KI-Agenten: Instinct und Meta Muse führen Telefonanrufe ein

Instinct und Meta Muse können nun US-Telefonate führen. Während Instinct Kapital sucht, wächst bei Meta Muse die Nutzung trotz Einschränkungen.

KI-Assistenten haben lange auf Text- und Bildschirminteraktionen gesetzt. Nun vollziehen zwei prominente Anbieter, das Start-up Instinct aus San Francisco und Metas Agent Muse, einen Wandel: Beide Systeme erhalten die Fähigkeit, eigenständig Telefonanrufe zu tätigen. Damit sollen Aufgaben erledigt werden, die sich nicht per App oder Website lösen lassen.

Was die neuen Anruffunktionen können

Instinct bringt die Funktion unter dem Namen „Instinct Concierge“ zunächst im Early Access, eine spätere Ausweitung auf alle Nutzer ist vorgesehen. Der Agent soll etwa Restaurantreservierungen vornehmen, wenn keine Online-Buchung möglich ist, sich auf Wartelisten bei Ärzten setzen lassen oder Kabelrechnungen klären.

Meta Muse wiederum kann US-Unternehmen anrufen – zunächst nur, wenn Nutzer explizit danach fragen. Laut einem Bericht von ua.news können beide Agenten inzwischen Telefonanrufe innerhalb der USA tätigen, wobei Meta Muse erst kurz zuvor gestartet worden war.

Ein Bericht von whalesbook.com ordnet die Entwicklung breiter ein: Automatisierte Sprachanrufe durch KI-Agenten sollen künftig auch Terminvereinbarungen und Rechnungsstreitigkeiten übernehmen.

Wachstum und Kapital bei Instinct

Instinct wurde im vergangenen Jahr von Noah Shinn, zuvor bei Sierra tätig, gegründet und ermöglichte Nutzern zunächst, Aufgaben wie Shopping, Reisebuchungen und Abo-Kündigungen per Text zu erledigen.

Ende August 2026 schloss das Unternehmen laut Berichten von TechCrunch und dem Wall Street Journal eine Series-B-Runde über 250 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 2,5 Milliarden US-Dollar ab, womit sich die Gesamtfinanzierung auf 350 Millionen US-Dollar summierte. Investoren waren unter anderem Index Ventures und Benchmark.

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Laut einem Bericht von The Information vom 15. September 2026 verhandelt die Muttergesellschaft Spear Street Technology inzwischen über eine neue Finanzierungsrunde von 1 Milliarde US-Dollar bei einer Bewertung von 10 Milliarden US-Dollar; Sequoia Capital und Benchmark sollen laut einem weiteren Bericht über die Führung dieser Runde verhandeln, Konditionen seien noch nicht final.

Die Nutzerbasis des Invite-only-Dienstes liegt laut pymnts.com bei über 100.000 Personen. CEO Noah Shinn plane keine direkten Nutzergebühren und ziehe stattdessen Werbung als mögliche Erlösquelle in Betracht.

Metas Muse: schneller Start mit Einschränkungen

Meta stellte Muse am 8. September 2026 vor und bewirbt den Dienst als persönlichen KI-Agenten für mehrstufige Online-Aufgaben wie E-Mail-Verwaltung, Kalenderpflege, Einkäufe und Reiseplanung. Für Zahlungen oder den Versand von E-Mails ist stets eine Bestätigung durch den Nutzer nötig. Der Dienst ist bislang ausschließlich in den USA verfügbar, für iOS, Android und Web.

Die Basisversion ist kostenlos, laut Reuters existieren zudem kostenpflichtige Stufen für 20 und 100 US-Dollar pro Monat. Laut TechCrunch verzeichnete Muse in den ersten fünf Tagen nach dem Launch 730.000 Downloads in den USA, gegenüber 707.000 bei Meta AI im gleichen Zeitraum nach dessen Start.

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Sensor Tower ermittelte zudem über 83.000 iPhone-Downloads in den USA, womit Muse zeitweise Platz 2 im App Store erreichte. Für den Betrieb nutzt der Agent das Modell Muse Spark und wickelt Zahlungen über eine Einmalkarte via Stripe Link ab.

Meta bewirbt Muse als „World’s First Personal AI Agent Built for Everyone“ und weist darauf hin, dass der Dienst für seine Funktionen Zugriff auf E-Mails, Amazon-Konten, Kalender, Kontakte, Cloud-Speicher, Bankkonten, Kreditkarten und soziale Medien benötigt.

Risiken und erste Gegenreaktionen

Mit den neuen Anruffunktionen wachsen laut whalesbook.com auch die Risiken: Regulatorische Fragen zu Spam, Betrug und Datenschutz stehen ebenso im Raum wie die Möglichkeit von KI-Fehlern und Halluzinationen während automatisierter Telefonate.

Erste praktische Konsequenzen zeigen sich bereits im Alltag: Die Reservierungsplattform Resy geht inzwischen dazu über, Nutzer zu sperren, die Bots für automatisierte Reservierungen einsetzen.

Der Vorfall verdeutlicht, dass sich Drittanbieter-Plattformen erst noch auf den Umgang mit autonom agierenden KI-Assistenten einstellen müssen – eine Herausforderung, die mit der Ausweitung von Sprachfunktionen auf beiden Seiten weiter zunehmen dürfte.

Mehr zum Thema bei TechCrunch: „Rival AI agents, Instinct and Meta’s Muse, both add the ability to make calls“