KI-Agent-Sicherheit: Netskope blockiert riskante Aktionen automatisch

Netskope will gefährliche Eingriffe autonomer KI-Systeme in neun Klassen erfassen und blockieren. Die Funktion soll Ende Q3 2026 starten.

Netskope (NASDAQ: NTSK) hat mit Skylight Agent Action Control eine neue Sicherheitsfunktion angekündigt, die riskante Aktionen von KI-Agenten klassifiziert und vor ihrer Ausführung blockieren kann. Die Lösung ordnet Agenten-Aktionen in neun Kategorien ein und soll damit verhindern, dass autonome Systeme in Unternehmensumgebungen unkontrolliert eingreifen. Skylight Agent Action Control soll Ende des dritten Quartals 2026 verfügbar sein.

Netskope reagiert damit auf ein Problem, das viele Organisationen laut eigenen Angaben derzeit nicht in den Griff bekommen: 91 Prozent der Unternehmen seien nicht in der Lage, riskante Agenten-Aktionen vor deren Ausführung zu stoppen.

Zudem hätten 54 Prozent der Organisationen im vergangenen Jahr einen bestätigten oder vermuteten Sicherheitsvorfall im Zusammenhang mit KI-Agenten gemeldet. Diese Zahlen unterlegen die Dringlichkeit, mit der Sicherheitsanbieter derzeit an Kontrollmechanismen für autonome Systeme arbeiten.

Im Zuge der Ankündigung benennt Netskope zudem sein KI-Sicherheitsportfolio um: Aus Netskope One AI Security wird künftig Netskope Skylight.

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Weitere Anbieter ziehen nach

Die Ankündigung von Netskope reiht sich in eine Serie von Initiativen ein, mit denen Technologieanbieter in den vergangenen Tagen auf wachsende Sicherheitsbedenken rund um KI-Agenten reagiert haben.

Google veröffentlichte über seinen Developers Blog ein Konzept für Runtime-Governance von KI-Agenten, das unter anderem Model Armor zur Filterung von Prompt-Injection- und Jailbreak-Versuchen sowie Semantic Governance Policies zur Prüfung von Absichten mittels Sprachmodellen umfasst.

In einer Demonstration zeigte Google, wie ein Refund-Agent bei einer Bestellung über 149 US-Dollar eine nicht rückerstattbare Software-Lizenzrückzahlung von 120 US-Dollar blockierte, da diese die interne Grenze von 30 US-Dollar überschritt.

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Auch WSO2 brachte seinen Agent Manager, eine Open-Source-Kontrollplane für KI-Agenten unter Apache-2.0-Lizenz, in die allgemeine Verfügbarkeit. Der Anbieter verweist dabei auf eine Prognose von Gartner, wonach Fortune-500-Unternehmen bis 2028 im Durchschnitt über 150.000 Agenten einsetzen werden – während nach eigenen Angaben derzeit nur 13 Prozent der Organisationen über eine passende Governance-Struktur für solche Systeme verfügen. WSO2 kündigte dazu ein Webinar für den 29. September 2026 an.

Cohesity stellte mit Agent Resilience ein Angebot zum Schutz und zur Wiederherstellung von KI-Agenten-Infrastruktur vor, das zunächst Amazon Bedrock AgentCore und Agents unterstützt; Integrationen für Microsoft und Google sind laut Cohesity für die Roadmap vorgesehen, die allgemeine Verfügbarkeit ist für Ende 2026 geplant.

Cohesity verweist darauf, dass 56 Prozent der Organisationen schlecht auf ungewollte Agenten-Aktionen vorbereitet seien und 58 Prozent wenig Vertrauen in ihre Fähigkeit hätten, die Integrität ihrer Systeme nach einem Cyberangriff zu überprüfen.

Ergänzend dazu kündigte Coder Unterstützung für Claude Code innerhalb seiner selbst-gehosteten Ausführungsumgebung Agent Relay an, die regulierten Branchen wie Finanzdienstleistungen den Betrieb von Cloud-Coding-Agenten auf eigener Infrastruktur ermöglichen soll. Dabei übernimmt laut Coder der KI-Anbieter Anthropic Abrechnung und Steuerung der Agenten-Schleife; der Zugang läuft zunächst im Rahmen eines Early-Access-Programms mit ausgewählten Design-Partnern. Agent Relay war bereits zuvor mit Unterstützung für Cursor gestartet.

Das Startup Eve Security sicherte sich unterdessen eine Seed-Erweiterung über 4,5 Millionen US-Dollar unter Führung von Run Ventures, wodurch sich die Gesamtfinanzierung des Unternehmens auf 7,5 Millionen US-Dollar beläuft. Eve Security bewirbt sein Produkt EveGuard, eine Runtime-Sicherheitslösung für KI-Agenten, mit der nach eigenen Angaben über 85 Prozent der richtlinienkonformen Anfragen deterministisch durchgesetzt werden könnten.

Die Häufung solcher Ankündigungen binnen kurzer Zeit verdeutlicht, dass Sicherheitsanbieter branchenweit auf denselben Trend reagieren: KI-Agenten übernehmen zunehmend eigenständig Aufgaben in Unternehmenssystemen, was neue Kontrollmechanismen jenseits klassischer Zugriffsrechte erforderlich macht.