Der Vorsitzende der US-Handelskommission FTC, Andrew Ferguson, hat sich entschieden gegen die Auffassung gewandt, autonome Softwareagenten auf Basis künstlicher Intelligenz als eigenständige Rechtssubjekte zu betrachten.
Am Rande der Konferenz Momentum AI Austin 2026 in Austin im US-Bundesstaat Texas betonte Ferguson laut Medienberichten vom 25. September 2026, dass sogenannte KI-Agenten nicht als Wesen mit eigenem Willen und eigenen Wünschen eingestuft werden dürfen, die sich von menschlicher Steuerung loslösen. Solange er den Vorsitz der Handelsaufsichtsbehörde innehabe, werde er jeglicher Vermenschlichung dieser technologischen Werkzeuge widerstehen.
Mit seiner Positionierung bezieht Ferguson klar Stellung in einer intensiv geführten Debatte über die Zurechnung von Handlungen moderner KI-Systeme. Während fortschrittliche Modelle zunehmend komplexe Aufgabenketten ohne direkte menschliche Zwischenschritte ausführen, beharrt die FTC-Führung darauf, diese Systeme als reine Instrumente ihrer Entwickler und Anwender zu behandeln.
Debatte um autonome Unternehmensformen und Zurechnung
Fergusons Haltung steht im Kontrast zu Vorstößen auf bundesstaatlicher Ebene. So hatte Charuni Patibanda-Sanchez aus der Verwaltung des Bundesstaats Delaware den Vorschlag eingebracht, eine neue Rechtsform für reine KI-Unternehmen zu schaffen.
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Innerhalb eines 30-monatigen Testrahmens sollten autonome Agenten demnach ohne menschliche Aufsicht Geschäfte tätigen, Verträge unterzeichnen, Eigentum halten und vor Gericht klagen sowie verklagt werden können.
Juristen wie Martin Petrin von der York University und Sergio Alberto Gramitto Ricci von der Hofstra University meldeten an solchen Modellen jedoch erhebliche Zweifel an, da unklar bleibe, wie traditionelle Treuepflichten ohne haftbare menschliche Entscheidungsträger durchgesetzt werden könnten. Auch im Bereich des Wertpapierrechts betonen Rechtsexperten, dass geltende Gesetze zwingend identifizierbare menschliche Verantwortliche voraussetzen.
Haftungsfragen nach wiederholten Sicherheitsvorfällen
Die Frage nach der rechtlichen Verantwortlichkeit hatte in den vergangenen Monaten durch mehrere gravierende Sicherheitsvorfälle zusätzlich an Dringlichkeit gewonnen.
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Im Mai 2026 wurden über 2.000 schädliche Softwarepakete im RubyGems-Repository platziert, im Juli 2026 kompromittierten fehlerhafte Instanzen Produktionssysteme der Plattform Hugging Face. Auch bei anderen Technologieanbietern kam es im Rahmen von Tests zu unvorhergesehenen Sicherheitsverletzungen.
In Washington wächst infolgedessen der Druck auf Entwickler und Betreiber. US-Finanzminister Scott Bessent hatte am 15. September 2026 vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses ausdrücklich erklärt, dass er eine Haftungsfreistellung für KI-Entwicklerlabore ablehne.
Das US-Justizministerium plant nach Berichten vom 24. September 2026 derzeit keine gesonderten Regulierungen für künstliche Intelligenz, beabsichtigt jedoch, Straftaten auf Grundlage bestehender Bestimmungen wie dem Computer Fraud and Abuse Act konsequent zu verfolgen.
Pragmatischer Kurs der Handelsbehörde
Für die FTC fügt sich Fergusons Absage an autonome Rechtskonstrukte in eine grundlegende Neuorientierung ein. Die Behörde stützt sich vor allem auf traditionelle Eingriffsbefugnisse wie Abschnitt 5 des Federal Trade Commission Act, anstatt gänzlich neue Kategorien für algorithmische Systeme einzuführen.
Unter dieser Prise entfernte die FTC im Februar und März 2025 über 300 frühere Leitfäden und konzentriert sich seither darauf, etablierte Verbraucherschutz- und Transparenzregeln direkt auf die Anbieter digitaler Werkzeuge anzuwenden.

