Während immer mehr Angestellte täglich generative KI-Tools nutzen, hinken viele Unternehmen mit ihren Sicherheitsvorkehrungen und Arbeitsabläufen hinterher. Das zeigt der aktuelle Microsoft Work Trend Index 2026, der heute veröffentlicht wurde.
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Die neue Elite der „Frontier Professionals“
Eine wachsende Gruppe von Wissensarbeitern nutzt KI bereits intensiv. In Hongkong sparen 18 Prozent der Angestellten täglich mehr als 30 Minuten durch den Einsatz künstlicher Intelligenz. Noch weiter vorne liegt Malaysia: Dort haben 24 Prozent der Beschäftigten diesen Status erreicht – der globale Durchschnitt liegt bei 16 Prozent.
Doch die Unternehmen selbst bremsen den Fortschritt. Laut der Studie sind organisatorische Faktoren zu 67 Prozent für den KI-Erfolg verantwortlich – mehr als doppelt so viel wie das individuelle Nutzerverhalten. Trotzdem gestalten nur 19 Prozent der Firmen in Hongkong ihre Arbeitsabläufe entsprechend um. Besonders peinlich: Gerade einmal 36 Prozent der Führungskräfte in der Region können erklären, wie generative KI eigentlich funktioniert.
Ungenutzte Potenziale in Microsoft 365
Die Unternehmen investieren in Lizenzen, lassen aber wertvolle Funktionen brachliegen. Branchenbeobachter schätzen, dass die meisten Organisationen weniger als die Hälfte der Möglichkeiten in Microsoft Purview nutzen. Besonders betroffen: Endpunkt-Datenschutz (DLP), Insider-Risikomanagement, Kommunikations-Compliance und adaptiver Schutz. Dabei geht es bei diesen Werkzeugen vor allem um Transparenz und Kontext – nicht um reine Kontrolle.
Neben der technischen Konfiguration müssen Unternehmen auch die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen für den KI-Einsatz rechtssicher dokumentieren, um hohe Bußgelder zu vermeiden. Ein kostenloser Report klärt auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und welche konkreten Maßnahmen Verantwortliche jetzt ergreifen müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur EU-KI-Verordnung herunterladen
Ähnlich sieht es bei Dynamics 365 Business Central aus. Viele Umgebungen stagnieren nach der ersten Einführung, weil kontinuierliche Verbesserung und interne Champions fehlen.
Wer die Systeme dagegen konsequent skaliert, erntet handfeste Erfolge. Centrica, der Mutterkonzern von British Gas, sparte umgerechnet rund 9,2 Millionen Euro durch den Ausbau der Microsoft Power Platform. Mit über 1.100 Apps und 430 internen Entwicklern reduzierte das Unternehmen die Abhängigkeit von Drittanbietern.
Dienstleister springen in die Bresche
Die wachsende Komplexität treibt viele Firmen in die Arme externer Experten. Managed Service Provider (MSPs) bringen spezielle KI-Angebote für kleine und mittlere Unternehmen auf den Markt. Die Readiness-Assessments kosten zwischen 4.600 und 13.800 Euro – und sind offenbar dringend nötig.
Laut Daten von CompTIA sehen 73 Prozent der kleinen Unternehmen KI als entscheidend für ihre Zukunft an. Doch nur 15 Prozent haben eine formelle KI-Richtlinie aufgestellt.
Trainings-Misere: Zu allgemein, zu passiv
Auch interne Schulungen enttäuschen oft. Fachleute kritisieren, dass viele KI-Trainings zu generisch oder zu passiv seien. Erfolgversprechend sei nur, wenn erfahrene Praktiker die Schulungen leiten und sie direkt in die spezifischen Arbeitsabläufe integrieren. Kein Wunder also, dass über 40 Prozent der HR-Verantwortlichen Schwierigkeiten haben, den tatsächlichen Wert ihrer KI-Weiterbildungen zu messen.
Microsoft Scout und neue Sicherheitsfeatures
Microsoft reagiert auf die Lücken. Auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 Anfang Juni stellte der Konzern Microsoft Scout vor – einen „Always-on“-KI-Agenten, der proaktiv Aufgaben in Teams, Outlook und SharePoint übernimmt. Enterprise-Kunden mit E5-Tarif können Scout bereits testen, der allgemeine Release folgt in der zweiten Jahreshälfte 2026.
Parallel schärft Microsoft die Datensicherheit nach. Aktualisierte Purview-Vertraulichkeitsstufen – ausgerollt zwischen Mitte Juni und Ende Juli 2026 – erlauben es, den Zugriff von Copilot auf bestimmte Dateien zu blockieren. Zudem unterstützt Copilot in Outlook nun auch freigegebene und delegierte Postfächer – allerdings nur mit einer speziellen Microsoft-365-Copilot-Lizenz und nicht in der klassischen Outlook-Desktopversion.

