Die staatliche Marktaufsichtsverwaltung Chinas (SAMR) hat eine neue Reihe nationaler Standards unter dem Titel „Künstliche Intelligenz – Agenten-Interconnection“ vorgelegt. Mit der Veröffentlichung dieser sieben Kernstandards schafft die Behörde einen regulatorischen Rahmen, der die Interaktion zwischen autonomen KI-Systemen vereinheitlichen und die Effizienz innerhalb der digitalen Wirtschaft steigern soll.
Einheitliche Architektur für intelligente Systeme
Die neu veröffentlichte Standardreihe deckt wesentliche technologische Aspekte der KI-Agenten-Vernetzung ab. Dazu gehören nach Angaben der Marktaufsichtsverwaltung die Gesamtarchitektur sowie spezifische Protokolle für Identitätscodes und das Identitätsmanagement. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Beschreibung und Entdeckung von Agenten sowie den Regeln für deren Interaktion und den Aufruf von digitalen Werkzeugen.
Durch dieses geschlossene Standardsystem, das von der Identitätskennzeichnung bis hin zum Werkzeugaufruf reicht, sollen bestehende Regelungslücken geschlossen werden.
Ziel der SAMR ist es, eine einheitliche Struktur und verbindliche Interaktionsregeln zu etablieren. Dies ermögliche die Wiederverwendung von Standardkomponenten, was wiederum den Aufwand für kundenspezifische Entwicklungen erheblich reduziere und die Zeitspanne bis zur Marktreife neuer Produkte verkürze.
Sicherheit und Rückverfolgbarkeit im Fokus
Ein zentraler Bestandteil der Initiative ist die Sicherheit der Interaktionen zwischen KI-Agenten. Die Standards sehen eine einheitliche Identitätsauthentifizierung vor. Damit soll eine lückenlose Rückverfolgbarkeit gewährleistet werden, um einen sicheren Datenaustausch und vertrauenswürdige Transaktionen in einer vernetzten KI-Umgebung zu ermöglichen. Die Behörde betont, dass dieser Schritt eine wesentliche Voraussetzung für die Förderung der sogenannten intelligenten Wirtschaft darstellt.
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Einbettung in den internationalen Kontext
Die nun veröffentlichten nationalen Vorgaben sind das Ergebnis einer breiter angelegten Standardisierungsstrategie. Bereits Mitte Juli wurden die Grundzüge dieser sieben Standards auf einem internationalen Forum zur KI-Standardisierung in Shanghai vorgestellt.
An dieser Veranstaltung, die vom Chinesischen Institut für Standardisierung in der Elektronik (CESI) und dem Shanghai AI Research Institute organisiert wurde, nahmen hochrangige Vertreter teil, darunter der Vizeminister für Industrie und Informationstechnik, Ke Jixin, sowie der UN-Untergeneralsekretär Amandeep Singh Gill.
Im Rahmen des Forums wurde deutlich, dass China eine Harmonisierung mit globalen Bestrebungen anstrebt. Neben Vertretern der Russischen Akademie der Wissenschaften waren auch europäische Organisationen wie das British Standards Institution (BSI) und das Europäische Komitee für Normung (CEN) vertreten.
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Ein Vertreter von CEN-CENELEC präsentierte dort mit dem AI Solution Quality Index (ASQI) die europäische Perspektive auf die Qualitätsbewertung von KI-Lösungen.
Erweiterung des technologischen Rahmens
Parallel zur Veröffentlichung der Interkonnektions-Standards wurden im Umfeld der beteiligten Institute weitere Werkzeuge und Richtlinien entwickelt. Dazu gehört die QiuSuo AI Benchmark Suite 2.0 in einer internationalen Version sowie ein Framework für das Reifegradmodell von KI-Agenten (AIMM).
Zudem wurden Forschungsberichte zu agentischen Transaktionen und ethischer Governance vorgelegt. Ein neu gestartetes Partnerschaftsprogramm für globale Standardisierung soll künftig die Entwicklung vertrauenswürdiger Künstlicher Intelligenz auf internationaler Ebene koordinieren.
Mit der offiziellen Bekanntgabe durch die SAMR treten die technischen Spezifikationen nun in Kraft und bilden das Fundament für die künftige industrielle Anwendung von vernetzten KI-Systemen in China.

