KI-Agenten im Team: Block startet Buzz-Konkurrenz zu Slack und Teams

Tech-Giganten investieren Milliarden in KI-Arbeitsplattformen. Block, Monday.com und ServiceNow treiben den Wandel mit neuen Produkten und Strategien voran.

Die Cloud-Branche erlebt einen radikalen Wandel: Künstliche Intelligenz wird zum festen Bestandteil professioneller Arbeitsabläufe. Innerhalb weniger Tage kündigten mehrere Tech-Giganten milliardenschwere Investitionen und strategische Neuausrichtungen an. Das Ziel: traditionelle Softwarepakete durch KI-gesteuerte Arbeitsumgebungen ersetzen.

Block launcht offene Konkurrenz zu Slack und Teams

Am 21. Juli 2026 präsentierte das Technologieunternehmen Block mit Buzz eine neue Open-Source-Kollaborationsplattform. Die Besonderheit: Die auf dem dezentralen Nostr-Protokoll basierende Software behandelt KI-Agenten als feste Teammitglieder mit eigenen kryptografischen Identitäten und Berechtigungen. Modelle wie Claude Code und OpenAI Codex können eigenständig an Diskussionen teilnehmen, Code verwalten und mehrstufige Aufgaben ausführen.

Monday.com setzt radikal auf KI

Nur einen Tag später folgte die nächste Ankündigung: Monday.com trennt sich von 630 Mitarbeitern – rund 20 Prozent der Belegschaft. Die Führungsebene betont, es handle sich nicht um eine Sparmaßnahme, sondern um eine strategische Neuausrichtung auf eine KI-basierte Arbeitsplattform. Die Restrukturierungskosten von geschätzt 45 bis 55 Millionen Euro sollen sich durch das erwartete Umsatzwachstum von 19 bis 20 Prozent im Geschäftsjahr 2026 schnell amortisieren.

Microsoft und Google liefern sich Wettlauf um Unternehmen

Der Platzhirsch Microsoft investiert über 80 Milliarden Euro in Project Meridian – eine Initiative für autonome KI-Agenten. Mehr als 200 Organisationen aus den Bereichen Banken, Verteidigung und Gesundheitswesen testen die Technologie bereits für komplexe Unternehmensabläufe.

Google kontert mit einem Groß-Update seiner Workspace-Suite: Gemini AI wird direkt in Docs, Gmail, Sheets und Slides integriert. Nutzer können per Texteingabe Entwürfe erstellen, E-Mails zusammenfassen oder Formeln generieren lassen. Spezielle Module für Einzelhandel, Finanzdienstleistungen und Gesundheitswesen runden das Angebot ab.

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Trello und OpenAI ziehen nach

Auch kleinere Plattformen rüsten auf: Trello integriert das Model Context Protocol (MCP) und ermöglicht seinen 100 Millionen Nutzern die Steuerung von Boards per natürlicher Sprache über Assistenten wie Claude, ChatGPT und Gemini. OpenAI vermeldet derweil zehn Millionen Nutzer für seine Agent-Tools ChatGPT Work und Codex. Seit dem 23. Juli 2026 bietet das Unternehmen zudem Voll-Duplex-Sprachsteuerung für Desktop-Anwendungen – freihändiges Programmieren und Debuggen wird damit Realität.

Marktanalyse: Unternehmen setzen auf mehrere KI-Plattformen

Eine Studie von Okta, die den Zeitraum von Juni 2022 bis Juni 2026 abdeckt, zeigt klare Trends: Microsoft 365 hat zwar die größte Installationsbasis, doch Anthropic ist das am schnellsten wachsende Enterprise-KI-Tool mit einem Wachstumsindex von 100. OpenAI folgt mit 66,9, Google Workspace mit 59,8. 57 Prozent der Unternehmen nutzen inzwischen mindestens zwei verschiedene KI-Plattformen parallel.

ServiceNow: KI-Geschäft über eine Milliarde Euro

Die Quartalszahlen des zweiten Quartals 2026 untermauern die Rentabilität des Sektors: ServiceNow erzielte einen Umsatz von 3,99 Milliarden Euro – ein Plus von 24 Prozent im Jahresvergleich. Allein die KI-bezogenen Einnahmen übersteigen eine Milliarde Euro im Jahresvertragswert. Mit einer Beteiligung von fünf Prozent an der indischen Bankensoftware-Schmiede BusinessNext für 40 Millionen Euro will das Unternehmen zudem seine Position im globalen Finanzdienstleistungssektor ausbauen.

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Open Source und Schwellenländer als Wachstumstreiber

Auch die Open-Source-Bewegung reagiert: Collabora Online veröffentlichte im Juli 2026 Version 26.04 – zum zehnten Jubiläum und bei über 115 Millionen Downloads. Die neue Version bietet optional KI-Assistenz unter voller Kontrolle der Kunden und erfüllt Barrierefreiheitsstandards wie BITV 2.0.

In Schwellenländern boomen Cloud-Dienste ebenfalls: Zoho verzeichnete in Kenia einen Umsatzsprung von 55 Prozent, getrieben durch kleine und mittlere Unternehmen. Auf der Zoholics Kenya 2026 kündigte das Unternehmen eine Partnerschaft mit der kenianischen Industrie- und Handelskammer an, um Mitgliedern Gutscheine für digitale Werkzeuge bereitzustellen.

Branchenbeobachter sind sich einig: Die Integration von KI ist längst kein optionales Feature mehr, sondern der zentrale Wachstumstreiber für Cloud-Bürodienste – ein Trend, der bis zum Ende des Jahrzehnts anhalten dürfte.