KI am Arbeitsplatz: Schweiz führt Europa mit 49% Nutzungsquote

Laut Accenture-Studie nutzen 49% der Schweizer Beschäftigten täglich KI, weit über dem EU-Schnitt von 28,3%.

In einer am 30. Juli 2026 veröffentlichten Studie mit dem Titel „Pulse of Change“ hat das Beratungsunternehmen Accenture die Verbreitung und Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz untersucht. Die Ergebnisse bescheinigen der Schweiz eine führende Rolle im europäischen Vergleich: 49 Prozent der Schweizer Beschäftigten nutzen KI täglich. Damit liegt die Nutzungsrate in der Schweiz deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 28,3 Prozent sowie vor anderen großen Volkswirtschaften wie Frankreich (26,7 Prozent), Deutschland (22,5 Prozent) und Großbritannien (22,1 Prozent).

Hohe Verfügbarkeit und Nutzung fortschrittlicher KI-Systeme

Ein wesentlicher Faktor für die hohe Verbreitung in der Schweiz ist die breite Verfügbarkeit der Technologie. Demnach geben 88 Prozent der Schweizer Beschäftigten an, über einen von ihrem Arbeitgeber bereitgestellten KI-Zugang zu verfügen. Im globalen Vergleich, bei dem dieser Wert bei 80,1 Prozent liegt, nimmt die Schweiz damit ebenfalls eine Spitzenposition ein.

Neben der allgemeinen Nutzung zeigt die Studie eine starke Affinität zu spezialisierten Anwendungen. Rund 60 Prozent der Befragten in der Schweiz setzen regelmäßig sogenannte KI-Agenten ein, während dieser Anteil im weltweiten Durchschnitt lediglich 44 Prozent beträgt. Die hohe Durchdringung korreliert laut den Studienergebnissen mit einer positiven Wahrnehmung der technologischen Vorteile. So gaben 72 Prozent der Schweizer Teilnehmer an, durch den Einsatz von KI ein größeres Geschäftspotenzial zu sehen. Dieser Wert liegt signifikant über dem globalen Durchschnitt von 59,2 Prozent.

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Positive Auswirkungen auf Produktivität und Arbeitszufriedenheit

Die Integration von KI in den Arbeitsalltag wirkt sich nach Einschätzung der Befragten spürbar auf die Effizienz und das Wohlbefinden aus. 77 Prozent der Schweizer Beschäftigten berichten von einer Steigerung ihrer Produktivität durch die neuen Werkzeuge. Besonders auffällig ist der Befund zur Arbeitsmoral: 88 Prozent der Befragten in der Schweiz gaben an, dass ihre Arbeitszufriedenheit durch den Einsatz von KI gestiegen sei. Dies übertrifft den globalen Vergleichswert von 71,1 Prozent deutlich.

Marco Huwiler, Geschäftsführer von Accenture Schweiz, ordnete die Ergebnisse ein und sprach angesichts der Studiendaten von einer paradoxen Situation. Hintergrund dieser Einschätzung sind die gleichzeitig bestehenden Vorbehalte hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, insbesondere für die kommenden Generationen.

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Sorgen um den Berufseinstieg und Arbeitsplatzstabilität

Trotz der persönlichen Vorteile und der hohen Akzeptanz im aktuellen Berufsalltag blicken viele Schweizer Beschäftigte mit Skepsis auf die Chancen von Nachwuchskräften. 52 Prozent der Befragten vertreten die Ansicht, dass Künstliche Intelligenz den Berufseinstieg für Hochschulabsolventen erschweren wird. Zudem äußerten 54 Prozent die Befürchtung, dass Arbeitsplätze für Jugendliche durch die fortschreitende Automatisierung und KI-Integration weniger stabil werden könnten.

Die Datenerhebung für die „Pulse of Change“-Studie fand im Zeitraum von April bis Juni 2026 statt. Im Rahmen der Untersuchung wurden in der Schweiz jeweils 100 Führungskräfte sowie 100 Beschäftigte zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen befragt. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Schweiz zwar eine Vorreiterrolle bei der Implementierung einnimmt, die Diskussion über die strukturellen Folgen für den Arbeitsmarkt jedoch erst am Anfang steht.