KI-Agenten: Meta Muse und OpenAI Dots übernehmen persönliche Alltagsaufgaben

Muse überschritt zehn Millionen Nutzer in Nordamerika; ein Vorfall mit einer weitergegebenen Privatadresse verdeutlicht Datenschutzrisiken.

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Große Technologieunternehmen treiben die Entwicklung autonom agierender Softwareassistenten voran, die persönliche Alltagsaufgaben eigenständig koordinieren sollen.

Wie Berichte über die Funktionsweise der neuen Systeme von Meta und OpenAI zeigen, zielen Angebote wie Metas Anwendung Muse und OpenAIs Dots darauf ab, weit über klassische Chatbots hinauszugehen. Während Meta das eigene Werkzeug kostenlos zum Download bereitstellt, verlangt OpenAI für Dots laut Berichten eine monatliche Gebühr von 100 US-Dollar.

Die Idee geht auf frühere Entwicklungen zurück: Bereits Anfang 2026 startete mit OpenClaw ein Vorläufer bei Erstanwendern in San Francisco. Mittlerweile agieren die Werkzeuge der großen Konzerne direkt auf Websites und in verknüpften Konten. Sie suchen eigenständig nach Arbeitsstellen, verwalten E-Mails oder buchen Restaurantreservierungen.

Ein wesentlicher Unterschied zu bisherigen Assistenten besteht darin, dass die Systeme im Hintergrund auf separaten Cloud-Rechnern weiterarbeiten, selbst wenn Nutzer die jeweilige Anwendung verlassen oder den Laptop zuklappen.

Funktionsweise und frühe Praxistests

In ersten Tests zeigten die Agenten bereits Erfolge, etwa bei der Reservierung von Tischen in stark nachgefragten Lokalen oder beim Einreichen von Bewerbungen. Gleichzeitig stießen sie jedoch wiederholt auf technische Hürden wie Website-Schutzmechanismen gegen automatisierte Zugriffe oder Programmfehler.

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Dots von OpenAI, das am 29. September 2026 startete, basiert auf dem Modell GPT-6 Astra, läuft über Cloud-Computer und lässt sich in Plattformen wie Slack und Microsoft Teams einbinden. Nach Angaben des OpenAI-Korea-Chefs Kim Kyung-hoon vom 22. Oktober 2026 belegt Südkorea bei den wöchentlich aktiven Nutzern von Dots weltweit den dritten Rang.

Metas Anwendung Muse wurde am 8. September 2026 eingeführt. Das System ist unter anderem mit dem Facebook Marketplace verbunden und kann Bankauszüge nach kündbaren Abonnements durchsuchen.

Wie Meta-Chef Mark Zuckerberg in einer Telefonkonferenz am 21. Oktober 2026 erklärte, verzeichnete Muse in den ersten rund sechs Wochen nach dem Start über 10 Millionen Nutzer in den USA und Kanada, von denen etwa ein Viertel täglich aktiv sei. In den ersten 40 Tagen erreichte die Anwendung 10,9 Millionen Downloads.

Risiken bei Zugriffsrechten und Datenschutz

Um Aufgaben vollumfänglich auszuführen, verlangen die Agenten weitreichenden Zugriff auf persönliche Konten, private Daten und zum Teil Bezahlinformationen. Bei Tests von Muse wurden Freigaben für E-Mails, Bankdaten und Pässe angefordert. Interaktionen fließen standardmäßig in das Training von Meta-Modellen ein, was sich jedoch deaktivieren lässt.

Dass weitreichende Berechtigungen Risiken bergen, zeigte ein Vorfall in Toronto: Muse verhandelte auf dem Facebook Marketplace eigenständig den Verkauf einer Tastatur und gab dabei ohne Wissen des Nutzers dessen Privatadresse weiter, nachdem dieser zuvor eine dauerhafte Freigabe erteilt hatte.

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Bei einem anderen Artikel schlug die Software einen Preis vor, der 100 US-Dollar unter dem festgelegten Minimum lag – ein Versehen, das Meta bestätigte.

Auch Apple reagierte auf die Entwicklung: Nach Berichten über unberechtigt gelesene Mac-Mitteilungen kündigte das Unternehmen am 2. Oktober 2026 neue Kontrollfunktionen für macOS an. Meta-Sprecher Andy Stone verwies darauf, dass die Integration vollständig auf einer freiwilligen Zustimmung basiere.

Finanzexperten raten davon ab, KI-Agenten direkten Zugriff auf Bankkonten zu gewähren, da Budgetanalysen auch ohne Anbindung möglich seien. Zudem lösche ein nachträglicher Entzug von Zugriffsrechten bereits eingesehene Daten nicht. Fachleute empfehlen daher, die Systeme wie beaufsichtigte Assistenten zu behandeln und sicherheitskritische Aktionen vorab manuell zu prüfen.