Die Infrastruktur führender Anbieter von Künstlicher Intelligenz (KI) wies am 3. September erhebliche Instabilitäten auf. Der US-Entwickler Anthropic bestätigte eine mehrstündige Teil-Störung seiner Claude-Dienste, während zeitgleich auch Marktführer OpenAI sowie xAI mit technischen Problemen zu kämpfen hatten. Eine gemeinsame Ursache für die Häufung der Ausfälle bei den verschiedenen Unternehmen wurde bislang nicht bestätigt.
Anthropic meldet Ausfälle bei Claude-Modellen
Der Betrieb der Claude-Systeme war am 3. September ab 9:23 Uhr ET (Eastern Time) beeinträchtigt. Laut Unternehmensangaben handelte es sich um eine Teil-Störung, die erst um 12:16 Uhr ET vollständig behoben werden konnte. In anderen Zeitzonen wurde das Ende der Beeinträchtigung auf 9:16 Uhr PT (Pacific Time) datiert. Während dieser Zeit verzeichneten Nutzer erhöhte Fehlerraten bei verschiedenen Modellversionen.
Berichten zufolge waren insbesondere die Modelle Opus 4.8 und Opus 5 von der Störung betroffen, während andere Versionen der Claude-Familie normal funktionierten. Plattformen zur Überwachung von Netzausfällen wie DownDetector registrierten in der Spitze etwa 1.200 Nutzermeldungen für Claude.
Bereits am Vortag, dem 2. September, kam es bei dem Modell Claude Sonnet 5 zu einem kurzzeitigen Ausfall von etwa 25 Minuten. Trotz dieser jüngsten Ereignisse weist Anthropic für die vergangenen 90 Tage eine Verfügbarkeitsrate von 99,4 Prozent auf. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme zu den konkreten Ursachen der Störung ab.
Massive Beeinträchtigungen bei OpenAI und xAI
Parallel zu den Problemen bei Anthropic meldete auch OpenAI erhebliche technische Schwierigkeiten. Ab 10:43 Uhr ET kam es zu erhöhten Fehlerraten bei den Diensten ChatGPT und Codex, die erst um 12:55 Uhr ET gelöst wurden.
Andere Quellen datierten die Störung auf den Zeitraum zwischen 10:58 Uhr UTC und 11:22 Uhr UTC. OpenAI verwies auf einen Routing-Fehler, der gegen 7:43 Uhr PT aufgetreten sei und bis 8:17 Uhr PT korrigiert wurde.
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Das Ausmaß der Störung bei OpenAI war deutlich umfangreicher als bei der Konkurrenz. DownDetector erhielt über 35.000 Meldungen für ChatGPT; andere Analysen sprachen sogar von über 37.000 Berichten. Für den Zeitraum der letzten 90 Tage gab OpenAI die Verfügbarkeit seiner Dienste mit 99,63 Prozent an.
Zeitgleich verzeichnete auch xAI Ausfälle bei seinem KI-Modell Grok. Die Meldungen stiegen bis 9:45 Uhr ET auf 1.365 an. Das Unternehmen führte die Störung auf einen Ausfall im Memphis-Rechenzentrum zurück. Elon Musk entschuldigte sich für die Unterbrechung, die neben Grok auch weitere Rechenpartner betraf, und kündigte Korrekturmaßnahmen an.
Auswirkungen auf die Cloud-Infrastruktur und Drittanbieter
Die Instabilitäten erstreckten sich auch auf die unterstützende Cloud-Infrastruktur und abhängige Dienste. Microsoft Azure meldete erhöhte Ausfallsraten, wobei ein Ingress-Fehler in der Region Azure East US gegen 10:26 Uhr PT als vermutliche Ursache identifiziert wurde. Der KI-gestützte Code-Editor Cursor, der auf Modelle von Anthropic und xAI zurückgreift, war infolgedessen ebenfalls von Einschränkungen betroffen.
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Hinsichtlich Google Gemini gab es widersprüchliche Informationen. Während einige Beobachter einen mutmaßlichen Ausfall zwischen 10:45 Uhr und 11:15 Uhr ET meldeten, wurde an anderer Stelle betont, dass Gemini nicht betroffen gewesen sei, da der Dienst autark auf der Google Cloud operiere.
Branchenanalysten wiesen angesichts der gehäuften Vorfälle darauf hin, dass Unternehmen ihre Abhängigkeit von einzelnen Anbietern überdenken sollten. Es wurde empfohlen, auf Multi-Modell-Strategien zu setzen und die Nutzung auf verschiedene Cloud-Anbieter zu diversifizieren, um die betriebliche Stabilität gegenüber solchen Infrastrukturausfällen zu erhöhen.

