In der letzten Juniwoche 2026 haben globale Industrieriesen den Schalter umgelegt: Autonome Künstliche Intelligenz wird nun im großen Stil ausgerollt. Was bis vor Kurzem noch als Experiment galt, wird jetzt zum Standard – von der Wirtschaftsprüfung bis zur Schwerindustrie.
Wirtschaftsprüfung im KI-Zeitalter: EY und Deloitte setzen auf Agenten
Am 24. Juni verkündete EY die flächendeckende Einführung eines Multi-Agenten-KI-Systems auf seiner EY-Canvas-Plattform, betrieben mit Microsoft Azure AI. Das Ziel ist ambitioniert: Bis Ende 2026 sollen 160.000 Prüfungsmandate weltweit mit der neuen Technologie abgewickelt werden. Erste Pilotprojekte zeigen bereits eine Reduzierung der Routineprüfungszeit um 40 Prozent. Mehr als 50.000 Mitarbeiter werden derzeit speziell geschult, um die automatisierten Beleg- und Verifikationsprozesse zu steuern.
Parallel dazu zog Deloitte nach. Das Unternehmen präsentierte sein eigenes vernetztes „Agentic Intelligence Network“ auf der Deloitte-Omnia-Plattform. Für 85.000 Prüfer sollen KI-Agenten künftig Risiken analysieren, spezifische Prüfschritte durchführen und die Einhaltung von Compliance-Vorgaben bewerten. Die Systeme basieren auf einem eigenen Framework, das eine vertrauenswürdige und standardisierte KI-Leistung im gesamten globalen Prüfungsgeschäft sicherstellen soll.
Häfen und Schwerindustrie: Autonome Systeme übernehmen das Ruder
Auch die maritime Logistik macht Tempo. Die AD Ports Group aus den Vereinigten Arabischen Emiraten startete am 24. Juni ihr „Intelligence Headquarters“ (IHQ). Tausende KI-Agenten sollen in 20 verschiedenen Arbeitsbereichen zum Einsatz kommen – von der Optimierung der Schiffsankünfte bis zur Hafensteuerung. Das Projekt ist Teil der UAE AI Strategy 2031 und erstreckt sich auch auf Softwareentwicklung und Personalgewinnung.
Einen Tag zuvor, am 23. Juni, setzte die indische VOC Port Authority mit „PortGPT“ ein Novum: Erstmals führt ein bedeutender indischer Hafen eine unternehmensweite KI-Anwendung ein. Die Behörde meldete zudem beachtliche Umweltfortschritte: In den vergangenen vier Jahren sanken die Netto-CO₂-Emissionen um 45 Prozent, die CO₂-Intensität pro Tonne um 50 Prozent.
In der Schwerindustrie geht SK Telecom neue Wege. Am 25. Juni gab der südkoreanische Konzern bekannt, sein eigenes KI-Modell A.X K1 bei KG Steel und Konex zu pilotieren. Das Modell mit 519 Milliarden Parametern erzielte bei mathematischen Denkaufgaben beachtliche 83,75 Prozent – ein Signal für seine Tauglichkeit bei komplexen industriellen Berechnungen. Die Agenten sollen an Kaltwalzstraßen und in Gießereien eingesetzt werden.
EY prüft ab Juli 160.000 Mandate mit KI-Agenten – und reduziert Routineprüfungen um 40 %. Ist Ihre Abteilung bereit für den Wettbewerb? Der kostenlose KI-Reife-Check zeigt Ihnen in 5 Minuten, wo Sie stehen. KI-Reife-Check anfordern
Cloud-Partnerschaften treiben Handel und Gesundheit voran
Der Einzelhandel setzt auf Massendigitalisierung. Gap Inc. – Mutter von Old Navy und Banana Republic – startete am 22. Juni eine Partnerschaft mit Google Cloud. Ziel ist die Transformation des Marketings mithilfe von Googles Agent Studio und Gemini-Modellen. Der Schritt folgt auf einen Quartalsumsatz von 3,5 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal 2026.
In Europa meldete SAP am 24. Juni einen Meilenstein: Die dänische Salling Group hat die weltweit größte private Cloud-Implementierung von SAP S/4HANA abgeschlossen. Parallel dazu setzt der Einkaufsdienstleister Lemvigh-Müller auf KI-Agenten, die gemeinsam mit NTT DATA Business Solutions entwickelt wurden. Sie automatisieren Lieferantenbestellungen und erkennen Preisabweichungen oder Lieferverzögerungen.
Auch das Gesundheitswesen digitalisiert sich rasant. Infosys und der US-Krankenhausbetreiber Sentara gaben am 24. Juni eine Zusammenarbeit bekannt: In 12 Krankenhäusern soll KI skalieren. Die Infosys-Topaz-Fabric-Plattform optimiert das Pflegemanagement und steigert die Produktivität der 34.000 Sentara-Mitarbeiter.
Altlasten ade: KI modernisiert jahrzehntealten Code
Betrifft Sie das? Während EY und Deloitte auf Multi-Agenten-Systeme setzen, entscheidet sich, wer im Prüfungsmarkt die Nase vorn hat. Mit dem kostenlosen KI-Reife-Check sehen Sie, ob Ihre Prozesse schon zukunftsfähig sind. Reife-Check per E-Mail anfordern
Neben neuen Systemen kommt KI auch bei der Bewältigung von IT-Altlasten zum Einsatz. Siemens und Google Cloud haben eine Lösung entwickelt, um Hunderte Millionen Zeilen Industrie-Code zu modernisieren. Mithilfe eines „Knowledge Fabric“ und großer Sprachmodelle lassen sich Abhängigkeiten analysieren und veraltete Steuerungspanels in moderne Web-Oberflächen überführen – in deutlich kürzerer Zeit als mit herkömmlichen Methoden.
In Südamerika treibt Techint E&C die Digitalisierung von Bergbauprojekten in Argentinien und Chile voran. Das Unternehmen kündigte am 23. Juni an, seine Forschungs- und Entwicklungsausgaben bis 2030 auf 7 Prozent der Nettomarge zu steigern. Schwerpunkte sind autonome Bohrungen und robotergestützte Pipeline-Konstruktion – nach erfolgreichem Abschluss großer Wasserinfrastrukturprojekte für regionale Minenbetriebe.

