KI-Agenten-Boom: Poetic erhält 50 Millionen von OpenAI

Mehrere Startups sichern sich hohe Millionenbeträge für autonome KI-Agenten und spezialisierte Plattformen im Unternehmenseinsatz.

Gleich mehrere Anbieter gaben heute Finanzierungsrunden und Produktstarts bekannt – ein klares Zeichen für die rasante Entwicklung dieser Technologie.

Anzeige

Die rasante Entwicklung von KI-Systemen in Unternehmen bringt neue regulatorische Pflichten mit sich, die viele Verantwortliche noch nicht kennen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen. Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act kostenlos herunterladen

Jedify: 24 Millionen für intelligentere KI-Agenten

Das Unternehmen Jedify hat eine Series-A-Finanzierung in Höhe von 24 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Norwest, strategischer Investor ist Snowflake Ventures. Insgesamt hat Jedify damit rund 33 Millionen Euro eingesammelt – nach einer 8,5-Millionen-Euro-Seed-Runde im Jahr 2023.

Die Technologie des Startups ist bemerkenswert: Jedify baut sogenannte Kontext-Graphen für KI-Agenten, die unabhängig vom verwendeten KI-Modell funktionieren. Das System namens „Semantic Fusion“ verknüpft verschiedene Unternehmensdatenquellen – von Datenbanken über SaaS-Plattformen bis hin zu Slack. Das Ergebnis: KI-Agenten verstehen endlich den geschäftlichen Zusammenhang, in dem sie arbeiten sollen.

„Die Plattform liefert den Agenten den Geschäftskontext, der ihnen normalerweise fehlt“, erklärt Jedify-CEO Assaf Henkin. Zu den ersten Kunden zählen Kiteworks und The Weather Company.

Dapple: 30 Millionen für die KI-Cloud der Unternehmen

Ebenfalls heute gab Dapple den Abschluss einer 30-Millionen-Euro-Seed-Runde bekannt. Hinter dem Startup stehen The Raptor Group und Ion Pacific. Dapple liefert eine sogenannte Enterprise OS Cloud – eine Infrastruktur für KI, die speziell auf einzelne Mandanten zugeschnitten ist.

Das Unternehmen meldet bereits Kundenverträge im Wort von über 100 Millionen Euro. Weltweit laufen produktive KI-Workloads auf der Plattform.

Relai: Nachweisbare Lernfortschritte für KI

Relai hat insgesamt 6,9 Millionen Euro eingesammelt. Die Finanzierung teilt sich auf in eine 5,4-Millionen-Euro-Pre-Seed-Runde unter Führung von .406 Ventures und eine 1,5-Millionen-Euro-Vorrunde von Non sibi Ventures und Tedco.

Gründer Soheil Feizi, Professor an der University of Maryland, will mit Relai eine Plattform schaffen, die die Leistung von KI-Agenten nachweisbar macht. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: Im Finanzsektor stiegen die Validierungswerte von 39 auf 80 Prozent, im Gesundheitswesen sogar von 62 auf 96 Prozent. Der öffentliche Start der Plattform ist für den 22. Juni geplant.

Deliverance AI: Souveräne KI für Europa

Aus dem Stealth-Modus ist Deliverance AI mit einer besonderen Nachricht aufgetaucht: Das Unternehmen erzielt bereits 6 Millionen Euro an jährlich wiederkehrenden Umsätzen. Deliverance AI bietet ein Agentic OS für souveräne Unternehmens-KI – also Systeme, die auf eigenen Servern oder in abgeschotteten Umgebungen laufen.

Die Partnerschaft mit HPE und NVIDIA unterstreicht den Anspruch. Ein Kunde konnte seine Kosten laut Unternehmensangaben um fast 75 Prozent senken.

Anzeige

Mit dem Einsatz neuer KI-Technologien steigen auch die Anforderungen an die IT-Sicherheit und den Datenschutz in der modernen Arbeitswelt. Ein kostenloses E-Book verschafft Ihnen jetzt den notwendigen Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen der aktuellen EU-Verordnungen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Branchenspezifische Plattformen im Aufwind

Gleich mehrere Startups haben heute Finanzierungen für spezialisierte KI-Lösungen bekanntgegeben:

F2 sammelte 24 Millionen Euro ein, darunter eine 14-Millionen-Euro-Seed-Runde unter Führung von HighlandX. Das Unternehmen bietet ein Betriebssystem für private Kreditfonds und Banken – Kunden sind unter anderem Bain Capital und Live Oak Bank. Über eine Partnerschaft mit Google Gemini Enterprise launchte F2 zudem seinen KI-Assistenten „Adam AI“.

Capsa AI sicherte sich 18 Millionen Euro in einer Series A. Das Unternehmen baut ein KI-Betriebssystem speziell für private Kapitalgesellschaften und ist SOC-2-Typ-II-zertifiziert.

Rivvun AI, gegründet von ehemaligen Icertis-Mitarbeitern, schloss eine überzeichnete Seed-Runde über 7,55 Millionen Euro ab. Die autonomen Agenten des Startups helfen Pharma-, Banken- und Einzelhandelsunternehmen, Umsätze zurückzuholen, die bei der Abwicklung von Verträgen verloren gehen.

Adobe und Poetic: Giganten und Geheimtipps

Adobe hat die allgemeine Verfügbarkeit seines CX Enterprise Coworker angekündigt. Die KI-Lösung automatisiert Marketingkampagnen und Kundeninteraktionen und arbeitet mit AWS, Anthropic, Google Cloud, Microsoft und OpenAI zusammen. Der Launch kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Adobe für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 6,4 Milliarden Euro meldete – ein Plus von zwölf Prozent. Gleichzeitig gab CEO Shantanu Narayen nach 18 Jahren seinen Rücktritt bekannt.

Das Startup Poetic verließ ebenfalls heute den Stealth-Modus – mit einer 50-Millionen-Euro-Finanzierung durch OpenAI. Details zur Technologie sind rar, aber das Unternehmen will komplexe Unternehmens workflows automatisieren.