Die großen Anbieter von Unternehmenssoftware und Cloud-Plattformen haben Ende Mai 2026 eine Welle autonomer KI-Agenten und sogenannter „agentischer“ Workflows gestartet. Diese Entwicklungen markieren einen grundlegenden Wandel: Weg von einfachen Chat-Oberflächen, hin zu Systemen, die komplexe Geschäftsprozesse über mehrere Software-Ökosysteme hinweg mit minimalem menschlichem Eingriff ausführen können.
Die rasante Entwicklung autonomer KI-Systeme in Unternehmen erfordert eine präzise Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere des EU AI Acts. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen für den rechtssicheren Einsatz von KI. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Asana kauft sich für 70 Millionen Euro in die KI-Zukunft ein
Am 28. Mai 2026 gab Asana die Übernahme von StackAI bekannt – einer No-Code-Plattform zur Entwicklung von KI-Agenten. Der Kaufpreis liegt bei rund 70 Millionen Euro. StackAI, einst aus dem renommierten Startup-Inkubator Y Combinator hervorgegangen, ermöglicht es Unternehmen, Agenten zu erschaffen, die mit externen Systemen wie Salesforce, Oracle und Amazon Web Services interagieren.
Die Führungsetage von Asana sieht in der Akquisition einen strategischen Schritt: Das Unternehmen will sich als Betriebssystem für Teams etablieren, die aus Menschen und KI-Agenten bestehen. Mit dem Deal wechseln auch die StackAI-Gründer Tony Rosinol und Bernard Aceituno zu Asana. Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Asana für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 190 Millionen Euro meldete – ein Plus von 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Cloud-Riesen verbinden KI mit Unternehmensdaten
Mehrere große Partnerschaften und Produkteinführungen Ende Mai 2026 zielen darauf ab, KI-Agenten direkt mit den Kern-Datenbeständen von Unternehmen zu verbinden.
Workday und Google Cloud haben ihre strategische Partnerschaft am 29. Mai 2026 ausgeweitet. Der Workday Sana Self-Service Agent ist nun innerhalb von Gemini Enterprise verfügbar. Die Integration nutzt Gemini als Standard-KI-Modell für Workdays Agenten und ermöglicht einen „Zero-Copy“-Zugriff auf Daten über BigQuery. Beratungsriesen wie Accenture, Deloitte und KPMG wurden eingebunden, um Kunden bei der Implementierung zu unterstützen.
Parallel dazu kündigte Amazon Web Services (AWS) die allgemeine Verfügbarkeit des AWS for SAP MCP Server auf Amazon Bedrock AgentCore an. Dieser Server verwendet das Model Context Protocol (MCP), um KI-Agenten über OData mit SAP-Geschäftsobjekten zu verbinden. Die Agenten können damit Lese-, Schreib-, Änderungs- und Löschoperationen ausführen. Zu den ersten Anwendern zählen Harman, Fortescue und PLDT.
Bereits Anfang Mai hatte SAP auf der SAPPHIRE 2026-Konferenz Joule Studio vorgestellt. Das Tool ermöglicht eine absichtsbasierte Entwicklung: Nutzer können KI-Agenten einfach per natürlicher Sprache erstellen. SAP zufolge bauten die Teilnehmer während der Veranstaltung Tausende solcher Agenten. Eine Early-Adopter-Veröffentlichung ist für die kommenden Monate geplant.
Während KI-Agenten immer tiefer in Unternehmensprozesse integriert werden, stellen sich viele Verantwortliche die Frage nach den konkreten Pflichten bei Hochrisiko-Systemen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche neuen Regeln die EU-KI-Verordnung aufstellt und was Unternehmen jetzt für ihre Compliance tun müssen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Spezialisierte Agenten für Recht und geistiges Eigentum
Auch spezialisierte Anbieter setzen auf autonome Agenten für anspruchsvolle berufliche Arbeitsabläufe.
Clarivate hat am 29. Mai 2026 seine IPOne-Plattform gestartet. Sie integriert KI-Agenten mit proprietären Daten aus über 100 Patentämtern und wissenschaftlichen Publikationen. Die Plattform soll Teams im Bereich geistiges Eigentum bei der Überwachung von Rechtsstreitigkeiten, der Beweisaufnahme und der Freigabe unterstützen – und geht damit über einfache Nachschlagewerkzeuge hinaus hin zu aktiver Entscheidungsunterstützung.
Im Rechts- und Compliance-Sektor kündigte Epiq am 29. Mai 2026 eine Erweiterung seines agentischen KI-Angebots an. Die neuen Tools, die auf der Epiq AI Layer-Plattform basieren, adressieren spezifische juristische Aufgaben wie die automatisierte Privilegienklassifizierung, Kartellrechtsverfahren und eDiscovery-Prüfungen. Epiq berichtet, dass seit Januar 2025 bereits 130 Kunden seine KI-Dienste genutzt haben.
Marketing und Handel automatisieren Kundeninteraktionen
Auch Intuit Mailchimp und VTEX haben am 29. Mai 2026 neue agentische Fähigkeiten vorgestellt.
Mailchimp launchte Analytics AI, einen conversational Agent, der für kostenpflichtige Tarife verfügbar ist. Er erlaubt Marketingfachleuten, Kampagnenleistung und Zielgruppenverhalten in natürlicher Sprache abzufragen. Das Tool umfasst Integrationen mit Claude, ChatGPT und E-Commerce-Plattformen wie Wix und WooCommerce.
VTEX erweiterte seinen AI Workspace um autonome Commerce-Agenten, die mehr als 91 Prozent der Interaktionen nach dem Verkauf ohne menschliches Eingreifen abwickeln können. Die Suite umfasst einen KI-Personal-Shopper und B2B-Angebotsagenten. Erste Implementierungen laufen bei globalen Marken wie Decathlon, Whirlpool und Grupo CVLB.
Unternehmen zahlen bereitwillig für KI-Funktionen
Die technischen Fähigkeiten von KI-Agenten wachsen – und die Unternehmen sind offenbar bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen.
Der Finanzvorstand von Appian stellte am 29. Mai 2026 fest, dass zwischen 70 und 80 Prozent der Kunden des Unternehmens KI nutzen. Rund 40 Prozent dieser Kunden haben sich für eine erweiterte KI-Stufe entschieden, die einen Aufpreis von 25 bis 35 Prozent gegenüber den Standardangeboten verlangt.
Auch im Startup-Ökosystem fließt Kapital in agentenbasierte Lösungen. Harry Howard AI gab am 29. Mai 2026 eine Seed-Finanzierung in Höhe von 2,8 Millionen Euro bekannt. Zu den Investoren zählen Inovia Capital und Skyland Ventures. Das Startup entwickelt KI-Agenten speziell für Ein-Personen-Unternehmen, die bei der Validierung von Geschäftsplänen und Produkteinführungen helfen sollen.

