Die neue Version der 3D-Visualisierungssoftware bringt eine radikale Leistungssteigerung für Mac-Nutzer – und verändert das Preismodell grundlegend.
KeyShot Studio 2026.2 ist da – und die wohl wichtigste Neuerung betrifft alle, die auf Apple-Hardware arbeiten. Seit dem 25. Juni 2026 unterstützt die Software im Beta-Stadium das GPU-Rendering auf Apple Silicon. Konkret bedeutet das: Die Grafikchips der M1- und neueren Prozessoren werden für die Berechnung fotorealistischer Bilder genutzt. Der Hersteller verspricht eine 30- bis 50-fache Leistungssteigerung im Vergleich zur CPU-Berechnung auf dem aktuellen M5-Chip.
Das ist kein kleiner Sprung. Wer bisher minutenlang auf Renderergebnisse wartete, könnte diese künftig in Sekunden sehen. Für Produktdesigner, Architekten und Automobil-Visualisierer eröffnet das völlig neue Arbeitsabläufe.
Cloud-Rendering und neue Preisstruktur
Doch KeyShot 2026.2 kann noch mehr. Mit KeyShot Cloud führt das Unternehmen einen kreditbasierten Cloud-Rendering-Dienst ein. Die Idee: Rechenintensive Aufgaben wandern von der lokalen Workstation in die Cloud, während der Anwender weiterarbeitet. Ein hybrider Ansatz, der besonders für Teams interessant sein dürfte, die schnellere Review-Prozesse und engere Zusammenarbeit benötigen.
Auch das Dateimanagement wurde optimiert. Exporte im glTF- und GLB-Format fallen nun zwei- bis dreimal kleiner aus als in Vorgängerversionen. Technische Neuerungen wie Node Groups, eine Timeline-Scroll-Funktion und spezialisierte Rendering-Werkzeuge runden das Update ab.
Die Preise haben sich ebenfalls geändert. Eine Professional-Lizenz kostet nun 1.299 Euro pro Jahr. Studenten zahlen 95 Euro. Wer Netzwerk-Rendering nutzen möchte, benötigt künftig ein Business-Abonnement – das schlägt mit rund 300 Euro Aufpreis zu Buche.
Apples Chip-Roadmap: M7 rückt näher
Die Hinwendung zu GPU-beschleunigter Software kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Apple selbst seine Chip-Strategie überdenkt. Branchenberichte deuten darauf hin, dass der Konzern die Pro- und Max-Varianten der M6-Generation komplett überspringen will. Stattdessen soll die Entwicklung des M7-Chips beschleunigt werden – eine Markteinführung bereits in der ersten Jahreshälfte 2027 gilt als möglich.
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Ein Basis-M6 mit 200 GB/s Bandbreite wird für Herbst 2026 erwartet. Der darauffolgende M7 soll dann 240 GB/s Speicherbandbreite bieten – ein Plus von 20 Prozent, das vor allem KI-Operationen auf dem Gerät selbst zugutekommen soll. Für High-End-Desktop-Anwender bleibt der M5 Ultra mit 36 CPU- und 80 GPU-Kernen im Rennen. Er soll noch 2026 im Mac Studio debütieren.
Breitere GPU-Unterstützung bei Kreativ-Tools
Auch andere Software-Hersteller ziehen nach. RealityScan 2.2 unterstützt seit dem 24. Juni 2026 vollständig AMD-GPUs, darunter die Radeon RX 7900 XTX. Besonders praktisch: Gemischte GPU-Konfigurationen mit AMD- und NVIDIA-Hardware im selben Rechner sind nun möglich. Die Software bleibt für Studenten und Organisationen mit weniger als einer Million Euro Jahresumsatz kostenlos. Gewerbliche Lizenzen kosten 1.250 Euro pro Jahr.
Gleich mehrere kreative Anwendungen haben am 26. Juni 2026 große Updates erhalten:
- LightWave 3D 2026 bringt rund 30 neue Werkzeuge, darunter das Flow-Fluiddynamiksystem, Cable Maker und MotoRig für Fahrzeug-Rigging. Es ist das sechste große Update seit der Übernahme der Plattform im Jahr 2023.
- Substance 3D Painter 12.1 hat den Baking-Prozess grundlegend überarbeitet. Auto-Rebake und Kantenschutz sind die Highlights. Die Software setzt nun mindestens macOS 13.0 voraus.
- Boris FX Optics 2026.5 führt KI-gestützte Gesichtsmaskierung sowie spezialisierte Machine-Learning-Tools für Rauschunterdrückung und Hochskalierung ein.
CAD-Sektor: BricsCAD setzt auf KI
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Auch im CAD-Bereich tut sich etwas. BricsCAD V26.2 wurde am 25. Juni 2026 veröffentlicht und bringt ein KI-gestütztes Assist-Panel mit. Neu sind zudem Integrationen mit Plattformen wie Autodesk Construction Cloud, Bentley ProjectWise und Siemens Teamcenter.
Die Entwicklungen der vergangenen Tage zeigen einen klaren Trend: Lokale GPU-Beschleunigung und Cloud-basierte Kollaboration wachsen immer enger zusammen. Die Workflows für 3D-Visualisierung und CAD-Konstruktion werden nicht nur schneller – sie verändern sich grundlegend.

