OpenAI, Microsoft, Zoom, Snowflake und Cisco präsentierten Plattformen, die weit über einfache Chat-Funktionen hinausgehen. Im Fokus stehen persistente, aufgabenorientierte Assistenten, die Arbeitsabläufe eigenständig steuern können.
Warum so viele Deutsche ChatGPT nutzen – aber kaum einer weiß, wie man es richtig anwendet: Ein kostenloser Ratgeber zeigt, wie Sie die KI im Berufsalltag sofort gewinnbringend einsetzen können. Kostenlosen PDF-Report mit Praxis-Tipps jetzt herunterladen
OpenAI macht Codex zum Büroallrounder
OpenAI hat sein Codex-System grundlegend erweitert. Das Tool wandelt sich vom Entwickler-Werkzeug zur umfassenden Unternehmensplattform. Sechs neue, rollenspezische Erweiterungen decken Bereiche wie Vertrieb, Produktdesign, Datenanalyse und Investmentbanking ab. Insgesamt integriert Codex nun 62 Geschäftsanwendungen und 110 spezialisierte Fähigkeiten.
Die Neuerungen umfassen zudem „Sites“ – gehostete Webanwendungen – sowie „Annotations“ für die direkte Bearbeitung von Inhalten. Aktuell nutzen fünf Millionen Menschen pro Woche Codex. Besonders spannend: Nicht-Entwickler machen inzwischen 20 Prozent der Nutzer aus und adoptieren die Technologie dreimal schneller als ihre technischen Kollegen. Datenanalyse und Recherche verzeichnen dabei das stärkste Wachstum.
Zoom und Microsoft setzen auf dauerhafte KI-Begleiter
Zoom hat „ZoomMate“ in Nordamerika gestartet. Der KI-Assistent arbeitet innerhalb der Zoom-Plattform und folgt einem „Conversation-to-Completion“-Ansatz. Das bedeutet: Er nutzt den Kontext aus Meetings, um eigenständig in Drittsystemen wie Salesforce, Jira oder ServiceNow zu recherchieren. Eine neue KI-Produktivitätssuite mit Canvas, Sheets, Slides und Paper erstellt zudem automatisch Ergebnisse aus Diskussionen. Laut internen Studien von Zoom benötigen Mitarbeiter derzeit ein bis zwei Stunden für manuelle Nachbereitungen von Besprechungen.
Microsoft konterte mit „Scout“, einem persistenten KI-Assistenten für Microsoft 365. Das Tool, das über das „Frontier“-Programm läuft, passt sich der individuellen Identität und dem Schreibstil des Nutzers an – ob am Desktop oder im Browser. Parallel dazu kündigte Microsoft die „Work IQ APIs“ an, die ab dem 16. Juni 2026 allgemein verfügbar sein werden. Diese Schnittstellen erlauben Entwicklern, KI-Agenten Zugriff auf Microsoft-365-Daten zu gewähren, abgerechnet über ein kreditbasiertes Modell.
Mit der massiven Einführung von KI-Systemen in Unternehmen steigen auch die rechtlichen Anforderungen durch den EU AI Act. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle neuen Pflichten, Risikoklassen und Fristen. EU AI Act E-Book kostenlos anfordern
Spezialisierte Helfer für Daten und Zusammenarbeit
Auf dem „Snowflake Summit 26″ präsentierte das Datenunternehmen „CoWork“ – eine Suite für Wissensarbeiter. Die Plattform umfasst „Cortex Sense“ für gemeinsamen Agenten-Kontext und „Deep Research“ für mehrstufige Analyseaufgaben. Snowflake, das über 13.900 Kunden betreut, integriert zudem SpaceXAI-Modelle und bringt eine eigene iOS-App sowie eine Excel-Erweiterung für die neuen Tools.
Cisco erweiterte sein Kollaborations-Portfolio mit mehreren KI-Agenten für Webex. Das Angebot umfasst spezialisierte Assistenten für die Meeting-Vorbereitung sowie Übersetzungen in zehn Sprachen. Ein neues „Webex AI Agent Studio“ ermöglicht die individuelle Anpassung. Sicherheit steht im Fokus: Die Architektur enthält Deepfake-Erkennung und ein Zero-Trust-Framework. Zudem bestätigte Cisco eine bidirektionale Integration zwischen Webex und Microsoft Copilot.
Konsolidierung und Infrastruktur
Die Produktoffensive folgt auf eine Welle von Übernahmen im KI-Automatisierungsmarkt. Asana kaufte am 28. Mai 2026 StackAI für umgerechnet rund 70 Millionen Euro. Das Unternehmen bietet No-Code-Tools zur Automatisierung von Prozessen auf Plattformen wie AWS und Oracle. StackAI bleibt vorerst als eigenständige Marke bestehen, während die Gründer zu Asana wechseln.
Für die nahtlose Integration der neuen Tools in bestehende Arbeitsabläufe sorgt „Paste MCP“. Die am heutigen Dienstag gestartete Brücke verbindet die lokale Zwischenablage auf Mac-Geräten mit KI-Tools wie Codex und Claude. Nutzer können so Inhalte für Zusammenfassungen oder Entwürfe übergeben – und behalten dabei die lokale Kontrolle über den Datenzugriff.

