KI-Agenten: Amazon, Google und Meta rüsten Websuche auf

Amazon, Google und Meta erweitern ihre KI-Plattformen um Echtzeit-Webzugriff und autonome Browserfähigkeiten.

Im Zentrum steht die Fähigkeit, eigenständig im Internet zu recherchieren und Webseiten zu durchsuchen. Die Entwicklungen dieser Woche zeigen: Statische Sprachmodelle gehören der Vergangenheit an.

Amazon setzt auf Echtzeit-Recherche

Am 10. Juli führte Amazon Bedrock AgentCore neue Werkzeuge für die Websuche und das Browsen ein. Über einen standardisierten Protokoll-Endpunkt können KI-Agenten nun Live-Informationen abrufen und gezielt Webseiten besuchen – ohne zusätzliche Token zu verbrauchen. Die Daten bleiben dabei in der AWS-Umgebung.

Die neuen Funktionen wie „web_search“ und „web_fetch“ bieten Sitzungsisolierung und Prüfpfade über CloudTrail. Parallel dazu veröffentlichte AWS ein Framework für KI-gestützte SAP-Lösungen. Bereits am 9. Juli hatte das Unternehmen mit „Loom for AWS“ eine Open-Source-Plattform vorgestellt, die Agenten-Lebenszyklen durch automatisierte Kennzeichnung standardisiert.

Google und Meta ziehen nach

Google DeepMind erweiterte am 8. Juli sein Gemini API-Angebot um vier Hauptfunktionen. Dazu gehören Hintergrundausführung, entfernte Serververbindungen und benutzerdefinierte Funktionen. Der eingesetzte MCP-Standard verzeichnet inzwischen über 13.000 aktive Server.

Meta präsentierte am 9. Juli Muse Spark 1.1. Das neue Modell unterstützt ein Kontextfenster von einer Million Token und ist mit MCP kompatibel. Bei Codierungsaufgaben erreicht es einen Wert von 68,3 Punkten – und liegt damit auf Augenhöhe mit Konkurrenten wie OpenAIs GPT 5.5 und Anthropics Claude.

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Neue Werkzeuge für leichte Browser und Suche

Die Infrastruktur für KI-Agenten wird vielfältiger. Am 8. Juli veröffentlichte Brave eine verbesserte Place Search API mit 200 Millionen Orten als kostengünstige Alternative zu etablierten Kartendiensten.

Einen Tag später sorgte das Open-Source-Projekt Ember Browser für Aufsehen. Der leichte Headless-Browser wurde von ehemaligen Mozilla-Entwicklern in Rust programmiert und verbraucht deutlich weniger Speicher als herkömmliche Browser. Innerhalb einer Woche sammelte das Projekt 4.200 Sterne auf GitHub.

Datenqualität als Schlüsselfaktor

GitHub stellte am 1. Juli seine VS Code-Browser-Tools allgemein zur Verfügung. Copilot-Agenten können damit navigieren, klicken und Screenshots erstellen – und das in parallelen Sitzungen.

Cloudflare und OpenAI starteten am 8. Juli eine Forschungspartnerschaft. OpenAI nutzt Cloudflares Netzwerksignale wie Inhaltsaktualität und Seitenänderungen, um die Geschwindigkeit der Inhaltserkennung zu verbessern. Möglich wird dies durch die Trennung des Such-Crawlers vom Trainings-Crawler. Branchenkreisen zufolge steht Google vor einer ähnlichen Frist: Bis zum 15. September 2026 muss der Konzern seine Crawler trennen, um weiterhin Zugang zu bestimmten Echtzeit-Signalen zu erhalten.

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Großprojekte in der Praxis

Die Technologie findet bereits industrielle Anwendung. Warner Bros. Discovery gab am 8. Juli bekannt, dass das Unternehmen KI-gestützte Werbetechnologie auf AWS entwickelt. Das System nutzt Bedrock AgentCore, um lineare und digitale Werbebuchungen zu vereinheitlichen. Die Einführung der einheitlichen Medienplanung ist für das dritte Quartal geplant, das modulare Auftragsmanagement soll bis Ende 2026 folgen.