KI-Agenten im Netz: Amazon und Banken sperren Meta Muse und andere Systeme

Sicherheitsrisiken und Geschäftsinteressen veranlassen Unternehmen, automatisierte KI-Zugriffe auf Plattformen und Konten einzuschränken.

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Große US-Unternehmen aus Handel, Luftfahrt und dem Finanzsektor wehren sich zunehmend gegen autonome Softwareprogramme im Internet. Konzerne wie Amazon, Yelp, Delta Air Lines, JPMorgan Chase und Charles Schwab blockieren aktiv KI-Agenten wie Meta Muse, xAI Grok, OpenAI Dots und Instinct. Nutzer der betroffenen Dienste berichten über weitreichende Sperren auf führenden Plattformen, da Webseitenbetreiber unerlaubte Zugriffe unterbinden wollen.

Sicherheitsbedenken und Schutz des Geschäftsmodells

Die Gründe für die Abwehrmaßnahmen reichen von Sicherheitsaspekten bis hin zu wirtschaftlichen Erwägungen. Yelp verwehrt automatisiertem Datenverkehr ohne vorherige Vereinbarung den Zutritt und erlaubt KI-Agenten den Zugriff ausschließlich über ein bezahltes Datenlizenz-Programm.

Für die Plattform steht viel auf dem Spiel: Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Werbeumsatz von 1,391 Milliarden US-Dollar, was etwa 95 Prozent des Gesamtumsatzes von 1,465 Milliarden US-Dollar ausmachte, während sonstige Erlöse bei 73,7 Millionen US-Dollar lagen.

Auch die Fluggesellschaft Delta Air Lines unterhält keine Partnerschaften oder Schnittstellen für Buchungen durch externe KI-Agenten. Managerin Heena Chavda begründete diese Haltung mit Anforderungen an die Sicherheit und das Kundenerlebnis.

Banken fürchten Abflüsse und unbefugte Logins

Besonders strikt agieren Finanzinstitute. JPMorgan Chase blockiert externen KI-Agenten die Anmeldung sowie Transaktionen auf Kundenkonten. Konzernchef Jamie Dimon stufte den Zugriff für externe Agenten in einer Konferenz zu den Geschäftszahlen als zu riskant ein.

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Charles Schwab sperrt nicht autorisierte Agenten wie Meta Muse ebenfalls für Finanztransaktionen. Das Institut ermöglicht lediglich einen lesenden Saldozugriff über freigegebene Kanäle sowie über den hauseigenen Assistenten Charley. Sowohl JPMorgan Chase als auch Charles Schwab begründen die Kontosperren mit Sicherheitsüberlegungen.

Neben JPMorgan und Charles Schwab blockieren laut Medienberichten auch die Citigroup und die Bank of America externe KI-Systeme. Neben Sicherheitsfragen spiele die Sorge eine Rolle, dass automatisierte Agenten Kundengelder rasch abziehen könnten, um sie andernorts zu profitableren Konditionen anzulegen.

Eskalation im Online-Handel

Im E-Commerce hatte Amazon Meta Muse bereits in der Nacht des 20. September 2026 blockiert – zwölf Tage nach dessen Veröffentlichung am 8. September 2026. Der Online-Händler warf dem Dienst verdeckte Anmeldungen sowie fehlende Kennzeichnungen als Bot vor und forderte Meta zum Rückzug auf.

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Amazon nannte mangelnde Zustimmung und Vorbehalte hinsichtlich Authentifizierung und Anmeldedaten als Gründe. Meta hielt dagegen, Muse habe keinen Einblick in Passwörter oder Zahlungsinformationen. Bereits im August hatte ein US-Berufungsgericht ein früheres Verbot gegen den Einkaufsagenten Comet von Perplexity aufgehoben, woraufhin Amazon im September eine überarbeitete Klage einreichte.

Meta argumentierte grundsätzlich, die Abweisung eines persönlichen Agenten bedeute die Abweisung der dahinterstehenden Kundschaft. Zwar schloss der Konzern Partnerschaften für Muse mit Händlern wie Gap, Sephora und Best Buy, doch meldeten Kunden selbst bei Kooperationspartnern wie Walmart teils Probleme beim Bezahlvorgang.

Die Konfrontation fällt in eine Phase rasanten Wachstums: Meta Muse erzielte laut Marktforschern 1,8 Millionen Downloads in Nordamerika innerhalb der ersten zwölf Tage. Die Sicherheitsfirma Cheq verzeichnete binnen 45 Tagen nach dem Launch des Dienstes einen hundertfachen Anstieg des KI-gestützten Einkaufsverkehrs.

Gleichzeitig zeigt eine NMI-Umfrage, dass die Technologie bei Verbrauchern noch auf Skepsis stößt: Lediglich 3 Prozent der befragten US-Erwachsenen gaben an, Einkäufe KI-Agenten anzuvertrauen.