Eine aktuelle Untersuchung von Public First und POLITICO offenbart eine tiefgreifende demografische Spaltung in der Wahrnehmung Künstlicher Intelligenz (KI).
Entgegen der verbreiteten Annahme, dass insbesondere junge Generationen der Technologie offen gegenüberstehen, zeichnet die Erhebung ein gegenteiliges Bild: Je älter und wohlhabender die Befragten sind, desto positiver bewerten sie die Auswirkungen von KI. Die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen erweist sich hingegen als am stärksten pessimistisch eingestellt.
Laut den Daten von Public First und POLITICO glauben lediglich 19 Prozent der 18- bis 24-Jährigen, dass Künstliche Intelligenz ihre persönlichen Chancen oder die Gesellschaft als Ganzes verbessere. In der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen liegt dieser Wert mit 28 Prozent deutlich höher.
Über ein Drittel der jüngsten Befragten äußerten zudem die Sorge, dass der Einsatz von KI das kritische Denken erschweren könnte. Rund 33 Prozent befürchten zudem Einschränkungen bei der Entwicklung ihrer eigenen beruflichen Expertise.
Einkommen als entscheidender Faktor für KI-Akzeptanz
Neben dem Alter spielt die finanzielle Situation eine maßgebliche Rolle für die Einstellung zur Technologie. Finanziell gut gestellte Personen blicken laut der Umfrage zu 43 Prozent positiv auf die Entwicklungen im KI-Sektor.
Im Gegensatz dazu zeigen sich Menschen, die sich grundlegende Bedürfnisse nicht leisten können, deutlich reservierter: Nur 18 Prozent dieser Gruppe bewerten KI positiv, während 51 Prozent davon ausgehen, dass die Technologie ihnen eher schaden werde.
Diese Skepsis spiegelt sich auch in anderen Erhebungen wider. Eine im Juni durchgeführte Befragung von Pew Research unter 3.488 US-Erwachsenen zeigt, dass 52 Prozent der Amerikaner eher besorgt als begeistert über KI sind.
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Im Jahr 2021 lag dieser Anteil noch bei 37 Prozent. Erstmals sind auch mehr als die Hälfte der unter 30-Jährigen in den USA eher ängstlich als erwartungsvoll gestimmt, wobei dieser Wert innerhalb der letzten fünf Jahre um 24 Prozent gestiegen ist.
Arbeitsplatzsorgen und globale Unterschiede
Die Angst vor beruflichen Nachteilen ist weit verbreitet. Laut Pew Research sind 71 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass KI in den kommenden zwei Jahrzehnten die Zahl der Arbeitsplätze in den USA reduzieren wird. Nur 5 Prozent erwarten eine Zunahme der Stellen.
Eine Untersuchung der Harvard IOP unter College-Studierenden stützt diesen Befund: 70 Prozent der Studierenden sehen in der KI eine Bedrohung für ihre späteren Jobchancen. Dies führe bereits dazu, dass Studierende ihre Studiengänge wechseln. Bei den Arbeitnehmern der Generation Z gaben 48 Prozent an, dass die Risiken der Technologie den Nutzen überwiegen würden.
Während in westlichen Industrienationen die Skepsis wächst, zeigen Daten des Stanford AI Index erhebliche geografische Unterschiede. In China bewerten 84 Prozent der Menschen Künstliche Intelligenz positiv, und 72 Prozent bringen der Technologie Vertrauen entgegen.
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In den USA liegen diese Werte mit 38 Prozent positiver Einstellung und 32 Prozent Vertrauen deutlich niedriger. Analysten führen dies auf Unterschiede in der Industriestruktur, der staatlichen Steuerung und der jeweiligen Technologiekultur zurück.
Regionale Widerstände und Nutzungsverhalten
Trotz der allgemeinen Tech-Begeisterung in einigen Sektoren wächst der Widerstand gegen die notwendige Infrastruktur. Laut Gallup lehnen 70 Prozent der US-Amerikaner den Bau von Rechenzentren in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft ab.
Beim tatsächlichen Nutzungsverhalten zeigen sich ebenfalls Unterschiede. Im Jahr 2025 lag die wöchentliche Nutzung von generativer KI in Frankreich bei 25 Prozent, während sie in Irland 35 Prozent erreichte. Ein Bildungsgefälle ist dabei weltweit messbar: In Finnland nutzen beispielsweise 58 Prozent der höher Gebildeten die Technologie, gegenüber 38 Prozent in Gruppen mit geringerem Bildungsgrad.
Auch Senioren finden vermehrt Zugang zur Technik, wenn auch auf niedrigerem Niveau. In der Altersgruppe der über 60-Jährigen liegt die KI-Nutzung bei 37 Prozent. In Japan zeigen Erfahrungsberichte aus speziellen Seniorenkursen in Fukuoka, dass Teilnehmer die KI nach anfänglicher Distanz zunehmend als Partner oder Unterstützung im Alltag wahrnehmen.
Mark Zuckerberg äußerte sich angesichts der Entwicklungen optimistisch, während Branchenvertreter wie Dario Amodei von einer gegenwärtigen Vertrauenskrise sprachen.

