KI am Arbeitsplatz: 87% sparen Zeit, verlieren sie aber beim Botsitting

Studien zeigen: KI spart zwar Zeit, doch Botsitting und Vorbehalte mindern den Nutzen erheblich.

Aktuelle Studien zeigen: Während Unternehmen auf KI setzen, kämpfen Mitarbeiter mit unerwarteten Nebenwirkungen.

Der unsichtbare Aufwand der KI-Überwachung

Das Glean Work AI Institut veröffentlichte am 10. Juni 2026 eine Studie mit 6.000 befragten Wissensarbeitern. Das Ergebnis: 87 Prozent nutzen KI und sparen im Schnitt elf Stunden pro Woche. Doch ein Großteil dieses Zeitgewinns wird durch manuelle Überwachung zunichte gemacht.

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Rund 6,4 Stunden pro Woche verbringen Angestellte mit sogenanntem „Botsitting“ – dem Füttern von KI-Systemen mit Kontext, dem Korrigieren von Ausgaben und der Überwachung automatisierter Aufgaben. Noch alarmierender: 69 Prozent der Befragten gaben zu, ungeprüfte KI-Ergebnisse weiterzuleiten. 41 Prozent reichten sogar Arbeiten ein, die sie selbst nicht vollständig erklären konnten.

Trotz der hohen Nutzungsraten glauben nur 13 Prozent der Beschäftigten, dass KI die Gesamtleistung ihres Unternehmens signifikant verbessert hat.

Ehrlichkeit wird bestraft

Das Atlassian Teamwork Lab lieferte am selben Tag eine weitere überraschende Erkenntnis. Obwohl 94 Prozent der US-Wissensarbeiter KI nutzen und 80 Prozent angeben, transparent damit umzugehen, zeigt die Forschung einen klaren „Offenlegungs-Nachteil“.

Probanden, die ihren KI-Einsatz zugaben, wurden von Kollegen als zehnmal fauler eingestuft. Zudem waren sie 24 Prozentpunkte seltener für prestigeträchtige Projekte empfohlen. Zwar konnte eine teamorientierte Darstellung die negativen Wahrnehmungen abmildern – doch für viele bleibt Schweigen die sicherere Strategie.

Die Kluft zwischen technischer Einführung und kultureller Akzeptanz ist größer als gedacht.

Googles NotebookLM wird smarter

Während die sozialen Hürden bestehen, treiben Softwareanbieter die technische Entwicklung voran. Google präsentierte am 10. Juni ein großes Update für NotebookLM, angetrieben von Gemini 3.5 und Antigravity-Technologie. Die neue Version bietet erweiterte Reasoning-Fähigkeiten und kann Quellen direkt aus Chat-Interaktionen erstellen.

Interne Tests zeigen eine Erfolgsquote von über 65 Prozent im Vergleich zu Vorgängerversionen. Bei komplexen Web-Recherchen steigt die Effektivität sogar auf 78,2 Prozent. Das Tool unterstützt nun verschiedene Ausgabeformate wie Excel, PowerPoint und JSON. Der Rollout erfolgt zunächst für Premium-Abonnenten.

Auch Xiaomi mischt mit: MiMo Code V0.1.0, ein Open-Source-KI-Coding-Agent, verfügt über persistenten Speicher und merkt sich vergangene Aktionen über mehrere Arbeitsabläufe hinweg.

Infrastruktur und Sicherheit als Bremsklötze

Trotz aller Software-Fortschritte bleiben grundlegende Probleme bestehen. Eine Studie von Cogna, durchgeführt zwischen Ende März und Anfang April 2026, zeigt: 39 Prozent der Arbeitswoche in britischen Industriesektoren entfallen noch immer auf repetitive manuelle Aufgaben. 75 Prozent der Führungskräfte glauben zwar an Produktivitätssteigerungen durch Technologie – doch 65 Prozent der Mitarbeiter greifen auf „Shadow IT“ zurück, um ihre Aufgaben zu erledigen.

Besonders brisant: Die Sicherheitslage bei Produktivitäts-Apps. Eine Untersuchung von 444 iOS-Apps, veröffentlicht am 11. Juni 2026, ergab, dass 64 Prozent der Anwendungen mit LLM-APIs angreifbare Zugangsdaten preisgeben. 48 Prozent dieser Lecks erfolgten über JWT-Tokens, 19 Prozent über API-Keys im Klartext. Nur 28 Prozent der betroffenen Apps hatten die Probleme drei Monate nach Offenlegung behoben.

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Microsoft kämpft mit Performance-Problemen

Auch Microsoft arbeitet an der Nutzererfahrung. Das Unternehmen meldete am 10. Juni eine Reduzierung der Latenz in Microsoft Teams um 20 Prozent beim Chat-Wechsel und einen Rückgang von Video-Freezes um 36 Prozent seit Ende 2025. Doch der Preis ist hoch: Während aktiver Anrufe verbraucht die Anwendung bis zu 2 GB RAM.

Für Nutzer von Microsoft Office 2019 für Mac gibt es eine wichtige Frist: Ab dem 13. Juli 2022026 wechselt die Software in einen „eingeschränkten Funktionsmodus“. Grund ist das Auslaufen digitaler Zertifikate. Auf macOS, iPhone und iPad können Dokumente dann nur noch gelesen, nicht mehr bearbeitet oder gespeichert werden. Ein Umstieg auf neuere Versionen oder Abonnement-Modelle wird unumgänglich.