KI bedroht Millionen Bürojobs in den USA

Der Unternehmer Andrew Yang prognostiziert einen massiven Arbeitsplatzabbau durch KI in den kommenden 12 bis 18 Monaten, während OpenAI-Chef Sam Altman die Technologie als Chance sieht. Aktuelle Daten und Studien untermauern den tiefgreifenden Wandel.

Der Unternehmer Andrew Yang warnt vor einem massiven Stellenabbau in den USA durch Künstliche Intelligenz – schon in den nächsten 12 bis 18 Monaten. Seine düstere Prognose steht im Kontrast zur optimistischen Langfristvision von KI-Pionieren wie OpenAI-Chef Sam Altman. Die Debatte über die Zukunft der Arbeit hat eine neue Dringlichkeit erreicht.

Wettlauf gegen die Automatisierung

Yang sieht eine unmittelbare Gefahr für eine breite Gruppe von Angestellten. Betroffen seien Büroarbeiter in der Lebensmitte, Callcenter-Mitarbeiter, Marketing-Fachleute, Software-Entwickler und mittleres Management. Sein Kernargument: Der Wettbewerbsdruck werde einen Dominoeffekt auslösen. Sobald ein Unternehmen mit KI Personal abbaut und Kosten senkt, müssen die Konkurrenten nachziehen, um ihre Margen und Börsenbewertungen zu schützen.

„Wer einen großen Teil seines Tages vor einem Computer verbringt, sollte diese Bedrohung sehr ernst nehmen“, so Yang. Er befürchtet einen raschen, strukturellen Umbruch der Wissensökonomie. Als Gegenmaßnahmen fordert er erneut ein bedingungsloses Grundeinkommen und Sondersteuern für KI-Unternehmen.

Die Daten bestätigen den Trend

Yangs Warnung findet Widerhall in aktuellen Arbeitsmarktdaten. Eine Analyse vom 20. Februar 2026 zeigt bereits einen deutlichen Rückgang offener Stellen in Branchen wie Finanzen und Informationstechnologie. Im Januar 2026 gab es die höchste Zahl an Entlassungen für diesen Monat seit 2009. Einige Konzerne begründeten ihre Umstrukturierungen offen mit neuen „KI-Strategien“.

Eine Umfrage unter 400 Gründern von Wachstumsunternehmen unterstreicht den Trend: Jeder Dritte erwartet, 2026 Stellen streichen zu müssen, um sie durch KI zu ersetzen. Während die Gesamtbeschäftigung in einigen Bereichen stabil bleibt, wächst die Verletzlichkeit der Wissensarbeiter.

Altmans Gegenentwurf: KI als Chance

Aus dem Epizentrum der KI-Revolution kommt ein anderer Ton. OpenAI-CEO Sam Altman räumte auf dem India AI Impact Summit am 19. Februar zwar ein, dass KI den Arbeitsmarkt „definitiv verändern“ werde. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Menschheit sich anpassen kann. Historisch betrachtet hätten große technologische Umbrüche stets zu neuen und oft besseren Arbeitsformen geführt.

Altman betonte Indiens rasche KI-Adaption und sieht das Land in einer Führungsrolle. Seine Vision: KI ist weniger ein Jobkiller, sondern vielmehr ein Werkzeug, das den Weg für sinnvollere und innovativere Berufe ebnet – auch wenn der Übergang schmerzhaft sein mag.

Studie: Es kommt auf die Aufgabe an

Eine neue Studie der King’s College London bringt Nuance in die Debatte. Die Forscher analysierten Millionen von Stellenanzeigen und fanden heraus: Der KI-Effekt ist nicht einheitlich.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob ein Job von KI betroffen ist, sondern welche Teile davon automatisiert werden. Übernimmt KI Routineaufgaben, können die verbleibenden, spezialisierten Tätigkeiten für den Menschen sogar an Wert gewinnen und zu höheren Löhnen führen. Greift KI jedoch in die hochspezialisierten Kernaufgaben ein, droht eine Abwertung des gesamten Berufsbildes.

Diese Erkenntnis spiegelt sich im Stimmungsbild wider. Eine Harvard-Studie zeigt: Die Menschen sind zwar offen für die Automatisierung vieler Tätigkeiten, bevorzugen aber klar den Einsatz von KI als kollaboratives Werkzeug zur Unterstützung der menschlichen Arbeit – nicht als vollständigen Ersatz.

Die Zukunft liegt in der Anpassungsfähigkeit

Ein Konsens zeichnet sich ab: Es braucht dringend Anpassung. Die nahe Zukunft der Büroarbeit ist von tiefgreifendem Wandel geprägt. Der Fokus verschiebt sich vom Schutz einzelner Jobs hin zur Vorbereitung der Arbeitnehmer auf eine neue Realität.

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Im Mittelpunkt stehen Umschulung und Weiterbildung. Gefragt sind zunehmend typisch menschliche Fähigkeiten wie Kreativität, kritisches Denken und emotionale Intelligenz – Bereiche, in denen heutige KI nicht mithalten kann. Ob die KI-Revolution in eine Ära der Produktivität oder der Massenarbeitslosigkeit mündet, entscheidet sich in den kommenden Monaten.