelle Modelle lassen sich noch immer so überlisten.
Noch perfider ist die CAN-Bus-Injektion. Dabei greifen Diebe direkt auf die interne Datenkommunikation des Fahrzeugs zu. Versierte Täter brauchen weniger als zwei Minuten, um ein Auto auf diesem Weg zu knacken. Europol sieht darin einen klaren Trend: Die Digitalisierung der Fahrzeuge schafft neue Angriffsflächen für organisierte Kriminalität.
UWB-Technologie schützt am besten
Die wirksamste Waffe gegen Signalverlängerung heißt Ultra-Wideband (UWB). Anders als herkömmliche Funktechnik misst UWB die exakte Laufzeit des Signals zwischen Schlüssel und Auto. Da Lichtgeschwindigkeit nicht überlistbar ist, erkennt das System sofort manipulierte Signale. Audi, BMW, Jaguar, Kia und Volkswagen bieten bereits Modelle mit UWB – und schneiden in Tests deutlich besser ab.
Ein weiterer Ansatz: Bewegungssensoren im Schlüssel. Liegt er länger still – zum Beispiel auf der Kommode –, deaktiviert er sein Funksignal komplett. Ohne Signal haben Diebe keine Angriffsfläche.
Auch manuelle Lösungen gibt es: Bei aktuellen Mercedes-Modellen deaktiviert ein Doppelklick auf die Verriegelungstaste die Keyless-Funktion. Toyota und Mazda bieten ähnliche Optionen. Der Haken: Der Fahrer muss jedes Mal aktiv werden.
Mechanische Barrieren als Notlösung
Wer sein älteres Fahrzeug nicht nachrüsten kann oder will, greift zu mechanischen Mitteln. Metallbehälter oder Schutzhüllen schirmen das Funksignal ab. Selbst Alufolie wird in Fachkreisen als Behelfsmaßnahme diskutiert – die Zuverlässigkeit schwankt allerdings.
Klassiker wie Lenkradsperren oder Radkrallen wirken dagegen zuverlässig. Das Modell von Heyner wurde in Tests als Sieger hervorgehoben. Discounter bieten Radkrallen für 13- bis 16-Zoll-Felgen bereits für 39,64 Euro an. Diese Barrieren verhindern zwar keinen digitalen Einbruch – aber sie erschweren das Abfahren erheblich und erhöhen das Entdeckungsrisiko.
Sicherheit wird zur Kombinationsaufgabe
Die Autodiebstähle sind Teil eines größeren Trends. Im Polizeipräsidium Südosthessen stiegen Wohnungseinbrüche 2025 um 18,9 Prozent auf 1.102 Fälle. In Hanau sogar um 38 Prozent. Immerhin: In rund 40 Prozent der Fälle blieb es beim Versuch – ein Zeichen für bessere Sicherungstechnik.
Auch bei E-Scootern zeigt sich das Muster. In der Polizeidirektion Ratzeburg wurden an einem einzigen Tag Anfang Mai fünf Diebstähle gemeldet – vor allem an Schulen. Die Polizei rät zu hochwertigen Schlössern und zum Mitnehmen der Akkus. Die Botschaft: Sicherheit 2026 bedeutet beides – technische Vorsorge und physische Barrieren.
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Smartphones als neue Angriffsfläche
Die Integration von Smartphones als digitale Fahrzeugschlüssel bringt neue Risiken. Mit Android 17, das für Juni erwartet wird, rückt diese Technik weiter in den Fokus. Trojaner wie „CloudZ“, die Schwachstellen in Microsoft Phone Link ausnutzen, oder KI-gestützte Spyware zeigen: Die digitale Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.
Die FIDO Alliance kündigte Ende April neue Standards an, die digitale Schlüssel sicherer machen sollen. Bis solche Verfahren flächendeckend in allen Fahrzeugklassen ankommen, bleibt der Mix aus moderner Funktechnik und mechanischer Sicherung der empfohlene Standard. Die Branche muss zeigen, wie schnell sie die Lücke zwischen Komfort und Schutz schließen kann.

