KI-Agent-Sicherheit: 460 Systeme durch Hermes-Exploits kompromittiert

Das Open-Source-Framework Hermes Agent von Nous Research erreicht 214.000 GitHub-Sterne und treibt die Bewertung auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Sicherheitsbedenken begleiten den Erfolg.

Die Entwicklung autonomer Software-Agenten hat mit der Bereitstellung des Hermes-Agent-Frameworks durch Nous Research eine neue Dynamik erreicht. Das System, das im Februar 2026 veröffentlicht wurde, hat sich in den vergangenen Monaten zu einem zentralen Werkzeug für die Automatisierung komplexer Arbeitsabläufe entwickelt. Als Open-Source-Lösung unter MIT-Lizenz bietet Hermes Agent Funktionen wie integrierte Lernschleifen, persistenten Speicher sowie die Fähigkeit, Subagenten zu koordinieren und wiederverwendbare Fähigkeiten zu entwickeln.

Marktdurchdringung und finanzielle Bewertung

Die Resonanz in der Entwicklergemeinschaft ist erheblich. Derzeit verzeichnet das Projekt auf der Plattform GitHub über 214.000 Sterne und fast 40.000 Forks. Diese Popularität spiegelt sich auch in der wirtschaftlichen Bewertung des hinter der Entwicklung stehenden Unternehmens wider. Nous Research, gegründet von Jeffrey Quesnelle, Karan Malhotra, Ryan Teknium und Shivani Mitra, wird aktuell mit 1,5 Milliarden US-Dollar bewertet. In einer Finanzierungsrunde sammelte das Unternehmen 75 Millionen US-Dollar ein, wobei Robot Ventures und USV die Investitionen anführten.

In Leistungsvergleichen von OpenRouter wird Hermes Agent derzeit als bester Agent für Coding- und Produktivitätsaufgaben eingestuft. Ein wesentlicher Faktor für diesen Erfolg ist die Datenbasis: Während Konkurrenzsysteme wie OpenClaw auf rund 4,71 Billionen getrackte Token kommen, greift Hermes auf etwa 26 Billionen Token zu. Für Bestandskunden von OpenClaw wurde zudem ein Migrationspfad implementiert, der einen Wechsel über einen spezifischen Befehl ermöglicht.

Infrastruktur und Leistungssteigerung durch Erweiterungen

Die Bereitstellung des Agenten wird durch Partnerschaften mit Cloud-Anbietern erleichtert. So bietet DigitalOcean eine Applikation zur einfachen Installation an. Die Kosten für den Betrieb variieren je nach Hosting-Modell und den genutzten KI-Modellen, wobei cloud-gehostete Versionen preislich zwischen 20 und 200 US-Dollar pro Monat liegen.

Zusätzliche Leistungssteigerungen werden durch die Integration spezialisierter Plattformen erreicht. Die Open-Source-Speicherplattform MemOS bietet ein lokales Plugin an, das die Fähigkeiten des Agenten durch persistenten Speicher und selbstentwickelnde Funktionen erweitert. In standardisierten Benchmarks führte der Einsatz von MemOS zu einer signifikanten Verbesserung der Ergebnisse. So stieg der Wert im SWE-Bench von 37,18 % auf 52,56 %, während im OmniMath-Test eine Steigerung von 62,00 auf 72,67 verzeichnet wurde. Die Installation erfolgt hierbei über ein automatisiertes Skript, das einen lokalen Viewer unter einer standardisierten IP-Adresse bereitstellt.

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Sicherheitsrisiken durch autonome Fähigkeiten

Die hohe Effizienz und Autonomie des Frameworks birgt jedoch auch Risiken, wie jüngste Vorfälle verdeutlichen. Ein Bedrohungsakteur aus Zhuhai nutzte die Kombination aus dem Modell DeepSeek und dem Hermes-Agent-Framework über den Nachrichtendienst Telegram, um gezielt Schwachstellen in internetfähigen Systemen anzugreifen. Dabei wurden über 460 Systeme kompromittiert, darunter auch Installationen von Citrix NetScaler.

Der Agent agierte bei diesen Angriffen autonom, identifizierte Ziele selbstständig und setzte öffentlich verfügbare Exploits ein. Sicherheitsexperten wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Einsatz solcher mächtigen Werkzeuge zwingend an strenge Berechtigungskonzepte, umfassende Protokollierung und menschliche Kontrollinstanzen gebunden sein muss. Die Sicherung der Trigger-Ebenen, über die solche Agenten aktiv werden, wird als kritischer Faktor für den sicheren Betrieb eingestuft.

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