KI-Agenten erobern Unternehmensoftware: Gartner prognostiziert 40%

Cisco und Prosus präsentieren Systeme zur automatischen KI-Optimierung. Gartner sieht bis 2026 in 40% der Firmen-Apps KI-Agenten.

Mehrere Technologiefirmen haben diese Woche Werkzeuge vorgestellt, die das manuelle Erstellen von KI-Befehlen überflüssig machen sollen. Die Entwicklungen zielen darauf ab, professionelle KI-Anwendungen für Unternehmen aller Größen zugänglicher zu machen.

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Cisco und Prosus setzen auf vollautomatische Systeme

Am Montag veröffentlichte Cisco AI mit FAPO (Fully Automated Prompt Optimization) ein quelloffenes System unter der Apache-2.0-Lizenz. Das Framework optimiert automatisch mehrstufige KI-Pipelines – ohne dass Nutzer selbst Hand anlegen müssen. Die Ergebnisse sind beeindruckend: In 15 von 18 Benchmarks übertraf FAPO bisherige Methoden, mit einer durchschnittlichen Verbesserung von 14,1 Prozentpunkten. Besonders bei strukturellen Änderungen an KI-Pipelines legte das System um 33,8 Prozentpunkte zu. In einem Test zur mehrstufigen Frage-Antwort-Funktion sprang die Genauigkeit von 39,3 auf 70,3 Prozent.

Parallel dazu brachte Prosus am heutigen Dienstag ToqanClaw auf den Markt. Die Plattform erlaubt es fünf Millionen Händlern, Anwendungen, Dashboards und Automatisierungen per natürlicher Sprache zu erstellen. Das System greift auf mehr als 20 verschiedene KI-Modelle zurück und nutzt ein spezielles „Large Commerce Model“, das mit Daten von einer Milliarde Kunden und 500 Millionen täglichen Interaktionen trainiert wurde. Bei internen Tests bei Prosus entstanden bereits 60.000 KI-Agenten und 10.000 Anwendungen – erstellt von Mitarbeitern ohne Programmierkenntnisse.

Speziallösungen für Marketing und Videoproduktion

Mehrere dieser Tage gestartete Tools richten sich gezielt an bestimmte Branchen. Die ROCKITdigital GmbH veröffentlichte am Dienstag Prompt-O-Mat, ein kostenloses Werkzeug für den B2B-Sektor und PR-Agenturen. Das Tool generiert strukturierte KI-Befehle für Plattformen wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews – basierend auf Produkt-, Marken- und Zielgruppendaten über sechs Suchdimensionen hinweg.

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Im Marketingbereich zog TikTok am Montag mit dem Symphony Agent nach. Das Tool ermöglicht es Werbetreibenden, komplette Videokampagnen aus Textbefehlen zu erstellen. Grundlage ist ByteDances Seedance 2.0-Modell. Die Funktionen umfassen Übersetzung und Synchronisation sowie die Integration in die Zoyumi-Plattform.

Für Videobearbeiter hat Ponder AI am Sonntag ein System vorgestellt, das rohes Filmmaterial per Sprachbefehl in Rohschnitte verwandelt. Das Unternehmen verspricht, dass sich eine 48-stündige Bearbeitungsaufgabe auf einen halben Tag verkürzen lässt. Kompatibel ist das Tool mit Premiere Pro, DaVinci Resolve und Final Cut Pro.

KI-Agenten erobern Unternehmenssoftware

Der trend zur autonomen KI erreicht auch die Kommunikations- und Finanzbranche. Zoom Communications kündigte am Montag neue Funktionen für den Zoom Virtual Agent an. Die neue „Agent Architect“-Funktion erzeugt einsatzbereite Sprach- und Digitalagenten aus einfachen Befehlen. Die „Agent Performance Suite“ bietet einen Rahmen zum Testen und Validieren dieser Agenten während ihres gesamten Lebenszyklus.

Im Finanzsektor öffnete Remora am Dienstag seine professionelle Optionsplattform für die Öffentlichkeit und KI-Assistenten. Die Plattform integriert sich über MCP-Server (Model Context Protocol) mit KI-Assistenten und bewertet verschiedene Handelsstrategien für mehr als 500 Aktien.

Markt bewegt sich in Richtung KI-gesteuerter Architekturen

Branchenbeobachter sehen einen grundlegenden Wandel in der Art, wie Nutzer mit Software interagieren. Aktuelle Daten zeigen, dass Modelle wie ChatGPT und Gemini pro Nutzeranfrage zwischen 8 und 12 Hintergrundsuchen durchführen – ein sogenannter „Query Fan-out“.

Die Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass bis Ende 2026 rund 40 Prozent aller Unternehmensanwendungen aufgabenspezifische KI-Agenten enthalten werden. Zum Vergleich: 2025 lag dieser Anteil noch unter fünf Prozent. Unterstützt wird dieser Wandel durch neue Entwicklungsmethoden wie Paulo Teixeiras Prompthen, das auf „Interface-for-AI“ setzt – Software, die für KI-Agenten und nicht für menschliche Klicks konzipiert ist. Nach einer Phase Ende 2025, in der innerhalb von drei Monaten 30 Milliarden Token verarbeitet wurden, liegt die aktuelle Verarbeitungsrate bei etwa 1,5 Milliarden Token pro Tag.