KI-Agenten übernehmen das Marketing: Sprinklr und Google treiben die Automatisierung voran

Tech-Konzerne wie Sprinklr und Google forcieren den Wechsel zu autonomen KI-Systemen im Marketing, was die Branche grundlegend verändert.

Gleich mehrere Tech-Riesen kündigen für 2026 den Wechsel zu vollautonomen KI-Systemen an – und verändern damit die gesamte Marketinglandschaft.

Sprinklr: Neues Update setzt auf autonome KI-Assistenten

Der Customer-Experience-Spezialist Sprinklr hat sein Frühjahrs-Update 26.4 vorgestellt. Das Release verwandelt die Unified-CXM-Plattform nach Angaben des Unternehmens in ein „Betriebssystem für moderne Kundenerfahrung“. Im Zentrum steht das neue Autonomous-Evaluation-Modul, das KI-Agenten vor dem Einsatz in kundennahen Bereichen testet und validiert.

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Marketing- und Serviceteams können künftig nachvollziehen, wie KI-Assistenten Kundenanfragen lösen oder Leads bearbeiten. „Transparente Validierung ist der Schlüssel zum Vertrauen in autonome Systeme“, erklärt Karthik Suri, Chief Product Officer bei Sprinklr.

Der integrierte Agent Copilot wurde ebenfalls aufgewertet: Er gibt menschlichen Mitarbeitern jetzt proaktive Echtzeit-Empfehlungen – etwa zur Verbesserung der Erstlösungsrate oder zur Verkürzung der Bearbeitungszeit. Finanziell läuft es für Sprinklr rund: Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 220,6 Millionen Euro, ein Plus von neun Prozent im Jahresvergleich. Davon entfielen 193,4 Millionen Euro auf Abonnementerlöse.

Google zwingt Werbetreibende in die KI-Automatisierung

Noch weitreichender sind die Pläne des Suchmaschinenriesen. Google bestätigte, dass Werbetreibende schrittweise von manuellen Kampagnen auf das KI-gesteuerte „AI Max“-System umgestellt werden. Brendon Kraham, Vice President für Produktstrategie bei Google Search Ads, stellt klar: „Die Zukunft der Branche ist definitiv automatisierter.“

Ab September 2026 werden klassische Formate wie Dynamic Search Ads in die neue KI-Umgebung überführt. Das neue Tool „AI Brief“ erlaubt zudem die Konversations-Einrichtung von Kampagnen. Erste Daten zeigen einen durchschnittlichen Conversion-Anstieg von sieben Prozent durch die volle AI-Max-Suite.

Analysten warnen jedoch: Der tatsächliche Nutzen hängt stark von der Qualität der unternehmenseigenen Daten ab. Die eigentliche Herausforderung für Marketingchefs sei nicht die technische Migration, sondern die „Readiness-Lücke“ in Organisationen, die noch auf manuelle Reports und traditionelle Agentur-Workflows setzen.

Die neue Zielgruppe: KI-native Konsumenten

Parallel zur technischen Umstellung entsteht eine neue Konsumentengruppe: „KI-native“ Zielgruppen, deren Entdeckungsreise nicht mehr linear verläuft. KI-gesteuerte Suchoberflächen liefern direkte Zusammenfassungen – der Fokus verschiebt sich von Website-Traffic hin zur Sichtbarkeit in KI-Modellen.

Für Marketer bedeutet das eine doppelte Content-Strategie: Inhalte müssen sowohl menschliche Nutzer als auch KI-Vermittlungsumgebungen bedienen. Da KI-Modelle zunehmend kontextbewusster werden, verliert oberflächliche Optimierung an Wirkung. Gefragt ist stattdessen wirklich relevanter, substanzieller Content.

Eine aktuelle Studie der UCD Michael Smurfit Graduate Business School untermauert diesen Trend: Probanden bewerteten KI-Entscheidungen als rationaler und logischer als menschliche, die oft als emotionsgetrieben wahrgenommen werden. In Wirtschaftssimulationen akzeptierten Teilnehmer Angebote von KI-Partnern häufiger – ein klares Signal, dass der vermeintliche „Denkprozess“ der Maschinen zum neuen Maßstab wird.

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Milliarden fließen in die Marketing-Automation

Die Dynamik spiegelt sich auch im Venture-Capital-Markt wider. Ende April sicherte sich die Plattform „Actively“ 45 Millionen Euro in einer Series-B-Finanzierungsrunde. Das Unternehmen nutzt KI-Agenten, um Umsatzchancen zu identifizieren und Vertriebsprozesse zu automatisieren.

Dieser Investitionsschub zeigt: KI ist nicht länger nur ein unterstützendes Werkzeug, sondern wird zum zentralen Wachstumsmotor. Die Vorbereitungen für die verpflichtenden System-Upgrades Ende 2026 laufen auf Hochtouren. Der Schwerpunkt liegt auf der Vereinheitlichung des Front Offices – also der Zusammenführung von Datenanalyse und Ausführung, um schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können.

Ausblick: Digitale Zwillinge und autonome Agenten

Die zweite Jahreshälfte 2026 wird von der Integration Digitaler Zwillinge und autonomer Agenten in Standard-Workflows geprägt sein. Mit der Google-Migrationsfrist im September rückt die Neustrukturierung der Datenebenen in den Fokus – Voraussetzung für hochgeschwindigkeitsfähiges automatisiertes Bieten.

Die Expansion KI-gesteuerter Tools in nischen-Kommunikationskanäle und dezentrale Plattformen dürfte sich fortsetzen. Während Unternehmen wie Sprinklr und Google auf „unbegrenzte digitale Kapazitäten“ setzen, wird der Erfolg dieser Initiativen darüber entscheiden, welche Marken in einer zunehmend maschinenvermittelten Konsumwelt sichtbar bleiben.