KI am Arbeitsplatz: Österreichs Stimmungssaldo fällt auf minus 81 Prozent

Nur 11 Prozent erhalten berufliche KI-Schulungen; zugleich ist die Sorge um Arbeitsplätze in Österreich besonders ausgeprägt.

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Österreich fällt im internationalen Vergleich bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz sowie bei den entsprechenden betrieblichen Weiterbildungsangeboten zurück.

Zugleich blicken die Beschäftigten hierzulande mit wachsender Skepsis auf die Auswirkungen der Technologie auf den Arbeitsmarkt. Das geht aus der achten Ausgabe der Allianz Pulse-Umfrage hervor, für die der Versicherungskonzern Allianz jeweils 1.000 Erwachsene in Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen sowie erstmals auch in Großbritannien und den USA befragt hat, wie aus einem Bericht vom 14. Oktober 2026 hervorgeht.

Unterdurchschnittliche Nutzung und starkes Generationengefälle

Laut der Erhebung nutzen in Österreich 43 Prozent der Befragten KI-Anwendungen mindestens einmal pro Woche. Damit liegt das Land unter dem Gesamtdurchschnitt von 48 Prozent. Spitzenreiter bei der regelmäßigen Nutzung sind die USA und Spanien mit jeweils rund 55 Prozent, während Deutschland und Frankreich mit knapp über 40 Prozent auf ähnlichem Niveau wie Österreich liegen.

Innerhalb Österreichs zeigt sich eine deutliche Kluft zwischen den Generationen: Während 74 Prozent der Generation Z mindestens wöchentlich auf KI zurückgreifen (Länderdurchschnitt: 77 Prozent), sind es bei den Babyboomern lediglich 23 Prozent.

Zudem wird die Technologie in Österreich primär im privaten Umfeld eingesetzt. 56 Prozent der österreichischen Nutzer verwenden sie überwiegend privat, verglichen mit 53 Prozent im Gesamtschnitt. Zumindest teilweise für berufliche Aufgaben oder die Ausbildung setzen 44 Prozent der Befragten in Österreich KI ein (Länderdurchschnitt: 47 Prozent).

International zeigen sich hier deutliche Unterschiede: In den USA nutzen 52 Prozent, in Großbritannien 51 Prozent und in Spanien 49 Prozent die Anwendungen mindestens teilweise für Arbeit oder Studium, während es in Deutschland nur 37 Prozent sind.

Große Sorgen um Arbeitsplätze

Die generelle Stimmung gegenüber KI fällt in Österreich deutlich verhaltener aus als in den Vergleichsländern. Der Stimmungssaldo zur Technologie insgesamt liegt bei minus 51 Prozent (Durchschnitt: minus 34 Prozent), bei den wirtschaftlichen Folgen bei minus 59 Prozent (Durchschnitt: minus 43 Prozent).

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Besonders ausgeprägt ist der Pessimismus mit Blick auf den Arbeitsmarkt. Der Stimmungssaldo zu den Arbeitsplatzauswirkungen erreicht in Österreich minus 81 Prozent – der negativste Wert aller untersuchten Länder. 85 Prozent der Befragten äußerten sich negativ und nur 4 Prozent positiv.

Gegenüber 2025, als der Wert bei minus 62 Prozent lag, bedeutet dies eine Verschlechterung um 19 Prozentpunkte, während der Länderschnitt um rund 12 Prozentpunkte nachgab. Zum Vergleich: In Frankreich beträgt dieser Saldo minus 75 Prozent, in den USA minus 44 Prozent.

Konkret befürchten in Österreich 6 Prozent einen vollständigen Wegfall ihres Arbeitsplatzes (Durchschnitt: 7 Prozent), während 18 Prozent den Ersatz wesentlicher Tätigkeiten erwarten (Durchschnitt: 21 Prozent).

Demgegenüber rechnen 31 Prozent mit einer überwiegenden Unterstützung durch KI (Durchschnitt: 26 Prozent), und 49 Prozent stellen sich auf eine teilweise Veränderung ihres Berufsalltags ein. Auf die eigene Produktivität blicken die Österreicher per Saldo mit plus 23 Prozent positiv, liegen aber auch hier hinter dem Gesamtdurchschnitt von plus 30 Prozent.

Defizite bei Qualifizierung und Ruf nach Regulierung

Trotz des Veränderungsdrucks mangelt es vielerorts an betrieblicher Vorbereitung. Lediglich 11 Prozent der Beschäftigten in Österreich erhalten laut Allianz-Umfrage eine KI-Schulung im Beruf. Im Gesamtdurchschnitt sind es 17 Prozent, in den USA 30 Prozent und in Polen 10 Prozent. Mehr als die Hälfte der Österreicher – 52 Prozent – gibt an, dass der jeweilige Arbeitgeber keinerlei KI-Weiterbildung anbietet (Durchschnitt: 44 Prozent).

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Zu den dominierenden Sorgen im Zusammenhang mit KI zählen in Österreich Desinformation mit 27 Prozent, Kontrollverlust mit 21 Prozent, Datenschutz mit 19 Prozent sowie Arbeitsplatzverlust mit 14 Prozent. Zudem erwarten 45 Prozent der Befragten in Österreich eine wachsende gesellschaftliche Ungleichheit (Durchschnitt: 37 Prozent).

Vor diesem Hintergrund befürwortet eine breite Mehrheit staatliche Leitplanken: Der Saldo für eine stärkere Regulierung von KI liegt in Österreich bei plus 77 Prozent, nach plus 56 Prozent im Jahr 2025. Über alle befragten Länder hinweg stieg der Regulierungs-Saldo von plus 61 Prozent im Vorjahr auf nunmehr plus 78 Prozent.