KI am Arbeitsplatz: 53 Prozent der Beschäftigten erleben Mehrarbeit

Studien zeigen eine Lücke zwischen Führungskräften und Beschäftigten: KI-Tools verursachen Reibungsverluste und sind oft unzureichend eingebunden.

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Beschäftigte stellen die verpflichtende Einführung von Systemen mit künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz zunehmend infrage. Im Zentrum der Vorbehalte stehen insbesondere bedenken hinsichtlich des Datenschutzes sowie erhebliche operative Reibungsverluste bei der täglichen Umsetzung. Anstatt der erhofften Entlastung erleben viele Mitarbeiter zusätzliche Belastungen, was den Widerstand gegen verordnete Anwendungen verstärkt.

Diskrepanz zwischen Management und Belegschaft

Eine Studie des Technologieunternehmens Ricoh verdeutlicht die wachsende Kluft zwischen Unternehmensführung und Angestellten: Während 91 Prozent der befragten Entscheider der Ansicht sind, dass Investitionen in künstliche Intelligenz den erwarteten Mehrwert liefern, sehen 53 Prozent der Beschäftigten in den Tools eine Quelle von Reibungsverlusten und Mehrarbeit. 55 Prozent der Mitarbeiter erklärten, dass Zeitverluste durch unzureichende Technik ihre Produktivität beeinträchtigen.

Unter vier untersuchten Arbeitsplatztechnologien wiesen KI-Anwendungen laut der Erhebung den geringsten Produktivitätsschub auf. Zugleich gaben 81 Prozent der Führungskräfte an, schneller in Technologien zu investieren, als sie deren Einführung begleiten und unterstützen können.

Ähnliche Probleme dokumentiert eine Untersuchung von Deloitte unter 1.000 Führungskräften der oberen Führungsebene: 70 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre jüngste Transformationsinitiative den beabsichtigten Wert verfehlt habe. In 68 Prozent dieser Fälle sei es zu Widerständen innerhalb der Belegschaft gekommen.

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Zudem berichteten 69 Prozent der Manager, dass die jüngsten Initiativen die Arbeitslast und das Risiko für Burnout erhöht hätten. Fast 60 Prozent der Führungskräfte stellten fest, dass die technologische Umstellung schneller abläuft, als die Belegschaft dies bewältigen kann.

Schatten-IT und fehlende Systemintegration

Die mangelhafte Einbettung in den Arbeitsalltag führt dazu, dass viele Mitarbeiter betriebliche Vorgaben umgehen. Nach Angaben der Ricoh-Studie greifen 45 Prozent der Beschäftigten mindestens monatlich auf nicht genehmigte Werkzeuge zurück. Während 90 Prozent der Entscheider den Vernetzungsgrad von Tools positiv beurteilen, fordern 76 Prozent der Arbeitnehmer besser integrierte Systeme.

Ein Bericht von monday.com unter Führungskräften bestätigt diese Integrationshürden: Zwar nutzen 96 Prozent der Befragten KI-Lösungen, doch nur 29 Prozent haben diese vollständig in ein zentrales Betriebssystem eingebunden. 46 Prozent der Verantwortlichen äußerten Sorge über einen Kontrollverlust bei autonomen Software-Agenten, während 52 Prozent Risiken durch unzureichend beschränkte Datenzugriffe sehen.

Wie weit verbreitet die Umgehung offizieller Kanäle ist, belegte auch ein Bericht der US-Prüfbehörde JLARC vom 13. Oktober 2026 für den Bundesstaat Virginia: Zwischen dem 27. Juli und dem 27. August 2026 nutzten rund 41.556 Staatsbedienstete – etwa 76 Prozent der betreuten Belegschaft – mindestens ein KI-Werkzeug, wobei mehr Anfragen an frei zugängliche Angebote flossen als an die behördlich freigegebenen Systeme.

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Akzeptanz erfordert gezielte Einbindung

Berichte der Harvard Business Review weisen darauf hin, dass Gefühle wie Angst und Unsicherheit die Akzeptanz massiv gefährden, wenn Führungskräfte diese Reaktionen ignorieren. Werden Bedenken nicht adressiert, sinke die Arbeitszufriedenheit, während die Umgehung der Werkzeuge den Nutzen der Investitionen schmälere.

Wissenschaftler betonen daher alternative Ansätze bei der Einführung. Untersuchungen des Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence unter 184 Angestellten zeigten, dass eine reine Darstellung von KI als Produktivitätshebel eher zu Desinteresse führt.

Wurde die Technologie hingegen als Erweiterung der individuellen Fähigkeiten vermittelt und mit ausreichender Zeit zum Experimentieren verknüpft, stieg die Bereitschaft zur aktiven Mitgestaltung deutlich an.

Auch Darden-Professor Rory McDonald hob hervor, dass Organisationen selbst bei einem hypothetischen Stillstand der technologischen Entwicklung Jahre benötigen würden, um die Neuerungen aufzunehmen. Eine reine Fokussierung auf den Verbrauch von Rechenressourcen setze falsche Anreize für die Belegschaft.