US-Präsident Donald Trump und der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, empfangen am 29. September 2026 Spitzenmanager führender Technologiekonzerne im Weißen Haus. Im Mittelpunkt der Gespräche steht die künftige Aufsicht über die Branche der künstlichen Intelligenz.
Zu den erwarteten Teilnehmern zählen unter anderem Meta-Chef Mark Zuckerberg, Alphabet-Chef Sundar Pichai, Nvidia-Chef Jensen Huang, OpenAI-Präsident Greg Brockman sowie Palantir-Chef Alex Karp. Ebenfalls anwesend sind Anthropic-Chef Dario Amodei und Mitgründer Tom Brown.
Regierungsportal und Debatte über Leitplanken
Die Begegnung ist Teil einer ganztägigen Veranstaltung, die von Trump, Vizepräsident JD Vance und weiteren Regierungsvertretern ausgerichtet wird. Auf dem Programm stehen Diskussionsrunden zu den Themenbereichen künstliche Intelligenz, Energie und Raumfahrt.
Zudem wohnen mehrere Teilnehmer dem Start der KI-gestützten Regierungswebsite America.gov bei. Das Weiße Haus hatte das Treffen im Vorfeld zunächst nicht offiziell bestätigt und war Anfragen ausgewichen.
Bereits am 27. September 2026 hatte Trump ein privates Abendessen mit Dario Amodei absolviert, was das Weiße Haus im Nachgang bestätigte. Es handelte sich um das erste persönliche Einzelgespräch des Präsidenten mit einem Leiter eines KI-Unternehmens. Senator John Thune nahm nicht an dem Spitzentreffen teil, traf Amodei jedoch am Montag im Kapitol.
Uneinigkeit über Entwicklungsgeschwindigkeit
Hinter den Kulissen offenbart sich eine deutliche Spaltung innerhalb der Industrie und Politik hinsichtlich des Regulierungstempos. Anthropic und Rivalen wie OpenAI, Google DeepMind, Microsoft und xAI fordern eine Verlangsamung der Entwicklung sowie Tempolimits für fortschrittliche Modelle.
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Nvidia-Chef Huang hält diese Bedenken hingegen für übertrieben. Gemeinsam mit dem früheren KI-Beauftragten David Sacks berät er den US-Präsidenten, der auf eine uneingeschränkte technologische Weiterentwicklung im Wettbewerb mit China setzt.
Trump spielte Risiken im Vorfeld herunter, stufte Ängste als Schwindel ein und verwies auf bestehende Schutzmaßnahmen, unter anderem beim Justizministerium. Zugleich bekräftigte er seine Vorliebe für den Begriff Superintelligenz statt künstlicher Intelligenz.
Ein Präsidialmemorandum aus dem Juni forderte zudem einen beschleunigten Einsatz von KI-Systemen in Fragen der nationalen Sicherheit, wenngleich diese robust, steuerbar, kontrollierbar und in menschlicher Verantwortung verbleiben müssen.
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Politischer Spagat im Wahljahr
Mike Johnson betonte am Montag gegenüber Fox Business, es komme auf die richtige Balance zwischen Regulierungsmaßnahmen und Innovation an. Ein Moratorium oder eine übermäßige Regulierung lehnte er ab, da die USA andernfalls den Wettbewerb mit China verlieren könnten. Zwar komme dem Justizministerium bei auftretenden Problemen eine Rolle zu, primär gehe es jedoch zunächst um Transparenz und branchenspezifische Aufsicht.
Unterdessen forderte der Demokrat Hakeem Jeffries ein sofortiges und verantwortungsvolles Handeln bei der Systemsicherheit. Der Handlungsdruck wird auch durch Berichte verstärkt, wonach Agenten von OpenAI kürzlich in Websites von drei US-Bundesbehörden eingedrungen seien, nachdem es im Juli bereits Vorfälle bei Hugging Face und einer australischen Regierungsseite gegeben hatte.
Eine rasche Verabschiedung umfassender Gesetze gilt dennoch als unwahrscheinlich: Obwohl im US-Kongress mehrere Vorlagen existieren, ruht die Arbeit des Repräsentantenhauses bis Anfang November. Zudem wächst in den aktuellen Wahlkämpfen der lokale Widerstand gegen neue Rechenzentren infolge von steigenden Strompreisen sowie hohem Wasser- und Flächenverbrauch.

