KI-Agenten ohne Code: Databricks und Microsoft starten Juni-Welle

Mehrere Tech-Konzerne lancieren KI-Assistenten, die Mitarbeiter ohne Programmierkenntnisse zur Prozessautomatisierung befähigen.

Ohne eine einzige Codezeile: Eine Welle neuer KI-Plattformen verwandelt Geschäftsanwender in ihre eigenen Softwareentwickler.

Mitte Juni 2026 hat sich die Arbeitswelt grundlegend verändert. Gleich mehrere Technologiekonzerne stellten Tools vor, die künstliche Intelligenz für Mitarbeiter ohne Programmierkenntnisse nutzbar machen. Der Trend heißt „agentische Workflows“ – KI-Assistenten, die eigenständig komplexe Aufgaben über verschiedene Anwendungen hinweg ausführen. Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Abteilungen wie Finanzen, Vertrieb oder Marketing können bald selbstständig Prozesse automatisieren, ohne auf die IT-Abteilung warten zu müssen.

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Der neue Kollege namens KI

Am 16. Juni 2026 brachte Databricks mit „Genie One“ einen agentischen Assistenten für Geschäftsteams auf den Markt. Das System lernt aus internen und externen Daten und erlaubt es Nutzern, per einfacher Sprache Berichte abzurufen oder Automatisierungen zu starten. Die Plattform ist mit über 50 Anwendungen verbunden – darunter Slack, Jira und Google Drive. Abgerechnet wird nach Nutzung, ähnlich wie bei Cloud-Diensten.

Parallel dazu machte Microsoft sein „Copilot Cowork“-System allgemein verfügbar. Es nutzt die Claude-Modelle von Anthropic für autonome Workflows innerhalb des Microsoft-365-Universums. Ein entscheidender Punkt für Unternehmen: Alle Aufgaben werden über Microsoft Purview überwacht. Branchenschätzungen zufolge könnten die Zusatzkosten für Organisationen mit 500 Nutzern bei umgerechnet etwa 14.000 bis 23.000 Euro pro Monat liegen.

Kein Code nötig: Planung per Sprachbefehl

Am 18. Juni 2026 zog Magai nach und führte „Scheduled Tasks“ ein. Das Feature erlaubt es auch technisch unerfahrenen Nutzern, einmalige oder wiederkehrende KI-gesteuerte Abläufe einzurichten – ganz ohne Programmierung. Das Tool arbeitet mit über 50 KI-Modellen und Anwendungen wie Gmail und Notion zusammen. Der Nutzer beschreibt einfach auf Deutsch, was automatisiert werden soll.

Auch auf dem Desktop hält die Demokratisierung Einzug. Anfang Juni veröffentlichte Nous Research „Hermes Desktop“ für macOS, Windows und Linux. Die native Anwendung bietet eine grafische Oberfläche für autonome Agenten, ein selbstlernendes Fähigkeitssystem und unterstützt mehrere große Sprachmodelle. Ebenfalls neu: Workspot stellte seine „GUIDE“-Plattform vor, die Workflows in Desktop- und Webanwendungen automatisiert – ohne klassische Schnittstellen oder RPA-Skripte.

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Speziallösungen für Finanzen und Handel

Die neuen Tools zielen zunehmend auf konkrete Geschäftsbereiche. Am 17. Juni 2026 launchte Parabola mit „Prowork“ eine KI-Plattform speziell für Finanz- und Betriebsteams. Unternehmen wie WHOOP und Fabletics nutzen die Lösung bereits für Rechnungsprüfungen und Bestandsabgleiche. Erste Rückmeldungen zeigen: Der Monatsabschluss geht deutlich schneller.

Im Einzelhandel hilft Famous Labs mit „Famous.ai“ kleinen Geschäftsinhabern, professionelle E-Commerce-Shops per Sprachbeschreibung zu erstellen. Das kommt zur rechten Zeit: Der globale E-Commerce-Markt soll 2026 die Marke von umgerechnet 3,5 Billionen Euro überschreiten. Für die Softwareentwicklung selbst präsentierte Anysphere Mitte Juni „Cursor“ – ein Coding-Assistent, der Nichtprogrammierern erlaubt, Webseitenlayouts und Formulare per natürlicher Sprache zu generieren.

Infrastruktur und Sicherheit im Fokus

Während die Tools immer einfacher werden, wächst der Markt für die dahinterliegende Infrastruktur. Im Juni 2026 wurde Boomi von Gartner als „Pioneer“ im neuen Marktsegment der No-Code-Agent-Builder ausgezeichnet. Die Plattform unterstützt 1.000 Tools und weist in Kundenprojekten eine Halluzinationsrate von unter 0,5 Prozent auf – ein entscheidender Wert für den Einsatz in großen Produktbeständen.

Sicherheit und Datenkontrolle bleiben zentral. Zenphi startete am 17. Juni 2026 sein „AI Studio“ für gesteuerte KI-Agenten in Google-Chat-Workflows. Die Plattform, die unter anderem Reisekostenabrechnungen bearbeitet, erfüllt die strengen Standards von HIPAA, DSGVO und ISO 27001. Und CTERA integrierte am 16. Juni 2026 seine Unternehmensdaten in die n8n-Automatisierungsplattform – damit können Software-Agenten auf unstrukturierte Dateidaten in automatisierten Workflows zugreifen, ohne dass ein Entwickler eingreifen muss.