Die letzten Tage des Jahres bringen den Durchbruch: Wearables werden vom passiven Tracker zum aktiven Assistenten. Führende Tech-Konzerne wie Meta und Lenovo treiben die Integration von Agentic AI voran – einer KI, die nicht nur antwortet, sondern Aufgaben eigenständig erledigt. Für deutsche Fachkräfte und Unternehmen könnte das den Arbeitsalltag grundlegend verändern.
Meta: Smart Glasses für den fokussierten Flow
Meta hat pünktlich zum Wochenende ein großes Update für seine Ray-Ban Smart Glasses ausgerollt. Die neue Software-Version 21.0 macht die Brillen zu kontextsensitiven Helfern im Beruf.
Kern der Neuerung ist „Conversation Focus“. Die Technologie isoliert mit dem Mikrofon-Array gezielt die Stimme des Gegenübers. In lauten Großraumbüros oder auf Messen soll so die Kommunikation klar werden – ohne störende Kopfhörer. Zudem vertieft das Update die visuelle Intelligenz. Mit „Look and Ask“ können Nutzer etwa von Spotify eine Playlist passend zu ihrer aktuellen Umgebung anfordern. Ein Feature, das den fokussierten „Flow-Zustand“ bei anspruchsvollen Aufgaben unterstützen soll.
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Lenovos „Super Agent“: Die KI als persönlicher Chefassistent
Wenige Tage vor der CES in Las Vegas hat Lenovo seinen „AI Super Agent“ angekündigt. Das System soll nahtlos über Smartphones, PCs und Wearables hinweg agieren. Es handelt sich nicht um einen einfachen Sprachassistenten, sondern um eine systemweite Hintergrund-Anwendung.
Die Vision: Ein Nutzer diktiert seinem Smartwatch eine komplexe Projektidee. Der Agent strukturiert die Informationen und erstellt sofort ein Dokument auf dem PC. Die KI lernt dabei Gewohnheiten und wird proaktiv – sie schlägt Termine vor oder sucht Dokumente, basierend auf Ort und Biometrie-Daten der Wearables. Lenovo stellt sich damit gegen abgeschottete Ökosysteme von Konkurrenten und setzt auf die Kontinuität der KI, nicht des Betriebssystems.
Neurales Gestensteuerung: Hände frei für kritische Jobs
Die Partnerschaft zwischen Wearable Devices Ltd. und Rokid zeigt, wohin die Reise in Industrie und Medizin geht. Ab dem zweiten Quartal 2026 will man neurale Gestensteuerung in AR-Brillen integrieren.
Die „Mudra Link“-Technologie erkennt minimale Handgelenksbewegungen. Techniker, Chirurgen oder Logistiker können so Checklisten abhaken, Pläne navigieren oder Teams anweisen – ohne Sprache oder Controller. Die Hände bleiben frei für die eigentliche Arbeit. Diese Entkopplung der Steuerung vom Headset gilt als Lösung für ein ergonomisches Kernproblem und soll Abläufe in sicherheitskritischen Bereichen beschleunigen.
Analyse: Der Aufstieg der handelnden KI
Die jüngsten Ankündigungen bestätigen einen Trend: den Übergang zur Agentic AI. Die Geräte werden vom Spiegel für Benachrichtigungen zum aktiven Teil der Arbeitslast. Ein Smart Ring könnte bei steigendem Stress in einer Besprechung automatisch die Benachrichtigungen am Laptop stummschalten.
Doch es gibt Hürden. Die Zersplitterung in Ökosysteme bleibt ein Problem. Lenovos Lösung mag innerhalb der eigenen Marke einheitlich sein, aber ein universeller Standard für KI-Agenten fehlt. Nutzer könnten in abgeschotteten „Gärten“ gefangen bleiben. Zudem bleiben Datenschutzbedenken bei „Always-Listening“-Agenten auf Wearables ein zentrales Thema – besonders für Aufsichtsbehörden in der EU.
Ausblick auf 2026: CES wird zum Schauplatz
Der Blick richtet sich nun auf die CES in Las Vegas Anfang Januar. Nach Lenovos Ankündigung werden ähnliche Offensiven von Samsung oder Google erwartet. Gerüchte um Googles „Android XR“-Plattform mit Gemini-KI deuten auf einen neuen Anlauf bei Smart Glasses hin.
Für Verbraucher und Unternehmen bedeutet das: In den nächsten Monaten werden Software-Updates bestehende Hardware aufwerten. Produktivität definiert sich neu – vom „Managen von Aufgaben“ zum „Managen von Agenten“. Wearables werden zur immer verfügbaren Schnittstelle für diese digitalen Mittler.
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