KI-Agenten erobern Industrie: Roboter, Chips und Enterprise-Tools

OpenAI, NVIDIA und andere Konzerne präsentieren spezialisierte Hardware und Chips für autonome KI-Agenten und verändern die Branche.

Eine Welle von Produkteinführungen markiert diese Woche einen Wendepunkt in der Künstlichen Intelligenz. Führende Technologiekonzerne bringen spezielle Hardware und Chips für autonome KI-Agenten auf den Markt – und verändern damit die gesamte Branche.

OpenAI betritt den Hardware-Markt

OpenAI hat heute offiziell sein erstes Hardware-Produkt vorgestellt: den Codex Micro. Das Gerät, entwickelt in Zusammenarbeit mit Work Louder, ist ein mechanisches Makro-Pad und eine Tastatur, die speziell für die Interaktion mit dem KI-Coding-Agenten Codex konzipiert wurde. Mit 13 Tasten, einem Joystick, einem Drehregler und RGB-LEDs für Statusmeldungen bietet es direkte Steuerungsmöglichkeiten für KI-gestützte Entwicklungsprozesse. Die Verbindung erfolgt per Bluetooth oder USB-C – kompatibel mit Mac und Windows.

Parallel dazu brachte Genspark am Dienstag seinen AI Workspace 6.0 auf den Markt. Herzstück ist der SecondBrain Note, ein kreditkartendünner KI-Sprachrekorder für umgerechnet rund 175 Euro. Das Gerät synchronisiert sich direkt mit einer persistenten Speicherplattform und erfasst Kontextinformationen für KI-Agenten in Echtzeit. Genspark, zuletzt mit 2,4 Milliarden Euro bewertet und mit 600 Millionen Euro finanziert, meldet bereits 230 Millionen Euro Jahresumsatz im ersten Geschäftsjahr.

NVIDIAs neue Chip-Architektur für Agenten

Um die enormen Rechenanforderungen autonomer Agenten zu bewältigen, präsentierte NVIDIA am Dienstag die Vera-CPU-Architektur. Der Chip setzt auf maximale Single-Thread-Leistung mit 88 Olympus-Kernen und ist speziell für Reinforcement Learning und agentische KI optimiert. Ein neuronaler Sprungvorhersager und ein 10-fach-Decodierungssystem liefern einen IPC-Gewinn von 50 Prozent gegenüber Vorgängergenerationen.

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Die Vera-CPU unterstützt Hochgeschwindigkeits-Datentransfer über eine skalierbare Kohärenzstruktur mit 3,4 TB/s On-Die-Bandbreite und bis zu 1,2 TB/s Speicherbandbreite via SOCAMM2 LPDDR5X. Bereits am Montag gab NVIDIA bekannt, dass sein Agent Toolkit jetzt auf DGX-Station-Desktops verfügbar ist. Diese lokalen Systeme, angetrieben vom GB300-Superchip, liefern bis zu 20 Petaflops FP4-Leistung und 748 GB kohärenten Speicher. Unternehmen können damit große Modelle wie den 550-Milliarden-Parameter Nemotron 3 Ultra lokal betreiben – die Einrichtung dauert rund 30 Minuten.

Roboter und physische KI: Vom Labor in die Praxis

Die Integration von KI in die physische Welt stand im Mittelpunkt der WAIC 2026 in Shanghai. Pudu Robotics präsentierte am Dienstag seine Physical-Agent-Architektur nach dem Prinzip „Ein Gehirn, viele Körper“. Das Unternehmen zeigte den PUDU D7, einen semi-humanoiden Roboter, der 14 kg Nutzlast bewältigt und eine Arbeitshöhe von zwei Metern erreicht.

Ebenfalls am Dienstag startete Applied Intuition die Plattform Dana – speziell für physische KI-Anwendungen in Fahrzeugen und Industrieanlagen. Zu den ersten Kunden zählen Isuzu Motors für autonome Lkw der Stufe 4 und Komatsu für Bergbauausrüstung. Applied Intuition, aktuell mit 14 Milliarden Euro bewertet, verspricht eine 20-fache Beschleunigung der Entwicklungszyklen – von wöchentlichen auf tägliche Bereitstellungen.

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Für die Steuerung direkt auf dem Gerät veröffentlichte NVIDIA am Montag Cosmos 3 Edge. Dieses offene Weltmodell mit vier Milliarden Parametern läuft in Echtzeit auf Jetson-Thor-Hardware und unterstützt humanoide, fahrzeugbasierte und Roboterarm-Körper mit 15 Hz Inferenzgeschwindigkeit.

Sicherheit und Governance für Unternehmens-KI

Mit dem Einzug von Agenten in kritische Infrastrukturen entstehen neue Sicherheitsplattformen. Infrastructure AI brachte am Dienstag Agentic Hub 1.0 auf den Markt – ein Blockchain-basiertes Framework für die Verwaltung persistenter Intelligenz in Städten, Fabriken und Versorgungsnetzen. „Agentic Containers“ am Edge gewährleisten sichere Operationen für Schwarmintelligenz und digitale Zwillinge.

Für Unternehmensworkflows führte OpenAI heute Presence ein. Das Enterprise-Produkt setzt vertrauenswürdige Agenten für Kunden- und interne Workflows per Sprach- und Chat-Schnittstelle ein. Erste Ergebnisse zeigen: 75 Prozent der eingehenden Anfragen werden ohne menschliches Eingreifen gelöst. Zu den Startpartnern gehören BBVA, SoftBank und IAG.

Auch Tencent Cloud rüstet auf: Mit ADP 4.0 bringt der chinesische Konzern am Dienstag eine aktualisierte AgentOps-Plattform mit über 150 Fähigkeiten und 40 Konnektoren. Sie bietet durchgängige Governance für Multi-Modell-Agenten in Unternehmenssystemen.